Wer in einem Zentrum für psychische und soziale Rehabilitation (ZPSR) wohnt, wird gut betreut. Doch das Leben, der Alltag ist ein anderer, als ihn viele Menschen gewohnt sind. "Es kann auch nicht das Ziel sein, in solchen Einrichtungen zu leben", sagt Landeshauptmannstellvertreterin Beate Prettner. So ist das Pilotprojekt "PerspektivenRAUM Feldkirchen" mit autARK entstanden.

20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 18 und 65 Jahren können hier, außerhalb der ZPSR, einen strukturierten Tagesalltag in ihrem individuellen Tempo erleben. In der Früh fährt man selbstständig hin, der Tag besteht aus Arbeiten wie Kochen, Basteln oder aber auch Therapien, abends geht es wieder nach Hause.
"Alltagsabläufe in strukturierter Form werden erlernt, um in weiterer Folge ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können", erklärt Prettner.

665.000 Euro kostet das Projekt pro Jahr dem Land. Drei Jahre wird nun das Projekt beobachtet, evaluiert und danach bei Erfolg auch auf andere Kärntner Städte ausgeweitet.

Bürgermeister Martin Treffner (Links), Erich Rieger (Land Kärnten, 2.v.l.), LHstv.in Beate Prettner (3.v.l.), Andreas Jesse (autArK GF, 3.v.r.) und Projektleiterin Isabella Breiml (2. v. r) Gemeinderat Christoph Gräfling mit Mitarbeiterinnen von autArK
© Stefan Hafner

"Mit dem PerspektivenRAUM gehen wir neue Wege in der Begleitung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Nach ihren individuellen Fähigkeiten können und werden sie auch in Arbeitsprozesse eingegliedert. So werden Ressourcen genützt ohne ausgenützt zu werden", sagt Andreas Jesse, Geschäftsführer bei autARK. Dafür nützt man auch die Angebote der beruflichen Integration bei autARK.

Teilnehmerin Elisa mit Strukturentwickler Stephan Drumel vom Land Kärnten
© Claudia Lux

Der Feldkirchner Bürgermeister Martin Treffner freut sich über die soziale Einrichtung in Feldkirchen, die bald ein Vorzeigeprojekt in Kärnten sein könnte, und stellte sich mit einem Angebot ein: "Wir stehen für eine weitere Zusammenarbeit bereit. So können wir uns durchaus vorstellen, den Klienten eine Arbeit anzubieten, etwa beim Stadtgarten oder im Wirtschaftshof. Das Modell bietet den Betroffenen wirklich Chancen für ihre Zukunft."

Gemeinsame Alltagsstruktur
© Claudia Lux

Wie Andreas Jesse, Geschäftsführer von autArK, erklärte, werde in der Tagesstruktur in drei aufbauenden Modulen gearbeitet: "Es geht um Aktivierung, Übung und Spezialisierung", so Jesse. Aktivierung bedeute die Vermittlung von Basiskompetenzen, Alltagskompetenzen und das Schaffen einer Tagesstruktur. "Übung heißt Arbeitstugenden erarbeiten und handwerkliche Fähigkeiten ausbauen. Beispielsweise bei der Mithilfe in der Werkstatt, bei der Haushaltsführung, oder beim gemeinsamen Einkaufen", erläuterte Jesse. "Modul 3 schließlich, Spezialisierung, bedeutet schon tatsächliche stundenweise Mitarbeit in einem externen Betrieb oder in einem geschützten Arbeitsbereich in der Region."

Firmen, die Interesse an einer Kooperation haben, bekommen bei autARK auch Hilfestellungen, Workshops und Beratung bei der Bereitstellung von inklusiven Arbeitsplätzen.