Lange wurde gerätselt: Welche Aufgaben hat IT-Experte Cornelius Granig bei der Aufarbeitung des Hackerangriffs auf das Land Kärnten? Was kostet er? Wie ist er zu diesem "Job" gekommen?

Eine Anfrage des Team Kärnten (TK) an Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bringt Licht jetzt ins Dunkel: Granig, er ist bei der Unternehmensberatungsfirma Grant Thornton unter anderem für Cybersecurity verantwortlich, ist nach Veröffentlichung gestohlener Daten "direkt an das Land herangetreten und hat (…) seine Unterstützung angeboten". So steht es in der Anfragebeantwortung.

Nach interner Abstimmung des Bedarfs habe Granig den Auftrag bekommen, zu großzügigen Konditionen, wie das Land findet. 290 Euro pro Stunde plus Umsatzsteuer und Reisekosten bekommt der IT-Experte. Damit liege er deutlich, auch im internationalen Vergleich, unter dem für einen Fachmann seines Rangs üblichen Stundensatz von 368 Euro, heißt es in Kaisers Antwort.

Granigs Einsatz ist mit maximal 150 Stunden begrenzt. Von diesen hat er bis Ende September 103,5 Stunden in Rechnung gestellt, also 30.015 Euro. "Dazu kommen Reisekosten für sechs Fahrten zu je 320 Kilometer sowie Barauslagen in der Höhe von 125 Euro." Die Rechnungen werden derzeit geprüft und, wenn sie in Ordnung sind, beglichen.

"BlackCat beobachten"

Granigs Aufgaben sind umfangreich: Dazu gehört "die persönliche Beratung des Herrn Landeshauptmanns und von ihm nominierter Personen", Teilnahme an Besprechungen des Krisenmanagementteams und "an Pressegesprächen im Zusammenhang mit der Cyber-Attacke". Der Steuerberger soll zudem das Amt der Kärntner Landesregierung "in der Kommunikation mit den involvierten Strafverfolgungsbehörden" unterstützen und die "Aktivitäten der Angreifergruppe BlackCat im Darknet" beobachten.

Darauf, ob russische Tätergruppen hinter dem Hackerangriff stehen, will sich Kaiser nicht einlassen: Es "handelte sich hierbei um die Ausführungen von Dr. Granig", daher müsse man diesen fragen. Auch dazu, ob sich Granig schon vor Jahren bei Kaiser um einen Top-Job im Umfeld des Landes beworben hat, bleibt der Landeshauptmann kurz angebunden: "Mehrfach wenden sich Personen mit unterschiedlichsten Bitten an mich. Mir ist nicht bekannt, dass Herr Granig einen der medial dargestellten Jobs erhalten hat."

Enorme Kosten

Bekannt sind die Kosten, die die Aufarbeitung des Hackerangriffs bisher verursacht haben: 373.973,50 Euro macht alleine der IT-Anteil aus, der unmittelbar entstandenen Schäden zuzuordnen ist.