An Josip Broz Tito kommt man im ehemaligen Jugoslawien bis heute nicht vorbei. In allen Ländern, die aus dem 1991 zerfallenen Staat hervorgegangen sind, hat der Machthaber Spuren hinterlassen. Tito-Biografen sind sich bis heute nicht einig darüber, über wie viele Residenzen der autokratisch regierende Machthaber verfügt hat. Es waren sicher Dutzende: ehemalige Paläste, neu errichtete Villen und mit Brijuni gleich eine ganze private Inselgruppe.

Sogar in New York stand für den geschickt zwischen Ost und West agierenden "Blockfreien" stets eine standesgemäße Unterkunft bereit. Wenn er sich in der Stadt aufhielt, stieg Tito in einer um 1905 mit viel Gold und Marmor errichteten Luxusvilla in der Fifth Avenue ab. Nach seinem Tod 1980 erbten die Nachfolgestaaten Jugoslawiens das 20.000 Quadratmeter große Gebäude mit 32 Zimmern, das auf der zum Central Park hin ausgerichteten Seite Fenster aus kugelsicherem Glas hat.

Die Villa in der Fith Avenue
© Tristan Harper/Douglas Elliman

Die Eigentümerstruktur gestaltete den Verkauf, auf den man sich schließlich einigte, schwierig. Ein damit betrauter Luxusimmobilienmakler aus New York musste über die Jahre hinweg fünfmal nach Europa fliegen, um mit Regierungsvertretern von Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien zu verhandeln. Am Markt pries er die Villa als "Juwel" mit einem seltenen Extra an: Ein "geheimer Raum" ist wie ein Faradayscher Käfig gebaut und daher absolut abhörsicher.

Ob der Käufer deshalb zugeschlagen hat, ist nicht bekannt. Nur so viel: Die Villa hat jetzt um 50 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt. Sie gehört nun einem Geschäftsmann aus London, der anonym bleiben möchte. Der Verkaufserlös wird unter den Nachfolgestaaten Jugoslawiens aufgeteilt. Slowenien darf sich laut Medienberichten über einen Anteil von 7,5 Millionen Euro freuen.