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Serie AufgeschlossenDas hat es mit der Tempeltür auf Schloss Eberstein auf sich

Mediziner Sigurd Hochfellner ist begeisterter Sammler. In seinem Schloss im Görtschitztal hat jedes einzelene Stück seinen Platz gefunden.

Schloss Eberstein Görtschitztal Kärnten
Schlossherr Sigurd Hochfellner mit seiner deutschen Dogge Ferdinand © KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Über einen holzvertäfelten Aufgang gehen wir in den ersten Stock. Oben angekommen zieht eine überdimensionale Holzskulptur die Blicke auf sich. Sie stellt drei Reiter auf einem Pferd dar. "Diese Skulptur habe ich aus Timor mitgebracht", sagt Sigurd Hochfellner, Herr auf Schloss Eberstein im Görtschitztal. Sie fand wie viele andere Reisemitbringsel ihren Weg in das Schloss. Platz gibt es ja genug. Schließlich ist das historische Haus 3500 Quadratmeter groß, zwei Drittel davon werden genutzt.

Wie neu sieht im großen Vorraum die aus Fichtenholz vertäfelte Decke aus. Sie besteht aus zahlreichen Sechsecken, die mit kunstvollen Strahlen aus Lärchenholz versehen sind. In der Mitte ist ein Wappen zu sehen. Der Hausherr bittet uns in ein Zimmer, in dem die blaue Tapete wunderbar mit den alten Möbeln harmoniert. In den dortigen Vitrinen sind wieder Reisesouvenirs zu sehen: unter anderem ein Kopfschmuck von den Philippinen und ein versteinertes Nashorn. "Meine Sammelleidenschaft kam mir zugute", sagt Hochfellner und öffnet die Tür zum Rittersaal mit neugotischer Kassettendecke. Der Saal war vor 29 Jahren, als der gebürtige Steirer das Haus erworben hatte, komplett leer. Heute sind darin ein Klavierflügel und diverse Möbeln platziert und Schwerter an den Wänden angebracht. Diese hatte Hochfellner einem Arbeitskollegen abgekauft. Die sechs großen Fenster lassen den Saal hell und freundlich wirken. "Im Sommer ist das hier mein Lieblingsplatz", sagt der 58-Jährige, der seit dem Vorjahr ärztlicher Leiter einer psychiatrischen Privatklinik in der Steiermark ist.

Serie Aufgeschlossen: Rundgang auf Schloss Eberstein

Die Grafen von Görz-Tirol waren im 12. Jahrhundert die Erbauer des Schloss. Die obere Burg ist heute nicht mehr erhalten.

KLZ/Helmuth Weichselbraun

Kunstvoll gefertigte Holzdecke im ersten Stock

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Zahlreiche Reisesouvenirs, wie diese Skulptur aus Timor, haben im Schloss ihren Platz gefunden.

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Das Schloss wurde im 19. Jahrhundert im Tudorstil umgebaut.

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Schlossherr Sigurd Hochfellner mit seiner deutschen Dogge Ferdinand

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Der Eingangsbereich

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Der Aufgang in den ersten Stock ist vertäfelt.

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Der Rittersaal

(c) Helmuth Weichselbraun

Das Kaminzimmer

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Dieser Kasten im Kaminzimmer wurde aus Kirchenbänken gefertigt.

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Dieser Schrank ist eines von wenigen Möbelstücken, die seinerzeit im Schloss verblieben waren.

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Beschlagene Tür

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Stiegenaufgang in zartem Hellblau

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Diese Tempeltür stammt aus Bali

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Großzügig gestalteter Bereich im ersten Stock

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"Standesgemäß": das Badezimmer

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Die Kapelle ist dem heiligen Georg geweiht. Die Malerei auf der linken Seite stellt ein Gesetz- und Gnadenbild dar.

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Sitzgruppe in der Küche. Im angrenzenden Raum befindet sich ...

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... das Esszimmer.

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Pfeilen aus Westneuguinea und Masken aus Bali begegnen wir auf dem Weg ins Kaminzimmer. Hier hält sich Hochfellner in den Wintermonaten sehr gerne auf. "Dieses Möbel ist besonders elegant", sagt der Schlossherr und weist auf einen großen kunstvollen Kasten. Er ist eines von wenigen Möbelstücken, die seinerzeit im Schloss verblieben waren. Er stammt aus Oberösterreich und wurde wohl von den Grafen von Starhemberg in Auftrag gegeben. Das eingearbeitete Wappen deutet darauf hin. Rechts neben der Tür, die wunderschöne Beschläge aus Metall zieren, steht ein weiterer Kasten. Ein Mann hatte vor vielen Jahrzehnten zur Miete im Schloss gelebt. "Er fertigte aus Kirchenbänken Kästen an. Wie diesen hier", sagt Hochfellner. Der Arzt erzählt, dass er einst über 100 Burgen und Schlösser besichtigt hatte, bis er zufällig auf das imposante Haus in Eberstein stieß. Mit Schloss Emmersdorf in Klagenfurt besitzt Hochfellner ein zweites Schloss. Dort ist seine Privatordination untergebracht.

Wir staunen nicht schlecht, als wir plötzlich vor einer vergoldeten und reich verzierten Tempeltür stehen. Diese hat Hochfellner aus Bali mitgebracht. Im Inneren des Raumes ist die einzige barocke Stuckdecke des Schlosses zu sehen. Immer wieder sind auf unserem Rundgang Geräusche zu hören. Wer denkt, dass es spukt, liegt weit daneben. Es ist Ferdinand, eine deutsche Dogge, die im Freien sehnsüchtig auf ihr Herrchen wartet und winselt.

Ein weiterer Raum ist der heiligen Afra gewidmet. "Sie war eine berühmte Schlossherrin", sagt Hochfellner. Das Zimmer schmückt ein großes Bild. Es zeigt Josef und Maria bei ihrer Flucht nach Ägypten. Früher hatte das Gemälde seinen Platz in der Kapelle. Auch diese dürfen wir besichtigen. Die Kapelle ist dem Heiligen Georg geweiht. Besonders stolz ist Hochfellner auf das Gesetz- und Gnadenbild, das er freigelegt hat. "Wenzel Aichler hat es 1562 gemalt. Es ist das größte Bildwerk aus der Protestantenzeit in Kärnten. Im Zuge der Gegenreformation wurde es übermalt", sagt Hochfellner und erklärt im Detail die einzelnen Bildelemente. In den Schlusssteinen im Gewölbe haben sich alle Meister, die hier tätig waren, verewigt. Die Buchstaben PS stehen für den Steinmetzmeister. Sein Name ist unbekannt. "Wir wissen aber, dass er 15 Kirchen im Großraum St. Veit gebauthat", sagt der Schlossherr.

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