Jetzt zum NachlesenTödlicher Bootsunfall: Schuldspruch für beide Angeklagten

Im Prozess am Landesgericht Klagenfurt um einen tödlichen Bootsunfall am Wörthersee ist das Urteil gefallen. Die beiden Angeklagten wurden wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen.

Heute dürfte ein Urteil fallen © Klz
 

19.52 Uhr. Prozess wurde beendet

Nach knapp neun Stunden Verhandlung wurde der Prozess mit der Urteilsbegründung beendet. Todor-Kostic kündigt Berufung an, Schuchlenz gibt keine Erklärung ab. Der Staatsanwalt kündigt ebenfalls Berufung gegen das Urteil des Erstangeklagten an. Die Urteile sind damit nicht rechtskräftig. Wir beenden den Ticker, vielen Dank fürs Mitlesen, schönen Abend noch.

19.39 Uhr. Das Urteil ist gefallen

Die beiden Angeklagten wurden wegen grob fahrlässiger Tötung bzw. fahrlässiger Tötung zu zehn Monaten unbedingt bzw. drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

19.27 Uhr. Der Angeklagte hat das Schlusswort

Der Erstangeklagte gibt sich in seinem Statement "erschüttert" über das heutige Verfahren. "Die Darstellung des Gutachters war völlig abstrus. Ich habe nicht gedacht, dass man die Wahrheit so verdrehen kann, um mir die Schuld zu geben", sagt der 45-Jährige.

19.19 Uhr. "Was hätte er tun sollen, wenn die Superwuzzis kommen?"

Der Anwalt des Zweitangeklagten sieht in seinem Plädoyer den Erstangeklagten in der Verantwortung. Dieser sei der eigentliche Bootsführer gewesen. Sein Mandant hätte keine Chance gehabt, den Unfall zu verhindern. "Was hätte er tun sollen, wenn die Superwuzzis kommen? Alle waren Freunde seines Chefs und er musste sich um sie kümmern. Hätte er sagen sollen: Heute fahren wir nur 30 km/h?", führt Schuchlenz aus. Hier müsse man realistisch bleiben.

19.02 Uhr. Plädoyer des Verteidigers

Laut Verteidiger Todor-Kostic liege es in der Natur der Sache, dass man in einem solchen Fall einen Schuldigen sucht. Es gehe um Alkohol, eine prominente Person und politische Interessen. Das Geschehen sei für alle Beteiligten schon traumatisch genug. Dem Staatsanwalt unterstellt Todor-Kostic einen "Beweisnotstand". Vom Richter erwartet er sich, dass dieser sich "nicht einspannen lässt". "Ich weiß, was die Öffentlichkeit fordert und welche Interessen es gibt", sagt Todor-Kostic.

18.37 Uhr. Plädoyer des Staatsanwaltes

Staatsanwaltschaft Pirker zeigt sich in seinem Plädoyer enttäuscht davon, dass beide Angeklagten jegliche Verantwortung von sich weisen. "So wie sich die beiden verteidigen, hat sich das Opfer letztendlich selbst getötet. Das war sicher nicht der Fall", sagt Pirker. Zudem spricht der Staatsanwalt von "Nebelgranaten", die heute während der Verhandlung von den Verteidigern geworfen wurden.

18.22 Uhr. Richter lehnt alle Anträge ab

Nach einer zehnminütigen Unterbrechung lehnt Richter Polak alle Anträge der Verteidigung ab. Somit dürfte es heute noch zu einem Urteil kommen.

18.04 Uhr. Verteidiger fordert Ortsaugenschein und Enthebung des Gutachters von seinen Pflichten

Aus Sicht der Verteidigung lässt das Gutachten von Prof. Steffan auch nach stundenlanger Befragung noch zahlreiche Fragen offen. Verteidiger Todor-Kostic fordert daher unter anderem einen Ortsaugenschein und neue Testfahrten mit fünf Personen an Bord. Das bedeutet nicht viel weniger als die Erstellung eines komplett neuen Gutachtens. "Es handelt sich dabei nicht um Schikane-Anträge", versichert er dem Gericht. Darüber hinaus sei aufgrund der "Mängel" eine Entbindung des Gutachters von seinen Aufgaben anzudenken. Vom Anwalt des Zweitangeklagten gibt es keine Einwände gegen den Gutachter.

17.38 Uhr. "Keine weiteren Fragen"

Ein viel erwarteter Satz ist gefallen. Nach stundenlangem Verhör gibt es nun keine Fragen mehr an den Gutachter. Die Verteidigung zeigt stattdessen zwei Videos, die den Angeklagten entlasten sollten.

17.31 Uhr. "Ich konnte ihn nicht aufhalten"

Der Angeklagte meldet sich zu Wort und schildert erneut den Unfallhergang aus seiner Sicht. Das Opfer habe ihm dermaßen wuchtig ins Steuerrad gegriffen, dass das verhängnisvolle Manöver nicht zu verhindern gewesen wäre. "Der Mandi war ein starker und kräftiger Typ. Ich konnte ihn nicht aufhalten", sagt der Angeklagte.

17.25 Uhr. Frage nach dem "Auswurfrisiko"

Auch über acht Stunden nach Prozessbeginn dreht sich noch immer alles darum, ob der Erstangeklagte aus dem Boot fallen konnte oder nicht. Für den Gutachter ist kein Szenario denkbar, in dem der Erstangeklagte aus dem Boot geschleudert wird und der Zweitangeklagte nicht. "Das Auswurfrisiko war für den Zweitangeklagten deutlich höher", sagt Steffan. Dieser ist - wie bekannt ist - an Bord geblieben.

16.47 Uhr. Prozessende nach hinten verlegt

Die Pause ist beendet. Jetzt kommt der Fragenkatalog. Ja, Sie haben richtig gelesen. Dabei handelt es sich um weitere Fragen der Verteidigung an den Gutachter. Diese wurden bereits vor dem heutigen Prozesstag übermittelt, aber noch nicht beantwortet. Das Ende des Prozesses wurde ursprünglich übrigens für 17 Uhr anberaumt. Der Termin wird wohl eher nicht halten.

16.25 Uhr. Entlastung für den Zweitangeklagten

Der Gutachter entlastet den Vertreter des damaligen Bootseigentümers (Zweitangeklagten). Für ihn sei es unmöglich gewesen, den zum Unfall führenden Powerturn zu verhindern. Weder beim Gas, noch beim Steuerrad. "Er hätte in seiner Position höchstes schreien können", sagt Steffan. Damit geht es erneut in eine Pause.

16.10 Uhr. Nächste Maßregelung des Richters

Der Auftritt des Angeklagten stößt bei Richter Polak auf wenig Gegenliebe. "Wenn Sie sich nicht zusammenreißen, werden wir eine andere Lösung finden müssen." Der 45-jährige Medienunternehmer entschuldigt sich: "Es tut mir leid. Die Ausführungen des Gutachters sind auch für mich sehr belastend."

16.04 Uhr. Schule statt Gericht

Die Situation erinnert an die Schule: "Was ist hier so erheiternd", fragt Richter Polak den lachenden Verteidiger Todor-Kostic. Staatsanwaltschaft Christian Pirker bezeichnet das Verhalten als pietätlos. Der Verteidiger entschuldigt sich. Weiter geht es wie gewohnt mit Fragen an den Gutachter.

15.57 Uhr. Angeklagter ändert seine Aussage

Bei der polizeilichen Befragung gab der Angeklagte an, er könne nicht genau sagen, ob er sich kurz vor dem Unfall erhoben hat oder nicht. Nun präzisiert er: "Das Opfer hat mir ins Steuerrad gegriffen und ich wollte ihn abwehren. Dabei habe ich mich erhoben. Meine Position war irgendwo zwischen Sitzen und Stehen", sagt der Angeklagte. Er habe sich auch vorgenommen, mit seinem Beifahrer zu schimpfen. "Leider ist er nicht mehr aufgetaucht."

15.51 Uhr. Prozess wird in die Länge gezogen

Man merkt, dass sich im Gerichtssaal eine gewisse Zermürbung breit macht. Fragen und dadurch auch Antworten ähneln jenen, die man auch schon am Vormittag gehört hat. Die Vermutung macht sich breit, dass die Verteidigung den Prozess künstlich in die Länge ziehen möchte. Es geht übrigens immer noch darum, ob der Angeklagte aus dem Boot fallen konnte oder eben nicht.

15.32 Uhr. Gutachter bleibt hart

Noch ist weiter kein Ende in Sicht. Gutachter Steffan hält aber allen Angriffen der Verteidigung stand. "Ich bleibe ausdrücklich bei all meinen im Gutachten getätigten Aussagen."

15.06 Uhr. Wetter zum Unfallzeitpunkt

Die Pause ist vorbei. Verlesen wurde ein meteorologisches Gutachten. Demnach habe es zum Unfallzeitpunkt weder Gewitter, noch Blitze, noch starken Wind gegeben. "Die Wellenbildung war daher lediglich mäßig, wie es auch von Zeugen ausgesagt wurde", heißt es.

14.49 Uhr. Verteidigung bittet um Pause

Jetzt ist die Sache wohl aus dem Ruder gelaufen. Verteidiger Todor-Kostic zieht die Reißleine und beantragt eine Pause.

14.45 Uhr. Privater Sachverständiger sorgt für Fassungslosigkeit bei den Angehörigen

Für die Angehörigen des Opfers waren die letzten Fragen nur schwer zu ertragen. Die Verteidigung will bei den Verletzungen des Getöteten weiter ins Detail gehen. Vom Gutachter muss erneut die massive Beschädigung der Schiffsschraube erwähnt werden, die dem Opfer die tödlichen Verletzungen zugefügt hat. Worauf der Sachverständige hinaus will, ist vielen im Saal nicht verständlich.

14.37 Uhr. Verteidigung zieht Verletzungen des Opfers in Zweifel

Jetzt ist Richter Polak beinahe der Kragen geplatzt. Die Verteidigung deutete an, dass die Verletzungen an den Armen des Opfers nicht so massiv waren, wie von der Anklage geschildert. "Jetzt reicht es mir bald. Der halbe Arm war weg. Ich kann Ihnen gern jedes einzelne Bild davon zeigen", hat Polak den Sachverständigen zurechtgewiesen. Der zog seine Frage daraufhin zurück.

14.26 Uhr. Keine Ruhe mehr im Gerichtssaal

Der nächste Infight der Gutachter. Diesmal weniger auf fachlicher und mehr auf emotionaler Ebene. "Sie können gern zu mir in die Vorlesung kommen, dann lernen´s das", sagte Gutachter Steffan in Richtung des Sachverständigen der Verteidigung. Dieser ließ nicht lange auf den Konter warten: "Hier wird so viel Unsinn geredet, ich werd langsam wahnsinnig."

14.15 Uhr. Ruhe im Gerichtssaal

Die neue Verteidigungslinie hat für Verwunderung im Gerichtssaal gesorgt. Nach ein paar Minuten der Stille zur Aktenrecherche sieht der Gutachter jedoch keinen großen Einfluss, den eine verstellte Sitzposition bewirkt hätte. "Das ein Auswurf des Lenkers über die Seitenscheibe passiert ist, wird dadurch nicht wahrscheinlicher", sagt Steffan.

13.59 Uhr. War der Sitz verstellt?

Die Verteidigung zieht ein Ass aus dem Ärmel. Laut Bildern sei ersichtlich, dass der Angeklagte während der Fahrt auf einer "Sitzerhöhung" gesessen hat. Dadurch wäre er um rund 22 Zentimeter höher gesessen als normal. Damit seien auch alle Expertisen und Berechnungen neu zu bewerten.

13.48 Uhr. Anwalt widerspricht erneut dem Gutachter

Die Verteidigung legt Bilder als Beweise vor. Damit will man die eigene Verteidigungslinie bekräftigen. "Es ist sehr wohl möglich, dass das Opfer während der Fahrt ins Lenkrad gegriffen hat und dabei gleichzeitig den Gashebel betätigt hat", sagt Todor-Kostic. Gutachter Steffan hat diesen Unfallhergang bisher ausgeschlossen.

13.38 Uhr. Hilfsmittel im Einsatz

Wo war das Boot? Wohin hat es sich bewegt? Wo war der Fahrer? Wie ist er ins Wasser gekommen? Um das zu erklären, braucht es anscheinend Hilfsmittel. Zur Visualisierung benutzt der Gutachter Handy und Kugelschreiber. Auch das sorgt für weitere Fragen auf Verteidigerseite. Der Gerichtssaal hat sich mittlerweile auch merkbar geleert.

13.25 Uhr. Die Fragenschlacht geht weiter

Wir sind zurück aus der Pause. Der Prozess geht weiter, wie er geendet hat: mit Fragen an den Gutachter. Ob es heute wie geplant noch zu einem Urteil kommt, wird mittlerweile von vielen Beobachtern bezweifelt.

12.15 Uhr. Pause beantragt

Das Gericht geht in die Mittagspause. Um 13.15 soll es mit weiteren Fragen weitergehen.

12.09 Uhr. Berufung dürfte zu erwarten sein

In einem Schlagabtausch mit dem Richter kündigt der Anwalt des Erstangeklagten bereits an, dass es im Falle eines Schuldspruchs seines Mandanten wohl zu einer Berufungsverhandlung kommen würde. "Vieles, was hier gesagt wird, kann nicht sein", sagt Todor-Kostic.

12.03 Uhr. "Ich wollte das Boot nicht versenken"

Mit immer wieder leicht süffisanten Aussagen sorgt Gutachter Steffan für Gelächter im Gerichtsaal. Warum er - wie von der Verteidigung vorgeworfen - gewisse Untersuchungen und Manöver nicht durchgeführt hat, erklärt er so: "Ich wollte das Boot nicht versenken."

11.46 Uhr. Mehr oder weniger sinnvolle Fragen

Das technische hin und her der Gutachter zieht sich. Häufig werden dieselben Fragen gestellt. Richter Polak drängt auf ein Ende. "Was sie erneut fragen, habe sogar ich schon verstanden. Das bringt uns nicht weiter."

11.27 Uhr. Schlagabtausch der Techniker

Auch die Verteidigung hat zwei Sachverständige geladen. Sie werfen Steffan einen "saloppen Umgang mit Gewichten vor". Tankfüllung und Gewicht der Insassen seien nicht genau berücksichtigt worden. Laut Steffan mache es keinen Unterschied, ob eine Person mehr oder weniger im Boot sitze. Er selbst hat übrigens 105 Kilo, wie er angibt.

11.19 Uhr. Der Gutachter schlägt zurück

Sowohl als Fahrer als auch als Beifahrer sei Todor-Kostic auf unzähligen Ausfahrten am Wörthersee dabei gewesen. Dabei sei es immer wieder vorgekommen, dass sich Boote stark geneigt hätten. "Ist dabei auch jemand aus dem Boot gefallen", kanzelt der Gutachter Todor-Kostic ab und beendet die Befragung. Gelächter aus dem Publikum inklusive.

11.14 Uhr. "Solche Powerturns fahrt niemand"

Anwalt Todor-Kostic bringt seine eigenen Erfahrungen als Bootslenker in den Prozess ein. Er sei oft mit dem Boot am Wörthersee unterwegs. "Solche Powerturns wie auf ihren Videos fährt dort niemand. Ich auch nicht", sagt Todor-Kostic und stellt damit die Berechnungen des Gutachters in Zweifel.

11.07 Uhr. Dem Richter wird es langsam zu viel

Die wiederholten und gleichlautenden Fragen von Todor-Kostic sorgen für ein Einschreiten des Richters. "Man kann keine fiktive Neigung des Bootes festsetzen. Bei einem Verkehrsunfall sagen wir auch nicht: Was ist, wenn das Auto durch die Luft schwebt", sagt Polak leicht genervt. Ebenfalls leicht genervt vom Vorgehen von Todor-Kostic zeigen sich auch der Zweitangeklagte und dessen Anwalt.

11.03 Uhr. Anwalt widerspricht Gutachter

"Lassen´s mich Fragen", erklärt Todor-Kostic dem Anwalt des Zweitangeklagten, Georg Schuchlenz, wer jetzt das Wort hat. Er hält dem Gutachter vor, dass es mehrere Zeugen außerhalb des Bootes gibt, die eine starke Querneigung des Bootes bezeugen würden. Gutachter Steffan bleibt dabei, dass das nicht nachvollziehbar sei und darüber hinaus auch keine Rolle für die Bewegung der Insassen spielen würde. "Ich bleibe bei meinen getätigten Aussagen."

10.54 Uhr. Fragen an den Gutachter

Nach einer Unterbrechung geht es mit Fragen an den Gutachter weiter. Anwalt Todor-Kostic bemängelt, dass es keine Messfahren gegeben habe, die eine Neigung des Bootes beachtet hätten, wie sie von Zeugen ausgesagt wurde. "Wir haben viele Fahrten mit extremen Wendemanövern durchgeführt. Bei keiner dieser Fahrten ergab sich eine größere Seitenneigung als jene, die wir den Simulationen zugrunde gelegt haben", sagt Steffan. Die Zeugenaussagen könne sich Steffan auf Nachfrage von Todor-Kostic mit unterschiedlichen Wahrnehmungen erklären. "Wenn man unkoordiniert durch das Boot fliegt, ist es schwer zu sagen, ob die Kraft durch Fliehkraft oder Bootsneigung zustande kommt", sagt Steffan

10.29 Uhr. Wie kommt der Fahrer aus dem Boot?

Laut Gutachter gebe es dafür nur eine Möglichkeit. Er sei über den vorderen Bereich des Bootes einfach ausgestiegen und ins Wasser gesprungen. Die Dauer dafür würde laut Test rund vier Sekunden betragen. Nachsatz: "Eine Beweiswürdigung steht mir hier aber nicht zu." Damit wurde die Präsentation beendet. Es gibt eine kurze Pause.

10.14 Uhr. Kopfschütteln beim Angeklagten

Ein Satz, der noch von großer Bedeutung sein kann: "Wenn der Bootslenker hinter dem Steuer gesessen ist, ist es nicht nachvollziehbar, dass er aus dem Boot geschleudert wurde", sagt Gutachter Steffan. Der Erstangeklagte und Anwalt Todor-Kostic schütteln den Kopf. Die Ausführungen widersprechen der Verteidigungslinie massiv. Laut Verteidigung sei der Angeklagte nämlich ebenfalls aus dem Boot geschleudert worden.

10.09 Uhr. Zwischenruf des Anwalts

Anwalt Todor-Kostic kann den Expertisen des Gutachters weiter nichts abgewinnen. "Das hat mit dem Unfall nichts zu tun", unterbrach er die Präsentation. Sehr zum Missfallen von Richter Polak: "Wenn der Sachverständige etwas präsentiert, dann sollen wir ihn das auch lassen. Es wird hier keine Diskussion geben."

10.05 Uhr. Zehn Sekunden bis zum Tod

Gutachter Steffan beruft sich bei seinen Ausführungen auch auf den Gerichtsmediziner. Laut Obduktion sei das Opfer rund zehn Sekunden, nachdem es über Bord gegangen ist, von der Schiffsschraube tödlich verletzt worden.

Tödlicher Bootsunfall: Urteil für heute erwartet

9.55 Uhr. Wie haben sich die Insassen bewegt?

Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr konnte das Verhalten der Insassen nicht bei den Testfahrten rekonstruiert werden. Das Risiko wäre laut Gutachter zu groß gewesen. Die Bewegungen der einzelnen Personen an Bord des Unfallbootes wurde daher simuliert.

9.45 Uhr. Reihe von Testfahrten durchgeführt

Powerturns mit und ohne Umkehrschub wurden vom Gerichtsgutachter durchgeführt. Die Geschwindigkeit belief sich bei den Testfahrten auf bis zu 60 km/h. Video davon werden vor Gericht präsentiert. Sie sollen Rückschlüsse auf die Fahrweise des Erstangeklagten liefern.

9.40 Uhr. Massive Verletzungen

Nach dem Unfall seien massive Verformungen am Propeller gefunden worden. Alle drei Flügelblätter seien auf der Hinterseite verformt. Bestätigen würden das die Verletzungen des Opfers. "An den Verletzungen sieht man, dass Teile des Körpers von einem der Blätter durchgeschnitten wurde", sagt Steffan.

9.36 Uhr. Gutachter mit Powerpoint-Präsentation

Gerichtsgutachter Hermann Steffan unterlegt seine Aufführungen mit einer Powerpoint-Präsentation. Das Unfallfahrzeug handelt es sich um ein Boot vom Typ „Malibu“, zugelassen für zehn Personen.

9.15 Uhr. Erster Angriff auf Gutachter

Anwalt Todor-Kostic bringt den ersten Antrag ein. Dabei kritisiert er den Gerichtsgutachter massiv. "Die bisher vom Sachverständigen erstatteten Befunde und Gutachten sind sowohl in formeller als auch materieller Hinsicht mangelhaft", heißt es. Die Aussagen seien oberflächlich und wichtige Zeugenaussagen wurden zulasten des Erstangeklagten ignoriert. Zudem sei eine mögliche Befangenheit des Gutachters zu prüfen.

9.07 Uhr. Richter kündigt Video an

Vor Gericht gezeigt sollte heute auch ein Video werden, das das mutmaßliche Fahrverfahren des Angeklagten zeigen soll.

9 Uhr. Großes Medieninteresse

Wie schon am ersten Prozesstag herrscht auch heute ein großes Interesse. Der Angeklagte und sein Anwalt Alexander Todor-Kostic haben Platz genommen. Der große Schwurgerichtsaal im Landesgericht ist gefüllt. Zahlreiches Kamerateams sind vor Ort. Richter Matthias Polak eröffnet die Verhandlung.

8.45 Uhr. Was bisher geschah

Dem Erstangeklagten – er war Manager in einem österreichischen Medienunternehmen – wirft die Staatsanwaltschaft grob fahrlässige Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit vor. Er hat am 2. Juni 2017 betrunken das Motorboot gelenkt. Die Höchststrafe beträgt im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft.

Der zweite Angeklagte ist ein Kärntner (33). Er war als Vertreter des Bootsbesitzers an Bord. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung verantworten. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung.

 

 

Kommentare (11)

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betasystems
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Unbegreiflich

Bei der ganzen Tragik ist es beschämend, dass sich der Erstangeklagte nicht sofort SCHULDIG bekennt und sich bei den Hinterbliebenen seines ehemals besten Freundes öffentlich entschuldigt!
Für mich als Motorbootfahrer ist die Verteidigung eine Beleidigung des Gerichts - zum fremdschämen!

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ronny999
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Recht und Gerecht?

Heute wird bei einem Schuldspruch jeder Alkohollenker bei einem Unfall mit Todesfolge unbedingt verurteilt und muss sitzen gehen - dies ist auch richtig! Hier fährt jemand besoffen ein hunderte PS schweres Motorboot und macht noch einen Fehler der haarsträubend ist, wobei jemand getötet wird und bekommt 9 Monate bedingt. Dies versteht niemand - es versteht aber auch niemand, dass derjenige in einem staatsnahen Betrieb noch Aufsichtsrat ist - dies gibt es nur in Österreich.

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CuiBono
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@ronny999

Danke.
Auch meine Meinung.

Wie so oft in diesem Land - manche sind gleicher.

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koko03
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Wer ist ..

der Angeklagte ?

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ctsch
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Bin gespannt

Ob wieder mal Vit B im Spiel ist.

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voit60
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Kann schon sein,

Dass man dem schwarzen Politguenstling behilflich sein wird. Ist ja nach dem ORF auch wo versorgt worden.

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cockpit
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der soll zu seiner Verantwortung stehen

!

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voit60
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Gut

Dass der nicht im ORF das geworden ist, was er wollte

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burgring0
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Ich bin sehr gespannt

... ob sich der Anwalt des (prominenten) Angeklagten oder das Recht durchsetzt.

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pink69
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wenn

das durchgeht und der Richter nach dem was hier der Anwalt des Angeklagten behauptet entscheidet , dann ist dies das größte Fehlurteil das es jemals gegeben hat. Der SV hat zu 100% Recht, da gibt es nichts zu rütteln...

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calcit
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Ach, das ist ja reine Taktik...

...ich hab das bei Gerichtsverfahren mehrfach erlebt, dass Anwälte Zeugen und SV mit allen Mittel attackieren um diese unglaubwürdig vor dem Richter erscheinen lassen. Die Frage ist halt nur das wie, es gibt Anwälte die machen das auf rein fachlich, sachlicher Ebene, es gibt auch einige die untergriffig agieren. Aber das muss man als SV aushalten - Rechtsanwälte sind nur ihrem Mandanten verpflichtet und dürfen defakto alles...

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