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Kulturerbe?UNESCO nimmt jetzt Kärntner Volksfeste unter die Lupe

Wiederentdeckung des Ursprünglichen. Die großen Kärntner Volksfeste wollen gemeinsam „Immaterielles Kulturerbe“ werden – und haben gute Chancen.

© Helmuth Weichselbraun
 

Die Dimensionen erfordern schon einen Taschenrechner: 1782 Jahre beurkundete Tradition, mehr als eine Million fröhliche Besucher und geschätzte 50 Millionen Euro Umsatz. Gemeinsam stellen die Mitglieder der „Interessengemeinschaft (IG) Kärntner Volksfeste“ die größte heimische Bühne für Brauchtum im ursprünglichen Sinn ebenso wie im Wandel der Zeit.

Der Villacher Kirchtag, der Bleiburger und St. Veiter Wiesenmarkt sowie der Kolomonimarkt in Wolfsberg sind - zum Glück - weit davon entfernt, „bedroht“ zu sein. Dennoch streben die IG-Mitglieder nun eine Art Schutz an, der vor allem inhaltlicher Natur sein soll. Sie bewerben sich im Paket um die Aufnahme in das von der UNESCO geführte Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich.

Die exklusive Liste ist „gelebten Traditionen“ vorbehalten. Aus Kärnten finden sich darauf zum Beispiel die Bleiberger Knappenkultur, die Ferlacher Büchsenmacher, die Lesachtaler Brotherstellung und das Weitensfelder Kranzlreiten. Hat ein Brauch über die Grenzen eines Landes hinaus Bedeutung, kann er zusätzlich international anerkannt werden und zählt dann zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.

Die Initiative für den Antrag bei der UNESCO kam vom Villacher Kirchtag. Historisch gesehen ist er das jüngste Mitglied der „IG Kärntner Volksfeste“, er wird 2018 erst zum 75. Mal gefeiert. „Wir alle pflegen das Brauchtum des Alpen-Adria-Raumes. Deshalb haben wir uns für eine gemeinsame Bewerbung entschieden“, sagen Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser, die Obfrau des Villacher Kirchtagsvereins ist, und Bürgermeister Günther Albel (beide SPÖ). Sie wissen damit eine breite Mehrheit hinter sich - auch politisch: Das Kulturerbe-Thema brachte erstmals ÖVP-Stadtrat Peter Weidinger zur Sprache, übrigens in der Kleinen Zeitung.

Umzug: Großes Finale eines heißen Villacher Kirchtags

„Das Brauchtum ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den Mittelpunkt der Volksfeste gerückt“, hat der St. Veiter Vizebürgermeister und Marktreferent Rudi Egger (ÖVP) beobachtet. „Die Besucher kommen wieder in Tracht.“ Wie Bürgermeister Gerhard Mock (SPÖ), betont er die besondere historisch bedingte Regionalität des St. Veiter Wiesenmarktes, der heuer zum sage und schreibe 656. Mal stattfindet. „Bis heute sind bei uns Standler aus der ganzen ehemaligen Donaumonarchie vertreten, von Ungarn über Triest bis Südtirol.“

Bleiburger Wiesenmarkt: Eröffnung und Umzug

Die Wies'n ist offiziell eröffnet

Die Freyung wurde traditionell vom Grenzlandheim über den Hauptplatz zum Marktgelände getragen.

Markus Traussnig

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Das Wetter hat gehalten, während des ganzen Umzuges fiel kein Tropfen Regen.

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Tradition auf der einen, Party auf der anderen Seite: Das war auf Volksfesten schon immer so. „Beim Feiern verbinden sich alt und neu“, sagt der Bleiburger Bürgermeister Stefan Visotschnig (SPÖ). Wenn es um die Ausstellern am Wiesenmarkt geht, setzt er allerdings klare Prioritäten. „Da steht das Traditionelle im Vordergrund.“ Mehr als 120.000 Besucher hat man heuer in Bleiburg gezählt. Visotschnigs Bilanz deckt sich mit den Erfahrungen der anderen IG-Mitglieder. „Es gibt kaum Zwischenfälle. Unsere Volksfeste laufen immer sehr ruhig ab. Auch das ist ein Qualitätsmerkmal.“

Vielleicht wirkt da die Geschichte nach. In der 1777 verfassten Proklamation, die bei der Eröffnung des Kolomonimarktes in Wolfsberg bis heute verlesen wird, steht neben den gewährten Rechten, dass sich „Fremde“ ebenso wie Einheimische „vor aller Arglist, Betrug und Hintergehung des Nebenmenschen umso genauer hüten werden“. Der Grund ist ebenfalls angeführt: „Weil man all diese Unfüge und Ungerechtigkeiten sowohl als auch Raufhändel, besonders aber die Dieb- und Beutelschneidereien, welche sich binnen diesen Jahrmarktstagen sehr oft zu ereignen pflegen, auf das Schärfste bestrafen wird.“

Mit gleich zwei traditionellen Märkten, dem Schönsonntag-Markt am Wochenende nach Fronleichnam und dem Kolomonimarkt im Herbst, ist Wolfsberg Spitzenreiter. Für das immaterielle Kulturerbe bewirbt man sich im Rahmen der „IG Kärntner Volksfeste“ mit dem Kolomonimarkt. „Er findet seit 1588 immer zum gleichen Zeitpunkt statt“, erklären Stadtwerke-Geschäftsführer Dieter Rabensteiner und Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ). Brauchtum ist dabei eine neuer alter Schwerpunkt - zur Eröffnung gibt es seit einigen Jahren wieder einen Umzug.

Mit von der Partie sind dabei natürlich Trachtenträger aus St. Veit, Bleiburg und Villach. Nicht nur zum Erfahrungsaustausch innerhalb der IG, wie man offen zugibt. Es geht auch ums Feiern.

Die vier großen Volksfeste

656. St. Veiter Wiesenmarkt: 30. September bis 9. Oktober 2017

In St. Veit sind bald wieder Ferien - inoffizielle. Denn am letzten Samstag im September beginnt der Wiesenmarkt, die „fünfte Jahreszeit“. Alles spielt sich dann zehn Tage lang auf dem Rennbahngelände mitten in der Stadt ab. Herzog Rudolf IV. hat 1362 kleinere Jahrmärkte um den Michaeli-Tag zu einem großen geeint - der Grundstein für St. Veits Aufstieg zur Stadt und für einen der ältesten Märkte Österreichs. Mit vielen Investitionen hat man in den vergangenen Jahren erfolgreich die Qualität des Festes verbessert.

428. Kolomonimarkt: 13. bis 16. Oktober 2017

Der Kolomonimarkt ist nach dem heiligen Koloman benannt, einem irischen Wanderprediger, der 1012 auf einer Pilgerreise ins Heilige Land gefangen genommen und hingerichtet wurde. „Sein“ Markt in Wolfsberg findet heuer zum 428. Mal statt. Erste Zeugnisse für Jahrmärkte in der Gegend gibt es aus dem Jahr 1490. Damals wurde noch mitten in der Stadt gehandelt. Seit 1974 wird auf dem heutigen Marktgelände in Kleinedling gefeiert und gefeilscht. Jährlich kommen rund 70.000 Besucher und 200 Aussteller.

75. Villacher Kirchtag: 29. Juli bis 5. August 2018

Der 1936 unter anderem vom karitativen Traditionsverein Bauerngman ins Leben gerufene Villacher Kirchtag ist das jüngste Kärntner Volksfest. Acht Tage lang wird Anfang August gefeiert, als Bühne dient die historische Altstadt. In den vergangenen 15 Jahren sind dabei immer mehr Kulinarik und Brauchtum in den Mittelpunkt gerückt. In der Kernzone darf zum Beispiel nur echte Volksmusik „unplugged“ (also ohne Verstärker) gespielt werden. Höhepunkt ist ein Trachtenfestzug mit mehr als 3000 Teilnehmern.

625. Bleiburger Wiesenmarkt: 31. August bis 3. September 2018

Das größte Volksfest Südkärntens hat seinen Ursprung in der Not: Um der wirtschaftlich angeschlagenen Stadt Bleiburg zu helfen, verlieh ihr Herzog Albrecht 1393 das Recht, einen Markt abzuhalten. Stadtrichter Hanns Katschnik setzte 1428 einen Vertrag auf, der die Nutzung zwischen der Stadt und jeweiligen Besitzer der Marktwiese regelt. Der Vertrag, er gilt heute noch, ist einer der ältesten Europas. Zum Bleiburger Wiesenmarkt kommen rund 100.000 Besucher, viele aus Slowenien und Italien, und 340 Aussteller.

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