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Bleiburg, KlagenfurtWiderstand gegen umstrittene Prozession Tausender Kroaten

15.000 Teilnehmer werden Samstag auf dem Loibacher Feld erwartet, beim Gedenken an das "Massaker von Bleiburg" im Mai 1945. Gegner sehen "größten Neonazi-Aufmarsch Europas" und fordert Verbot des Treffens.

Das Gedenken an das „Massaker von Bleiburg“ ist als Veranstaltung der kroatischen Kircheangemeldet
Das Gedenken an das „Massaker von Bleiburg“ ist als Veranstaltung der kroatischen Kirche angemeldet © KATZ
 

Sie ist vermutlich die größte, sicher aber die umstrittenste kirchliche Veranstaltung in Kärnten: das Gedenken an das „Massaker von Bleiburg“. Jedes Jahr Mitte Mai – heuer ist es Samstag, der 13. Mai – kommende Tausende Menschen, zum Großteil Kroaten, auf das Loibacher Feld bei Bleiburg. Sie gedenken jener kroatischen Soldaten, darunter viele Mitglieder faschistischer Ustaša-Truppen, die im Mai 1945 vor Ort getötet worden sind, oder von britischen Besatzern an Jugoslawien ausgeliefert und dort ermordet worden sind.

Die Veranstaltung der katholischen Kirche Kroatien, als solche ist sie angemeldet, beginnt mit einer Messe am Friedhof Loibach, danach führt eine zwei Kilometer lange Prozession zur Gedenkfeier auf das Loibacher Feld. Rund 15.000 Teilnehmer werden heuer erwartet.

Für Martin Diendorfer von der Initiative „Aufbruch Kärnten/Koroška“ ist es „Europas größter Neonazi-Aufmarsch“. Er und Vertreter von 21 Organisationen fordern von Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) die Veranstaltung zu verbieten. Wenn nicht, wolle man nächstes Jahr in Bleiburg dagegen demonstrieren.

Diese so genannte Gedenkveranstaltung ist einer der größten Aufmärsche von Neonazis aus Europa. 

Martin Diendorfer

Ein Verbot durch das Land wird es aber nicht geben. „Kann es nicht“, sagt Kaiser. Das Treffen unterliege nicht dem Kärntner Veranstaltungsgesetz. „Es ist eine Veranstaltung der kroatischen Kirche auf Privatgrund“, sagt Kaiser. Sehr wohl gibt es, wie jedes Jahr vor und während des Treffens strenge Kontrollen geben.

Die hätten – so Helmut Mayer, Chef des Landesamtes für Verfassungsschutz dazu geführt, dass es kaum Einsätze gibt, auch nicht wegen Wiederbetätigung. Und Ustaša-Symbole seien in Kärnten nicht verboten, so Mayer. „Zudem haben die Organisatoren ein großes Interesse daran, dass die Veranstaltung ohne Zwischenfälle abläuft.“

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