Verlängertes Wochenende: Erhöhte Unfallgefahr für Motorradfahrer
Nach mehreren Motorradunfällen in Kärnten warnt VCÖ: Obwohl auf Österreichs Straßen vergleichsweise wenig Motorradfahrer unterwegs sind, verunfallen sie häufig.

Am Wochenende kam es in Kärnten zu einer Serie von Motorradunfällen, sechs Menschen wurden verletzt, ein 29-jähriger Steirer verstarb nach einem Motorradunfall im Twimberger Graben (Bad St. Leonhard) noch an der Unfallstelle.
Eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass in den vergangenen fünf Jahren in Kärnten 36 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Damit war jeder fünfte bei einem Verkehrsunfall tödlich Verunglückte in Kärnten ein Motorradfahrer. Am kommenden verlängerten Wochenende ist wieder mit mehr Motorradfahrern zu rechnen. Der VCÖ ruft zu verstärkter Aufmerksamkeit auf. Zudem spricht sich der VCÖ für verstärkte Tempokontrollen aus. Zu hohes Tempo sei die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle.
Viele schwere Unfälle
Obwohl Motorräder an der Verkehrsleistung einen geringen Anteil haben, ist ihr Anteil bei den Unfällen hoch. Der VCÖ weist darauf hin, dass zwischen 2010 und 2014 auf Kärntens Straßen 36 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, 1.640 Motorradfahrer wurden - zum Teil sehr schwer - verletzt. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass in den vergangenen fünf Jahren jeder fünfte tödlich Verunglückte ein Motorradfahrer war. Im Vorjahr war sogar jeder dritte Verkehrstote ein Motorradfahrer.
"Das tödliche Verletzungsrisiko beim Motorradfahren ist groß: Die Geschwindigkeit ist so hoch wie beim Auto, aber es gibt keinen schützenden Blechmantel. Umso wichtiger ist es, mit großer Aufmerksamkeit zu fahren, Tempolimits einzuhalten und keine riskanten Überholmanöver durchzuführen", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Der VCÖ betont, dass auch von den anderen Verkehrsteilnehmern erhöhte Aufmerksamkeit gefordert sei. Denn viele Motorradfahrer verunglücken auch wegen der Unachtsamkeit anderer Kfz-Lenker.
Tempo 80 auf Freilandstraßen
Der VCÖ spricht sich zudem für verstärkte Tempokontrollen aus. Und da viele schwere Motorradunfälle auf Freilandstraßen passieren, seien auch insgesamt verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen bei Freilandstraßen nötig. So könne mit einer Herabsetzung des Tempolimits von 100 auf 80 km/h die Verkehrssicherheit auf den Freilandstraßen erhöht werden.
Im Bundesländer-Vergleich weist Niederösterreich die höchste Anzahl von tödlichen Motorradunfällen auf, wie die VCÖ-Analyse zeigt. In Niederösterreich starben zwischen 2010 und 2014 96 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen. Kärnten weist nach Niederösterreich, Steiermark, Oberösterreich und Tirol die fünfthöchste Opferzahl auf. Die niedrigste Opferzahl hat Vorarlberg, wo im fünfjährigen Zeitraum sieben Motorradfahrer tödlich verunglückten.
MICHAELA PRAPROTNIG