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Streit beigelegtKonditor verweigerte Geburtstagskuchen für Transgender

Eine Transgender-Frau hatte einen Kuchen bestellt, der innen rosa und außen blau sein sollte. Damit wollte sie sowohl ihren Geburtstag als auch den siebten Jahrestag ihrer Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau feiern.

Sujetbild © Ruth Black - Fotolia
 

Der US-Konditor Jack Phillips und der Bundesstaat Colorado haben ihren Rechtsstreit um einen verweigerten Geburtstagskuchen für eine Transgender-Frau beigelegt. Colorados Generalstaatsanwalt Phil Weiser erklärte, beide Seiten seien übereingekommen, dass es das Beste für alle sei, den Fall nicht weiterzuverfolgen. Demnach tragen beide Seiten jeweils ihre bisherigen Anwaltskosten.

Die grundlegenden verfassungsrechtlichen Fragen, die der Fall aufwerfe, müssten anderweitig geklärt werden.

Der Inhaber der Konditorei Masterpiece Cakeshop in Denver hatte sich wegen einer Hochzeitstorte für ein schwules Paar, die er wegen seines christlichen Glaubens nicht backen wollte, bereits einen jahrelangen Rechtsstreit mit den Behörden geliefert. Im vergangenen August verklagte er dann den US-Staat Colorado im Streit um eine Geburtstagstorte für eine Transgender-Frau.

Autumn Scardina hatte im Juni 2017 einen Kuchen bestellt, der innen rosa und außen blau sein sollte. Damit wollte sie sowohl ihren Geburtstag als auch den siebten Jahrestag ihrer Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau feiern. Nachdem Phillips den Auftrag aus religiösen Gründen ablehnte, reichte Scardina Beschwerde bei der Bürgerrechtskommission des Staates ein.

Diese erklärte, die Beweise reichten aus, um eine Diskriminierungsklage Scardinas zu unterstützen. Zugleich forderte sie beide Seiten auf, sich gütlich zu einigen. Phillips zog daraufhin vor Gericht.

Schwulem Paar Torte verweigert

Im vergangenen Juni hatte der Konditor im Streit um die verweigerte Hochzeitstorte für das schwules Paar vor dem Obersten Gerichtshof der USA einen aufsehenerregenden Erfolg erzielt. Der Supreme Court hob mit sieben gegen zwei Stimmen eine vorherige Entscheidung der Bürgerrechtskommission von Colorado auf.

Diese hatte befunden, Phillips habe alle Kunden unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung zu bedienen. Nach Ansicht des Obersten Gerichts zeigte die Kommission dabei aber eine "klare und unzulässige Feindseligkeit gegenüber den ehrlichen religiösen Überzeugungen" des Konditors.

Entgegen vieler Erwartungen fällte das Oberste Gericht allerdings kein Grundsatzurteil dazu, inwieweit Dienstleistungen in der Geschäftswelt gegenüber Homosexuellen und anderen Gruppen aus religiösen Überzeugungen heraus verweigert werden dürfen.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

paulrandig
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Lesenswert?

Eine - wie üblich - ganz naive Frage:

Ja, viele Religionen verbieten Homosexualität, wie auch immer.
Gibt es aber eine einzige Religion, die das Tortebacken für Homosexuelle verbietet? Oder überhaupt das Anerkennen der Existenz Homosexueller?
Ich glaube, der Konditor fühlt sich vom gesellschaftlichen Fortschritt in die Enge getrieben, hat vielleicht sogar unbestimmte Ängste und wünscht sich einfach, mit diesem "Teufelszeug" nichts zu tun zu haben.
Was ich nicht verstehe: Wenn ich als Kund*in merke, jemand ist mit meinem Auftrag unzufrieden, sollte ich doch froh sein, dass er mir das geradeheraus sagt, damit ich mir jemand anderen suchen kann und er mir nicht vielleicht hinterrücks ein widerwillig minderwertig zusammengeschustertes Exemplar liefert. Wenn ich natürlich der Meinung bin, dass mich alle Welt rückhaltslos umschwärmen muss, nur weil ich ICH bin, kann ich mir das natürlich nicht gefallen lassen. Dann muss ich klagen.

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