WWF-BerichtWegen Corona landen noch mehr Lebensmittel im Müll

Immer noch landet ein Drittel unserer Lebensmittel im Müll. Corona hat Situation verschärft. Hauptproblem liegt bei privaten Haushalten.

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© (c) APA/GEORG HOCHMUTH
 

Rund 17 Prozent der verkauften Lebensmittel weltweit sind laut UNO 2019 im Müll gelandet: 931 Millionen Tonnen. Verluste bei Produktion oder entlang der Lieferketten sind hier noch gar nicht eingerechnet. Etwa eine Million Tonnen genießbarer Lebensmittel landen hierzulande im Müll. Konkrete Zahlen für unser Wegwerf-Verhalten im Coronajahr 2020 liegen nicht vor, einem Bericht des WWF zufolge hat die Pandemie die Situation allerdings verschärft. "Wir gehen davon aus, dass 2020 circa 30 Prozent mehr Abfälle im Biomüll landeten", sagt Olivia Herzog vom WWF Österreich.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich und liegen teils auf der Hand. Etwa, weil die Gastronomie vor den Lockdowns nicht genug Zeit hatte, um ihre Vorräte zu verwerten. Oder weil Importware zu spät geliefert wurde. "Auch die Weitergabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen funktionierte nicht mehr so gut, weil das häufig von Freiwilligen verrichtet wird, die dann nicht mehr verfügbar waren", ergänzt Herzog.

Der WWF zeigt aber nicht nur Probleme auf, sondern liefert Lösungsansätze mit: kürzere Lieferketten, mehr Regionalität und Vertriebswege diversifizieren. "Es gibt Landwirte, die fast ausschließlich die Gastronomie beliefern. Wenn die Wirte dichtmachen müssen, haben auch diese Bauern keinen Abnehmer mehr." Nun sei die Regierung am Zug, auch wenn "wir alle" Teil der Lösung sein müssen. Im WWF-Bericht wird gefordert, die vergeudeten Lebensmittel bis zum Jahr 2030 in Österreich zu halbieren.

Ein Ziel, das auch Abfallwirtschaftsexpertin Gudrun Obersteiner von der Universität für Bodenkultur mitträgt. Aufgrund mangelnder Daten könne man die Auswirkungen der Pandemie auf unser Wegwerfverhalten nicht klar bestimmen, aber "wir hoffen ja immer noch, dass das nur ein vorübergehendes Phänomen ist".

Während Handel und Gastronomie deutliche Fortschritte im Bereich der Abfallvermeidung erzielen konnten, liege das Hauptproblem bei privaten Haushalten. Erstens lasse sich hier schwerer ermitteln, um welche Mengen es geht, zweitens gebe es kaum Bewusstsein, was weggeworfene Lebensmittel betrifft. "Wenn Brot schimmelt, wird es weggeworfen, aber die wenigsten kaufen nächstes Mal weniger oder frieren einen Teil ein", klagt Obersteiner.

Kommentare (5)
Sam125
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Ich bin noch in einer Generation aufgewachsen,in der es noch als Sünde gesehen

wurde,wenn man auch NUR einen einzigen"Brotkrumen" wegwarf!Unseren älteren Kindern,sie sind 1984 und 1987 geboren,konnten wir das auch noch gut vermitteln,da die "Gesamtgesellschaft" weitgehendst auch noch diese Werte achtete!Bei unserem
2002 Geboren ist das schon ganz anders und er macht
uns manchesmal ganz schön Zornig wegen seiner überspitzten Ansichten in Bezug auf "vergammelte"Lebensmittel, was ihm aber bestimmt nicht von uns vermittelt wurde!Jedes Ablaufdatum muss passen und nur ganz leicht angeschlagene Banane,oder Äpfel wird nicht mehr angerührt,auch Milch und Joghurt usw.,das auch nur einen Tag über dem Ablaufdatum ist!Auch konnte ich Jahrelang in den Medien mitverfolgen,wie sie die"Wegwerfgesellschaft"stets unterstützten und erst seit ca.11/2Jahren wird Medial auf einmal daran erinnert,dass man abgelaufene Waren nicht gleich Entsorgen muss!Ja,so schaut es aus und bestimmt nicht nur bei mir zu Hause,denn auch ich finde,das Brot(Lebensmittel) wegzuwerfen eine Sünde ist!

zweigerl
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Verkaufs- und Verwertungskettenspflicht

Supermärkte sollten nicht nur dazu angehalten werden, sparsame Verkaufsketten zu organisieren, indem sie beispielsweise Verderbliches kontingentieren und die Restmengen an den Mann bringen - sie sollten auch endlich dazu verpflichtet werden, nachdem sie die lokalen Nahversorger umgebracht haben, Sammelstationen für diesen ganzen Verpackungswahnsinn zu organisieren. Das wünschte ich mir auch von Möbelhäusern, Baumärkten usw. Bevor man einkauft, entsorgt man direkt beim Einkäufer den durch den früheren Einkauf angehäuften Müll. So gut die Wegwerfgesellschaft 2.0 -

Dr.B.Sonnenfreund
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Eier wegwerfen ? Nein !

Auf dem Symbolbild sind Eier im Müll abgebildet. Einerseits kaufe ich die Eier frisch ab Hof bei Bauern in der Nähe. Und auch früher, als ich Eier im Supermarkt gekauft habe, habe ich niemals auf ein Haltbarkeitsdatum geschaut, geschweige denn Eier deshalb weggeworfen. Als teilweise am Land aufgewachsener Mann weiß ich, dass Eier bei kühler Lagerung leicht und gut 2 Monate verwendbar sind.
Zur rohen Verarbeitung (Tiramisu, Topfencreme) verwende ich sie etwa 3 -4 Wochen. Noch nie wurde bei uns jemand wegen eines Eies krank, auch nicht wegen roh verarbeiteter . Auch Jogurt kann man teilweise Monate über das Mindesthaltbarkeitsdatum gut verwenden, Naturjogurt sogar ein halbes Jahr. Aufpassen sollte man bei Fleisch und Fisch. Jedoch abgepackte Wurst kann man gut noch ein paar Tage länger essen.

Guccighost
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Was die Supermärkte

Wegwerfen das ist Wahnsinn.

melahide
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Ja

Die Leute kaufen auch wie wahnsinnig weil sie alle Angst haben zu verhungern ...