Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

7000 Menschen in QuarantäneMittlerweile 730 neue Corona-Fälle bei Fleischkonzern in Deutschland

Erneuter Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies: Rund 730 Menschen, die im Bereich der Schweinezerlegung tätig sind, wurden mittlerweile positiv auf das Virus getestet.

Symbolbild. Wieder schlägt das Coronavirus in der Fleischindustrie zu.  © (c) Evgesha
 

Beim Fleischkonzern Tönnies in Nordrhein-Westfalen sollen nach Medieninformationen seit Wochenbeginn mehrere hundert Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden sein. Am Mittwochabend bestätigte das Unternehmen, dass mittlerweile 650 Mitarbeiter positiv getestet wurden. 7000 Menschen sind in Quarantäne.

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) trat am Mittwochnachmittag mit Tönnies vor die Presse, um sich zur Causa zu äußern. Tönnies entschuldigte sich für den Ausbruch. Man könne sich vorstellen, so ein Unternehmssprecher, dass der Ausbruch auf zunehmende Wochenendbesuche durch die gelockerten Reiseregelungen zurückzuführen sein könnten. Auch die niedrigen Temperaturen in den Verarbeitungshallen hätten eventuell einen negativen Effekt gehabt. Tönnies erklärte, dass man alles getan habe, um einen Ausbruch zu verhindern. Kritiker sagen allerdings, dass die Bedingungen in den Fleischfabriken nicht mit aktuellen Hygienemaßnahmen vereinbar seien.

Mittlerweile wurden Schulen und Kitas in Gütersloh bis zu den Sommerferien geschlossen, um den Infektionsherd in den Griff zu bekommen, erklärte der Kreis. Unter den Infizierten befänden sich demnach zahlreiche Mütter und Väter schulpflichtiger Kinder. Die Schließung trete bereits mit Donnerstag, dem 18.06.2020 in Kraft. Auch die Schließung des Werkes wurde verfügt. Die Produktion geht dennoch erstmal weiter, es wurden aber keine neuen Tiere angenommen. Erst wenn das vorhandene Fleisch, in Absprache mit dem Gesundheitsamt, fertig verarbeitet ist, soll es zu einem kompletten Shutdown der Fabrik kommen.

Frühere Ausbrüche in der deutschen Fleischindustrie hatten die Politik dazu bewegt, den oft prekären Anstellungsverhältnissen in der Branche ein Ende zu setzen. Das Gesetz, das Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischindustrie illegalisiert, tritt allerdings erst 2021 in Kraft.

 

Kommentare (15)

Kommentieren
zlatorog
1
11
Lesenswert?

Moderne Sklaverei

Diese Ausbeutung von Arbeitern aus ärmeren EU-Ländern unter menschenunwürdigen Bedingungen ist die moderne Variante des Sklavenhandels. Sie ist alltäglich hier unter uns (z.B. Erntehelfer oder BetreuerInnen). Eigentlich komisch, dass das zu keinen Mega-Protestmärschen führt!

kritiker47
0
3
Lesenswert?

Dieser Betrieb soll ja der Fleischdiktator

für große Teile Europas sein. Jetzt tut es ihnen leid für den Coronaausbruch. Bei solchen Verhältnissen muss das keine Überraschung sein, nicht wahr ? Zahlen tun den Reichtum dieser Firma die Bauern als Lieferanten und die kaufende Konsumentenschaft sowie billige MitarbeiterInnen aus dem Osten. Die Firma und die Handelsketten verdienen sich eine goldene Hose und verkaufen die Ware noch als heimisch, oder nicht ?

scaramango
1
14
Lesenswert?

Nachdem dieser Betrieb offenbar nichts aus den Ansteckungen der letzten Wochen gelernt hat,...

....würde ich als Deutscher Staat ihm die Kosten der nunmehr notwendigen Maßnahmen tragen lassen.

Warum soll für Unfähigkeit und Habgier eines Großkonzernes der Steuerzahler aufkommen!

Gute Besserung den betroffenen Menschen

Matthias-Pack
1
3
Lesenswert?

Fehler der Politik

Warum soll der Steuerzahler für dir Fehler von Politikern aufkommen?

scaramango
0
7
Lesenswert?

Nachdem dieser Betrieb offenbar nichts aus den Ansteckungen der letzten Wochen gelernt hat,...

....würde ich als Deutscher Staat ihm die Kosten der nunmehr notwendigen Maßnahmen tragen lassen.

Warum soll für Unfähigkeit und Habgier eines Großkonzernes der Steuerzahler aufkommen!

Gute Besserung den betroffenen Menschen

SoundofThunder
0
16
Lesenswert?

🤔

Woher kommen die Arbeiter? Aus Rumänien? Wurden die getestet? Abstände im Schlachthof (insbesonders Kantine)? Das ist kein kleiner Schlachthof sondern einer der größten in Deutschland wo täglich 2000 Schweine ihren letzten Weg gehen.

Peterkarl Moscher
0
17
Lesenswert?

Betrug

Die Sauerei passiert schon Jahrelang, Polnische, Rumänische
Arbeiter in Containerlagern ohne Überprüfung der
Gesundheit mit Akkordarbeit um 3.50 monatelang weg-
gesperrt und das alles unter der Aufsicht der Behörden!
Razzia in allen Großbetrieben dann schauen wir mal.
Zu Arzt können sie auch nicht gehen weil sie teilweise nicht
angemeldet sind , und das ist der richtige Betrug.

samro
7
13
Lesenswert?

klar

''Die Produktion geht dennoch erstmal weiter, es wurden aber keine neuen Tiere angenommen. Erst wenn das vorhandene Fleisch, in Absprache mit dem Gesundheitsamt, fertig verarbeitet ist, soll es zu einem kompletten Shutdown der Fabrik kommen.''

klar.
vielleicht werdens ja noch ein paar mehr.

Stratusin
5
39
Lesenswert?

Mit den offenen Grenzen,

kann man die Leute schön mit unseren durchmischen. Die Welle ist noch niedrig, hoffentlich wird es kein Tsuanami der sich das ausbreitet.

Hildegard11
2
53
Lesenswert?

Das sind wahre Verbrecher und Ausbeuter

Den Bauern wird alles verboten - hygienebedingt. Bürokraten geht heim!!!

gonde
4
36
Lesenswert?

Die Verantwortlichen sofort einsperren!

.

ingvier1977
17
2
Lesenswert?

Zu wenig,

Für einen Kinderschänder. Lebenslang hinter Gittern!!!

smithers
0
11
Lesenswert?

Was genau hat das mit Schweinezerlegung zu tun?

jaenner61
0
9
Lesenswert?

im falschen film?

kann es sein, dass sie nicht wissen wo die was antworten?

baumi1000
0
1
Lesenswert?

es ist in fast allen branchen das gleiche

kleine strukturen werden aufgrund von unsinnigen auflagen und überbordenter bürokratie zerstört -damit solche riesen betriebe entstehen und wenn etwas passiert dann betrifft es massenhaft tiere oder menschen
also die kleinen (normalen) betriebe erhalten und sollte bei denen was passieren dann betrifft es eine überschaubare menge