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Athen dementiert Medienberichte"Spiegel": Griechische Grenzschützer erschossen offenbar Migranten

Beim Versuch, die Grenze zwischen Türkei und Griechenland zu überwinden, soll ein Pakistaner von griechischen Grenzschützern erschossen worden sein. Der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas wirft der Türkei Desinformationskampagnen zu.

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© APA/AFP/BULENT KILIC
 

Internationale Rechercheteams haben nach Informationen des "Spiegels" den Vorwurf erhärtet, dass griechische Grenzschützer am 4. März an der Grenze zur Türkei einen Migranten erschossen haben. Damals hatten türkische Behörden berichtet, griechische Grenzschützer hätten einen Mann getötet und weitere verletzt.

Griechenland dementierte dies am Freitagabend. "Es ist nichts Neues, dass die Türkei Desinformationskampagnen durchführt", teilte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas in einer schriftlichen Erklärung mit. Es gebe, zwei Monate nach der Krise am Evros-Fluß, keine neuen Informationen. Petsas erinnerte an seine damalige Erklärung: "Es gibt keinen solchen Vorfall mit Schüssen von griechischen Beamten".

Die Türkei hatte damals die Grenzen zur EU für offen erklärt. Zahlreiche Migranten versucht daraufhin, nach Griechenland zu kommen. Der griechische Grenzschutz stellte sich dem entgegen. Eine dpa-Reporterin berichtete von Schüssen. Das Gouverneursamt der türkischen Grenzprovinz Edirne erklärte, Schüsse griechischer Grenzbeamter hätten einen Migranten getötet und weitere verletzt.

Ermittlungen sollen Wahrheit ans Licht bringen

Nun berichtet der "Spiegel", anders als von Athen dargestellt sei es sehr wahrscheinlich, dass von griechischen Sicherheitskräften scharf geschossen worden sei. Gemeinsame Ermittlungen mit den Rechercheteams Forensic Architecture, Lighthouse Reports und Bellingcat legten nahe, dass der Pakistaner Muhammad Gulzar beim Versuch, den Grenzzaun zu überwinden, von der Kugel eines griechischen Soldaten getroffen wurde.

Die Rechercheure hätten Augenzeugen befragt, offizielle Dokumente wie den Autopsiebericht sowie Fotos ausgewertet. Sie könnten nachweisen, dass Gulzar am 4. März an der Grenze griechischen Soldaten mit Gewehren gegenüberstand. Gulzar sei durch eine Kugel getötet worden, die zu den Schnellfeuergewehren der griechischen Soldaten vor Ort passe. Nach Athener Angaben hatten die Griechen damals Blendgranaten und Tränengas eingesetzt, um die Menschen zurückzudrängen.

Kommentare (1)

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freeman666
0
6
Lesenswert?

Den Spiegel als einzige Informationsquelle zu nutzen ist mutig!

Ist Claas Relotius in manchen Journalistenhirnen schon wieder ausgelöscht?
Aber wozu soll man auch nach der Wahrheit recherchieren, könnte ja einer reißerischen Schlagzeile abträglich sein?
Man nimmt einfach einen fremden Artikel - der möglichst ein hochsensibles Thema anspricht- fügt ein paar Wörter dazu und hofft damit in die Fußstapfen eines Pulitzers zu treten?

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