Tod der KamerafrauAlec Baldwin: "Wenn ich geschossen hätte, würde ich mich vielleicht umbringen"

Im ersten großen TV-Interview nach dem tragischen Tod der Kamera-Frau auf dem Film-Set hat der Schauspieler, der auf sie gezielt hatte, jegliche Verantwortung bestritten. Baldwin zeigte sich sehr emotional und weinte mehrmals.

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Alec Baldwin während des Interviews
Alec Baldwin während des Interviews © AP
 

Nach dem tödlichen Schuss auf die Kamerafrau Halyna Hutchins hat Alec Baldwin im gespannt erwarteten großen Interview mit dem US-Sender ABC jegliche Verantwortung abgestritten. Jemand sei für das Unglück verantwortlich. "Aber ich weiß, dass ich es nicht bin", sagte Baldwin in dem am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Gespräch: "Wenn ich mich verantwortlich fühlen würde, hätte ich mich vielleicht umgebracht."

Baldwin hatte am 21. Oktober während Dreharbeiten zum Western "Rust" offenbar versehentlich bei einer Probe die 42-jährige Kamerafrau Hutchins mit einer Requisitenwaffe erschossen. Auch Regisseur Joel Souza wurde an der Schulter getroffen und verletzt. Der Revolver war offenbar mit mindestens einer echten Kugel geladen worden.

Baldwin sagte nun, "die strafrechtlichen Ermittlungen sollten sich darauf konzentrieren, herauszufinden, wer scharfe Munition auf das Set von 'Rust' gebracht hat". Er habe "nichts zu verbergen". Der Schauspieler beschrieb im Interview den Vorfall im Detail. Ihm sei gesagt worden, dass die Waffe "kalt" sei - Fachjargon für eine Feuerwaffe, die keine scharfe Munition enthält. Er sei von Hutchins angewiesen worden, die Waffe in ihre Richtung zu richten, während sie sich darauf vorbereitete, die Szene zu drehen. Den Abzug selbst habe er nicht betätigt. "Ich ließ den Hahn los. Peng. Die Waffe geht los", sagte er. "Alle sind entsetzt. Sie sind schockiert. Es ist laut", beschrieb er die Reaktionen der Umstehenden.

Baldwin sagte, er habe zunächst geglaubt, Hutchins sei ohnmächtig geworden oder habe einen Herzinfarkt erlitten. Erst Stunden später, nach einem langen Polizeiverhör, habe er erfahren, dass sie mit einer scharfen Kugel getötet worden war. Er wies die Vermutung zurück, dass es sich um einen Sabotageakt gehandelt haben könnte und sagte, es sei "sehr wahrscheinlich, dass es ein Unfall war".

Der Schauspieler sagte, er sei seit dem Vorfall als "Mörder" beschimpft worden. Er wies zudem die Aussagen einiger Kritiker zurück, dass es die Aufgabe eines Schauspielers sei, Waffen zu überprüfen. Aber die Tragödie habe die Dinge für ihn verändert, sagte er. "Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder einen Film zu drehen, in dem eine Waffe vorkommt". Baldwin zeigte sich während des Interviews sehr emotional und weinte mehrmals.

Hannah Gutierrez-Reed, die Waffenmeisterin, die am Set von "Rust" für die Schusswaffen verantwortlich war, hatte in einer Aussage gegenüber den Ermittlern zugegeben, dass sie bei der Überprüfung des Revolvers kurz vor der Tat nachlässig gewesen sei. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Baldwin hält es jedoch für "höchst unwahrscheinlich", dass er "strafrechtlich angeklagt" wird. Zwei Crewmitglieder hatten Zivilklage gegen Baldwin und die Produzenten wegen angeblicher laxer Sicherheitsvorkehrungen am Set eingereicht.

Kommentare (4)
peterbau84
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Allgemein

Er erschießt eine Frau und läuft immer noch frei herum.

Ichweissetwas
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Einmal

Schauspieler, immer Schauspieler....

lombok
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Wie kann man schießen und doch nicht schießen?

2 Monate lang hörten wir, dass er unabsichtlich geschossen hat. Und nun kommt eine neue Version? Seeeehr witzig! Seeeehr glaubwürdig!

Er sollte seinen Anwalt wechseln!

ich.daheim
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3
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Baldwin hat nie gesagt, dass er geschossen hat

Baldwin hat nie gesagt, dass er geschossen hat. "A shot fired from the weapon in my hand", wenn das abgedruckte Zitat denn stimmt.
Nirgends findet man eine genaue Angabe welche Waffe verwendet wurde.
Wenn es eine genaue Replika oder gar eine Originalwaffe war, dass gibt es keine Trennung von Hammer und Schlagbolzen. Dann reicht es, dass der Hammer irgendwo hängenbleibt und dann teilweise gespannt wird. Wenn der Hammer freikommt schlägt er nach vorne und kann einen Schuß auslösen.
Darum ist es in allen Western-Schießbewerben verboten, dass die Kammer unter dem Hammer scharf geladen ist. Dieses typische scharfe Klack hört man bei den Bewerben immer wieder einmal. Die Waffen waren damals nach heutigem Verständnis sehr unsicher.