"Sehr ansteckend"Paris rechnet mit mehr als 100.000 Neuinfektionen pro Tag

Regierungssprecher Gabriel Attal warnt, die Epidemie könnte das Land wieder mit voller Wucht treffen.

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Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran
Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran © (c) AFP (LUDOVIC MARIN)
 

Die französische Regierung rechnet mit mehr als 100.000 Corona-Infektionsfällen pro Tag zum Jahresende. Gesundheitsminister Olivier Véran führte dies am Mittwoch auf die rasche Verbreitung der Omikron-Variante zurück. Omikron dürfte zwischen Weihnachten und Neujahr zur vorherrschenden Variante des Coronavirus im Land werden, sagte Véran dem Sender BMF-TV. Am selben Tag startete die Impfkampagne für Kinder zwischen fünf und elf Jahre.

Am Dienstag wurden in Frankreich knapp 73.000 neue Infektionsfälle binnen eines Tages registriert, in den Tagen davor waren es durchschnittlich mehr als 54.000. Landesweit liege der Anteil der mit der Omikron-Variante Infizierten bei 20 Prozent und im Großraum Paris bei nahezu 35 Prozent, sagte Gesundheitsminister Véran. Den Berechnungen zufolge dürfte die Variante aber schon zwischen Weihnachten und Neujahr für die Mehrzahl der Fälle verantwortlich sein.

"Omikron ist sehr ansteckend", sagte Véran. "Es wird sich ausbreiten, und kein Land wird dem entkommen." Regierungssprecher Gabriel Attal warnte, die Epidemie könnte das Land wieder mit voller Wucht treffen.

Im Gegensatz zu einigen Nachbarländern gibt es in Frankreich keine Beschränkungen, die speziell für die Feiertage erlassen wurden. Wer Restaurants, Museen oder andere Kultureinrichtungen besuchen will, muss schon jetzt seinen "Gesundheitspass" vorweisen und damit den Nachweis für eine vollständige Impfung, Genesung oder einen negativen Covid-Test.

Nach den Vorstellungen der Regierung soll der Pass künftig nur noch mit dem Nachweis einer vollständigen Impfung gültig sein. Die Einführung dieses "Impfpasses" soll laut Regierungssprecher Attal bei einer Ministerratssitzung am kommenden Montag beschlossen werden.

Unterdessen wurde fixiert, dass künftig alle Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren eine Corona-Impfung erhalten können. Véran kündigte am Mittwoch im Sender BFM-TV an, dass Termine nun buchbar seien. Die Dosen würden in Impfzentren, in der Apotheke sowie in Arztpraxen gespritzt.

Véran sagte, dass zuletzt 145 Kinder nach einer Infektion mit dem Coronavirus im Krankenhaus waren, 27 befänden sich auf der Intensivstation. Der Virus zirkuliere unter Kindern am meisten. Eines von fünf Kindern teste positiv auf das Virus.


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