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Vorarlberger BürgermeisterErneut Wirbel um Einhaltung der Impf-Reihenfolge

Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt (65) ließ sich in Seniorenheim impfen - laut Heimärztin sind "noch so viele Leute draußen gestanden, die eine Impfung dringender benötigt hätten".

© (c) APA/HANS PUNZ
 

In Vorarlberg gibt es in Sachen Corona-Impfung bereits ein zweites Mal Wirbel um die Einhaltung der Impf-Reihenfolge. Wie am Dienstag Vorarlberger Medien berichteten, hat sich der 65-jährige Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt (ÖVP) am Wochenende bei einer Impfaktion in einem Seniorenheim in Feldkirch-Gisingen impfen lassen, obwohl dem offiziellen Impfplan gemäß Politiker noch nicht an der Reihe sind. Matt sah seine Impfung als gerechtfertigt an.

Der Bürgermeister erklärte in einer am Dienstagnachmittag veröffentlichten Stellungnahme, dass er sich schon vor einiger Zeit - "als eine große Skepsis in Sachen Covid-Schutzimpfung in der Gesellschaft erkennbar war" - auf eine Liste der "Seniorenbetreuung Feldkirch" habe setzen lassen. Im Sinne der Vorbildwirkung habe er angemerkt, dass er sich jederzeit impfen lasse, sollten bei einer Impfaktion einzelne Dosen nicht verwertet werden können.

Die Liste der Seniorenbetreuung sei anschließend ohne sein Zutun nach den Vorgaben des nationalen Impfgremiums priorisiert worden, dabei sei ihm als Person mit regelmäßigem Aufenthalt in Seniorenheimen die "Priorität 1" (sehr hoch) zugewiesen worden. Deshalb sei er vor der Impfaktion telefonisch verständigt worden, er möge sich für eine Immunisierung bereithalten, falls Impfstoff übrig bliebe.

Nach der Impfung aller Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenheims, sei eine Warteschlange abgearbeitet worden, an deren Ende er sich aufgehalten habe. "Am Ende war eine einzelne allerletzte Dosis übrig, die Stadtrat Guntram Rederer (ebenfalls auf dieser Liste, Anm.) mir überlassen hat", stellte der Bürgermeister fest. Eine "Schlange von weiteren Menschen", die sich impfen lassen wollten, habe es nicht gegeben. Eben das hatte Heim-Ärztin Susanne Furlan geschildert.

"Ich habe mich also weder 'vorgedrängt' noch jemanden um die ihm laut Priorisierung zustehende Impfung gebracht", unterstrich Matt. Angesichts der Sensibilität des Themas hätte er vielleicht auf die Impfung verzichten sollen. "Das kann ich im Nachhinein tatsächlich als meinen Fehler einräumen, zu dem ich stehe und den ich auch bedaure", so der Bürgermeister. Heimleiter Herbert Lins fand das Vorgehen aufgrund des engen Kontakts des Stadtchefs mit dem Seniorenheim korrekt.

Ich habe ein Impfdosis erhalten, die sonst verloren gegangen wäre.

Feldkirchs Bürgermeister Wolfgang Matt

Heim-Ärztin Furlan hatte eine andere Sicht der Dinge. "Es sind noch so viele Leute draußen gestanden, die eine Impfung dringender benötigt hätten", sagte sie gegenüber der Tageszeitung. Sie selbst habe Matt die Impfung verweigert. Kein Verständnis für die Immunisierung von Matt zeigte auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). "Der Impfstoff ist knapp verfügbar. Es gibt einen klar definierte Impfplan, an den man sich zu halten hat", betonte Wallner zu Mittag nach einem Telefongespräch mit Matt. Falls bei einer Impfaktion tatsächlich einzelne Dosen übrig blieben, so seien diese in der Zielgruppe zu verimpfen, stellte Wallner klar. Der Landeshauptmann kündigte an, dass man auch ein Auge auf die internen Priorisierungslisten der Seniorenheime werfen werde. Auch diesbezüglich gelte es im Impfplan zu bleiben. 

Es sind noch so viele Leute draußen gestanden, die eine Impfung dringender benötigt hätten.

Heim-Ärztin Susanne Furlan

Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Vorarlberg Aufregung gegeben, weil Rot-Kreuz-Direktor Roland Gozzi von der Impf-Reihenfolge abgegangen war. Er hatte nicht nur Rot-Kreuz-Mitarbeiter, sondern auch deren Angehörige zur Impfung eingeladen. Gozzi hatte nach eigenen Angaben befürchtet, dass der Impfstoff verfallen könnte.

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) betonte, dass man die Impfung der Angehörigen sofort unterbunden habe.


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Kommentare (13)
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hansi01
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Ein aufrichtiger Politiker, wie er im Buche steht!

Zuerst komme ich, dann vielleicht meine Familie und der Gemeindebürger ist mir egal.
Ich hoffe, dass der zuständige Gemeinderat wenigsten so viel Charakter hat und dementsprechend handelt.

PiJo
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Wer sagt jetzt die Un -Warheit

(wer lügt darf man ja nicht schreiben)
Bürgermeister :"Ich habe ein Impfdosis erhalten, die sonst verloren gegangen wäre."
Heim Ärztin: "Es sind noch so viele Leute draußen gestanden, die eine Impfung dringender benötigt hätten"

PiJo
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"Wahrheit "

korrekt " Wahrheit" sorry

andy379
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Man braucht nicht so weit in die Ferne schauen

Auch der Bürgermeister im steirischen Stubenberg am See hat sich und seine Freunderl schon impfen lassen.

romagnolo
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War halt leider alles zu erwarten, nachdem es in Österreich nicht möglich ist,

eine zentrale Impfkoordination zu etablieren.So haben wir wieder 9 Indianerstämme mit ihren Häuptlingen und Günstlingen, wo irgendwer die Organisation übernimmt und bestimmt wer geimpft werden darf.

rabe17
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Alles klar

ein ÖVP Bürgermeister, Fragen keine.

silentbob79
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@rabel17

In Eberschwang warens halt der SPÖ Bürgermeister und seine SPÖ bzw. FPÖ Stellvertreter. Fragen. Keine ...

infomenü
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Eine mutige Frau

mit Courage !! Sollte man als Vorbild nehmen

Mockingjay1
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Geht es viellicht um den derzeitigen Impfstoff?

Nun, ich habe schon ein bißchen die Vermutung, dass sich manche noch mit dem Biontech-Pfizer Präparat impfen lassen möchten...

umo10
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Das Fußvolk ...

Bekommt dann AstraZeneca; den wenig effektiven lebend-Impfstoff (mit Affenviren), dessen Versuchsreihe keine Menschen über 55 jährige beinhaltet hat; schrecklich!

HansWurst
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MIMIMI

Schrecklich....

Pelikan22
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Na ja!

Die wird halt die längste Zeit Ärztin in diesem Seniorenheim gewesen sein!

Monolog75
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@Pelikan22

Da dürfte eher der Bürgermeister sein Amt verlieren!