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CoronavirusUSA steht harter Winter bevor

Das zahlenmäßig am stärksten betroffene Land muss sich auf einen düsteren Winter einstellen. Die Experten rechnen mit vielen Klinik-Einweisungen und Todesfällen.

USA müssen sich auf einen düsteren Winter einstellen © AP
 

Vor einem Jahr registrierten die chinesischen Behörden die ersten Infektionen mit einem neuartigen Virus. Mittlerweile hat sich Sars-CoV-2 auf der ganzen Welt ausgebreitet und das zahlenmäßig am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land sind die USA. Auch wenn ein Impfstoff mittlerweile in greifbarer Nähe ist, sind die Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft auch für die kommenden Wochen und Monate düster. Seit der ersten Corona-Welle in den USA im Frühling haben die Ärzte einiges über die Behandlung von Covid-19 dazugelernt, so dass mehr Infizierte zu Hause genesen. Dennoch sind deutlich mehr Covid-19-Patienten in US-Kliniken als bei früheren Höhepunkten der Pandemie. Laut Covid Tracking Project sind es derzeit 100.000 Patienten, im April und Juli waren es 60.000.

Die Zahl der Corona-Toten ist mit deutlich über 2.000 pro Tag mindestens ebenso hoch wie im Frühling. Insgesamt starben laut Johns-Hopkins-Universität bereits mehr als 281.000 Menschen an Sars-CoV-2. In Übersichtsgrafiken der Infektionsfälle sind fast die gesamten USA rot markiert, in rund der Hälfte der 50 Bundesstaaten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 400 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Lage ist also ernst. Eine nationale Strategie zur Eindämmung der Pandemie ist dennoch nicht erkennbar.

Die Wahrheit ist, dass die Zeiten im Dezember und Jänner und Februar hart sein werden.

Robert Redfield, Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC
Redfield stimmte die Bürger auf "die schwierigste Zeit in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit dieser Nation ein". Bis Februar könne die Opferzahl auf 450.000 steigen. Nach den CDC-Modellrechnungen dürfte die Marke von 300.000 Corona-Toten vor Jahresende erreicht werden. Die Todesfälle von Menschen mit nicht diagnostizierter Covid-19-Erkrankung und die indirekt durch die Pandemie verursachten Todesfälle sind dabei nicht eingerechnet.

Nach langen Verzögerungen gilt mittlerweile in den meisten Landesteilen eine Maskenpflicht. Lockdowns von Geschäften, Restaurants und religiösen Stätten sind aber die Ausnahme - sie gelten derzeit nur in Kalifornien und Ohio. In anderen Bundesstaaten gelten gewisse Einschränkungen. Manche Orte haben weitere Schutzmaßnahmen beschlossen wie etwa die Metropole New York mit ihren Schulschließungen. Einige Städte wie Chicago haben ihre Bürger aufgerufen, zu Hause zu bleiben - verpflichtend ist das aber nicht.

Dezentrales System als Problem

Die USA sind stolz auf ihr dezentrales System, aber in der gegenwärtigen Pandemie erweist sich das als Nachteil, wie der führende US-Infektiologe Anthony Fauci vergangene Woche auf Fox News sagte. Er hält es für falsch, dass viele Orte, an denen sich Menschen treffen, wie etwa Bars, vielerorts immer noch offen sind. Die Regierung des scheidenden US-Präsident Donald Trump setzt bei der Eindämmung stark auf Corona-Impfstoffe, deren Zulassung gerade geprüft wird. Bis Jahresende sollen 20 Millionen Menschen die Impfdosen von Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen, bis Februar sollen 100 Millionen Menschen geimpft worden sein.

Experten warnen allerdings, dass auch nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs Restriktionen noch eine ganze Weile notwendig seien. "Ein Impfstoff wird die wichtigste Einzelmaßnahme zur Bekämpfung von Covid sein, aber es wird die Dinge nicht über Nacht drehen", twitterte der frühere CDC-Direktor Tom Frieden.

Fauci zufolge ist eine Rückkehr zur Normalität erst möglich, wenn 70 bis 75 Prozent der Menschen in den USA geimpft sind - und das sei voraussichtlich erst bis April, Mai oder Juni zu schaffen. Abgesehen von den logistischen Herausforderungen der Corona-Massenimpfungen muss auch eine gewisse Impfskepsis in den USA überwunden werden. Um dazu beizutragen, kündigten die Ex-Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama an, sich öffentlich impfen zu lassen.


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