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Coronavirus in USAAustro-Forscher in New York: Erste Fälle Mitte Februar

Virologe Florian Krammer schätzt Covid-Sterblichkeit in US-Metropole auf knapp ein Prozent - Ende Mai rund 1,7 der 8,4 Millionen New Yorker infiziert - Antikörperantwort erscheint stabil.

© AP
 

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 hat sich offenbar schon etwas früher in New York etabliert als bisher nachgewiesen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um den in der US-Metropole tätigen österreichischen Virologen Florian Krammer im Fachblatt "Nature". Auf Basis ihrer Daten schätzen die Wissenschafter die Covid-19-Sterblichkeit in der Stadt, die als eine der ersten massiv mit dem Ausbruch konfrontiert war, auf knapp unter ein Prozent.

Krammer forscht an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York (USA) und hat dort kurz nach Beginn der Corona-Pandemie einen der ersten Antikörper-Labortest auf das neue Virus entwickelt. Anhand von Blutproben von Patienten aus dem Mount Sinai-Krankenhaus näherte sich das Forschungsteams nun in der Rückschau an den Ausbreitungsverlauf in der Stadt an, die als eine der ersten außerhalb Chinas stark betroffen war.

Sie unterteilten die Proben dabei in zwei Gruppen, nämlich eine, die im Zeitraum von Februar bis Juli im Spital in der Notfallversorgung ("UC-Gruppe") behandelt wurde, und eine andere, die dort zum Beispiel Routineuntersuchungen durchlief ("RC-Gruppe"). Insgesamt kam man so auf mehr als 10.000 Plasmaproben, die dann auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht wurden.

Ab der Woche vom 17. bis 23. Februar 2020 fanden sich erste positive Ergebnisse in den Proben der UC-Gruppe. Das ist etwas früher als die bisher erste nachgewiesene Infektion in New York, die am 1. März im Mount Sinai Hospital registriert wurde. Dass das Virus bereits früher als angenommen in der international intensiv angebundenen Metropole kursierte, überrascht Krammer keineswegs, wie er gegenüber der APA erklärte.

Bis Mitte März blieb die Rate der positiven Proben in der UC-Gruppe zwischen 1,4 und 3,2 Prozent. Den Gipfel erreichte dieser Anteil, nach einem deutlichen Anstiegen ab der Woche bis zum 22. März, dann um den 19. April mit fast 62 Prozent. Bis Ende Mai erfolgte dann ein Abschwung, der sich bis Juli stabil bei etwas über 20 Prozent einpendelte. In der RC-Gruppe waren die Werte deutlich niedriger, erreichten aber um den 19. April auch in etwa gleichbleibend die 20-Prozent-Marke.

Da die RC-Gruppe die Gesamtbevölkerung New Yorks besser repräsentiert und die Ergebnisse nach dem Höhepunkt gut mit der Vergleichsgruppe und Werten aus anderen Studien zusammenpassen, schätzen die Wissenschafter, dass Ende Mai bereits rund ein Fünftel der Stadtbewohner - oder 1,7 der 8,4 Millionen New Yorker - infiziert waren. Von einer Herdenimmunität war man dort trotzdem weit entfernt. Dafür bräuchte es laut Schätzungen der Wissenschafter einen Anteil an seropositiven Personen von um die 67 Prozent.

In Anbetracht der in New York bis zum diesem Zeitpunkt registrierten 16.674 Covid-19-Toten kommt Krammer und sein Team auf eine Todesrate unter den Infizierten (IFR) von 0,97 Prozent. Dieser Wert liege somit deutlich über der IFR, die beim Ausbruch des H1N1-Influenzavirus ("Schweinegrippe") 2009 registriert wurde. Damals lag der Wert bei geschätzten 0,01 bis 0,001 Prozent, schreiben die Forscher.

Die hohe Sterblichkeitsrate in New York ist für Krammer vor allem auf die "Überlastung des Gesundheitssystems" zurückzuführen. Zudem habe man es mit einer völlig neuen Krankheit zu tun gehabt, "von der man nicht wusste wie man sie am besten behandelt". Dazu kam eine "relativ alte Bevölkerungsstruktur", erklärte Krammer: "Man wusste auch nicht, dass das Virus da war. Wenn man früher in einen Lockdown gegangen wäre, hätte es besser ausgesehen. Aber wir wurden überrascht."

Für den Virologen ist daher die wichtigste Botschaft aus der Analyse zu New York, "dass bei einer Überlastung des Gesundheitssystems die IFR hinauf geht". Gibt es also insgesamt zu viele Fälle, und die Intensivstationen sind entsprechend voll, sterben auch mehr Menschen an Covid-19. Dieses Bild zieht sich länderübergreifend durch die Pandemie.

Bei der Analyse der Proben zeigte sich überdies, dass die Immunabwehr offenbar relativ stabil bestehen bleibt. Detaillierter haben dies Krammer und Kollegen kürzlich auch in einer Studie im Fachjournal "Science" gezeigt. Demnach bleibt die Anzahl an Antikörpern gegen das neue Virus zumindest über einen Zeitraum von fünf Monaten auf höherem Niveau, schreiben die Forscher dort. Zudem zeigte sich, dass diese auch weiter authentische SARS-CoV-2-Erreger neutralisieren konnten. Krammer: "Die Antikörperantwort schaut 'normal' aus und ist relativ stabil


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