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Corona-NeuinfektionenDie Zahlen steigen, doch Schweden bleibt auf Sonderweg

Auch in Schweden steigt die Anzahl der Neuinfizierten an. Eine zweite Welle gibt es nicht, zumindest laut Gesundheitsamt, das seinen Sonderweg der Freiwilligkeit weiterführt.

© (c) AFP (JONATHAN NACKSTRAND)
 

Die Coronalage in Schweden liegt irgendwo zwischen gut und durchwachsen. Statt der Politiker bestimmt Staatsepidemiologe Anders Tegnell mit seinem Gesundheitsamt die Strategie. Auf die Frage, ob es in Schweden mit seinem lockeren Sonderweg ohne Lockdown, Masken, Verbote, dafür aber mit weichen Empfehlungen, eine zweite Coronawelle gibt, antwortet Tegnell mit einem knappen "Nein". Doch stimmt das? Schweden wurde monatelang von internationalen Medien und einzelnen Experten scharf für seinen Weg kritisiert, während im Land selbst die Mehrheit hinter der Strategie steht. Doch inzwischen erwägen auch andere Länder, die in eine zweite Welle rutschen, das Modell nachzuahmen, statt nach Lockerungen in den zweiten Lockdown zu gehen. Denn das schonte die Binnenwirtschaft, wie neue Zahlen und Quartalsberichte zeigen.

Viele Schweden hielten sich zudem an die weichen Empfehlungen, soweit es eben möglich ist, daheimzubleiben und im Homeoffice zu arbeiten, vor allem, wenn man sich krank fühlt. U-Bahnen, Geschäfte, Bars und zentrale Stadtteile in der Hauptstadt Stockholm waren zeitweise gespenstisch leer. Während Schulen bis zur 10. Schulstufe offen blieben, sind Schulen ab der 10. Klasse und Universitäten frühzeitig auf Fernunterricht umgeschwenkt.
Arbeitskräfte, die sich krankmelden, erhalten 80 Prozent des Gehaltes. Während der Pandemie brauchten sie dafür nicht einmal ein Attest vorlegen. Im Grunde hat Schweden so einen weichen und freiwilligen Lockdown durchgeführt. Damit die Menschen das auch längerfristig psychisch durchhalten und nicht nach den ersten Lockerungen bei einem Total-Lockdown unvorsichtig werden – so die Idee vom Gesundheitsamt.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

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Kommentare (11)
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Immerkritisch
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Bei uns

wird ja auch vorwiegend an die Eigenverantwortung appelliert.....

lucie24
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In Wirklichkeit

machen wir ja auch nichts anderes. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass diese Maßnahmen jemals gegriffen haben?

LaPantera69
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Disziplin

Dass diese Strategie funktioniert, ist der Diszipln der Schwedischen Bevölkerung geschuldet.

Eine solche Strategie würde in Österreich, im Land der Egoisten und Ignoranten, niemals funktionieren.

scionescio
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@Pantera: diese Strategie funktioniert, weil in SChweden ein Experte entscheidet und es eine klare und konsistente KOmmunikation gibt ...

... bei uns entscheidet ein mediengeiler Kanzlerdarsteller völlig willkürlich, ändert permanent seine Aussagen und hält sich selbst nicht daran - und schiebt das dann auf die fehlende Eigenverantwortung der Bevölkerung, weil die Regierung trotz sechs Monaten Vorbereitungszeit nichts auf die Reihe bekommet ... die sind wahrscheinlich sogar überrascht, wenn es nach der Dämmerung finster wird!

herwag
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:-)))

.. und pam hätte die lösung - nichtswissender !

Ba.Ge.
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Traurig

aber wahr.

Barni1
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Dann müsst ihr mir aber eines erklären!

Wenn es um die Disziplin in Österreich so schlecht bestellt ist, warum haben sich dann laut offiziellen Angaben noch nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung damit infiziert und das nach acht Monaten Pandemie?

Ba.Ge.
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Warum nur so wenig Infizierte?

Zum Glück ist covid doch nicht ganz so gefährlich wie vorab angenommen.
Das hat nur bedingt mit unseren Sicherheitsmaßnahmen zu tun - glaube ich.
Aber wie wir sehen, wird uns den Winter über eine „gar nicht ganz so gefährliche Krankheit“ doch ganz schön auf Trapp halten.
Steigende Infektionen bedeutet auch mehr covid-Patienten im Krankenhaus. Den Normalbetrieb verringerte aber selbst der lockdown („weniger Verkehrstote während lockdown“) nur minimal.

Barni1
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Rote Daumen sind für mich keine Erklärungen

sondern maximal ein Ausdruck der Hilflosigkeit, da die Gegenargumente fehlen!

Freeskier
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Vielleicht.......

funktioniert es in Schweden einfach deshalb besser weil die Menschen dort verantwortungsbewusster sind? Vielleicht verstehen sie ganz einfach die Bedeutung von Eigenverantwortung!? Bei uns nicht!

Hausberger
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Ballungsraum Stockholm

Gerade diese Betrachtung ist extrem wichtig, denn sollten dort die Zahlen tatsächlich nicht mehr so stark ansteigen, wäre das ein Indiz für eine Form der Immunisierung bzw. Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte! Das wäre global ein enorm wichtiger Aspekt für eine zukünftige Perspektive. Dank an Tegnell für diesen „Alternativansatz“ zur Krisenbewältigung!