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Coronavirus Palästina, Kasachstan und Luxemburg verhängen wieder Quarantäne

Wegen eines deutlichen Neuanstiegs von Infektionen müssen einige Länder wieder in den Lockdown. 21 Todesopfer in 24 Stunden in Italien.

© (c) APA/AFP/SEBASTIEN BOZON
 

Angesichts einer Reihe von neuen Coronavirus-Infektionen nimmt Luxemburg einen Teil seiner Lockerungen wieder zurück. Für Treffen von mehr als 20 Menschen sollen die bisher geltenden Abstandsempfehlungen durch verbindliche Vorschriften ersetzt werden, teilte der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel mit.

Am Mittwoch habe es bei knapp 6.000 Tests 46 Neuinfektionen gegeben. "Diese Zahlen sind nicht alarmierend, aber wir müssen verhindern, dass wir in der Zukunft eine Verschlechterung der Lage bekommen." Bei den Neuinfektionen handle es sich vor allem um jüngere Leute.

Seit Ende vergangener Woche steigt die Zahl der Neuinfektionen stärker an. In der vergangenen Woche wurden knapp 150 neue Fälle gezählt. Der Anstieg wird unter anderem mit privaten Feiern in Zusammenhang gebracht, die in Luxemburg wieder erlaubt sind. Bettel sagte, unter anderem habe es in einem Lokal eine Feier gegeben, die als privat deklariert worden und daher ohne verbindliche Regeln abgelaufen sei. Dies habe zu 24 Neuinfektionen geführt. "Deshalb werden wir künftig bei Treffen von mehr als 20 Personen wieder verpflichtende Regeln haben, egal ob es sich um private oder öffentliche Treffen handelt", sagte Bettel.

In Luxemburg liegt die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Personen mittlerweile bei insgesamt 4.345 (Stand Mittwoch 17.30 Uhr). Es gab bisher 110 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Seit Beginn der Krise wurden insgesamt 191.282 Personen getestet.

Palästinenser verkündeten fünftägigen Lockdown

Wegen eines deutlichen Neuanstiegs von Corona-Infektionen im palästinensischen Westjordanland soll dort von Freitag an ein fünftägiger Lockdown gelten. Der palästinensische Regierungssprecher Ibrahim Milhem teilte am Mittwoch mit, in den Autonomiegebieten sollten Ausgangsbeschränkungen verhängt werden. Mit Ausnahme von Supermärkten, Bäckereien und Apotheken müssten Geschäfte geschlossen bleiben.

Die Pandemie in den Palästinensergebieten war zunächst sehr glimpflich verlaufen, nach Lockerungen stiegen die Zahlen im vergangenen Monat jedoch stark an. Besonders betroffen ist die Stadt Hebron. Auch in Israel sind wegen eines Neuausbruchs Beschränkungen geplant.

Im Westjordanland gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 2.636 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, im Gazastreifen mehr als 70, in den Palästinensergebieten starben insgesamt acht Infizierte.

Rückkehr zur strengen Quarantäne in Kasachstan

Im Kampf gegen das Coronavirus zieht das zentralasiatische Land Kasachstan entgegen dem weltweiten Trend die Zügel wieder fester an. Ab Sonntag werde landesweit eine zweiwöchige Quarantäne gelten, kündigte Präsident Kassym-Schomart Tokajew am Mittwoch auf Twitter an. Er schloss eine Verlängerung der Maßnahmen nicht aus.

Die Ex-Sowjetrepublik, die im Norden an Russland grenzt, hatte bereits von Mitte März bis Mitte Mai landesweit den Notstand ausgerufen. In einzelnen Regionen galten auch danach noch Quarantäne-Maßnahmen.

Das ölreiche Kasachstan kämpfte zuletzt mit einem raschen Anstieg der Corona-Infektionszahlen und ist im Vergleich zu anderen Ländern in der Region besonders stark betroffen. Zuletzt registrierten die Behörden kasachischen Medien zufolge rund 1.600 neue Fälle binnen eines Tages. Die Gesamtzahl der Infektionen im Land stieg demnach auf über 41.000. Mehr als 180 Menschen sind bisher gestorben. Auch Ex-Präsident Nursultan Nasarbajew, der weiter viele Ämter hat und großen Einfluss ausübt, hat sich mit dem Virus infiziert.

Andere zentralasiatische Staaten wie Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan haben seit Beginn der Corona-Pandemie ebenfalls jeweils mehrere Tausend Infektionen registriert. Nur das autoritär geführte Turkmenistan hat offiziell noch keinen einzigen Fall gemeldet. Menschenrechtler bezweifeln die Angaben jedoch und kritisieren, die Regierung gefährde so Menschenleben.

21 Todesopfer in 24 Stunden in Italien

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer in Italien ist am Mittwoch leicht gesunken. 21 Menschen sind von Dienstag auf Mittwoch nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben, nach 23 am Vortag. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden 187 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Insgesamt 34.788 Menschen sind seit Ausbruch der Pandemie am 20. Februar mit oder am Coronavirus gestorben.

Die Zahl der noch aktiv Infizierten fiel auf 15.255. Die Zahl der in den Spitälern behandelten Covid-19-Patienten sank auf 1.025, jene der Patienten auf Intensivstationen lag bei 87. 14.143 Menschen sind in Heimquarantäne. 190.717 Corona-Infizierte galten als genesen.

In der Region Lombardei, dem Zentrum des Corona-Ausbruchs in Italien, wurden innerhalb von 24 Stunden sechs Todesopfer gemeldet, womit die Gesamtzahl der dort Verstorbenen auf 16.650 stieg. 109 Neuinfizierte gab es in der Region, die Zahl der aktuell Infizierten in der gesamten Lombardei sank unter die 10.000-Schwelle auf 9.938. Die Zahl der Covid-19-Erkrankten in den lombardischen Spitälern sank auf 277. 41 Patienten lagen auf einer lombardischen Intensivstation.


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