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Wo versickerte Information?Zahlreiche EU-Warnungen zu Covid-Hotspot Ischgl

Elf Kitzloch-Beschäftigte hatten schon im Februar grippeähnliche Symptome - mehrere Staaten warnten Österreich über EU-Warnsystem EWRS.

© (c) APA/EXPA/JOHANN GRODER
 

Drei Tage nach der ersten Warnung aus Island haben am 8. März die Dänen Covid-Verdachtsfälle über das Frühwarn- und Reaktionssystem EWRS an Österreich gemeldet. Als Hotspot wurde die Ischgler Bar "Kitzloch" vermutet. Das berichtet "Der Standard" in seiner Online-Ausgabe. Das Land Tirol bestätigte die Recherchen in einer Aussendung am Donnerstag nur zum Teil.

Symptome schon im Februar

"Der Standard" bezieht sich in seinem Bericht auf den Blogger Kurt Krickler, der über das dänische Informationsfreiheitsgesetz Einblick über den Mailverkehr zwischen Dänemark und Österreich sowie Innsbruck und Wien bekam. Laut Mailverkehr bestätigte die Tiroler Landes-Sanitätsdirektion der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gegenüber, dass elf der Kitzloch-Mitarbeiter angegeben hatten, zum Teil bereits seit Februar unter grippeähnliche Symptome gelitten zu haben.

"Die recherchierten Inhalte zum Barkeeper des Kitzloch und seinen MitarbeiterInnen, die im Zuge des Contact-Tracing am 7. März und am 8. März in Ischgl im Detail befragt wurden, decken sich mit den Informationen des Landes Tirol", heißt es dazu in der Aussendung von Landesamtsdirektor Herbert Forster, Leiter des Tiroler Einsatzstabes. Deshalb habe man auch einen Aufruf an Gäste des Kitzloch gemacht. Die Tiroler Behörden hätten dann umgehend weitere Nachforschungen mithilfe der AGES und der dänischen Behörden angestellt. Die Bar wurde am 10. März geschlossen.

"Übertragung eher unwahrscheinlich"

Das Land Tirol verschickte am 8. März eine Aussendung an die Medien. In diesem Aufruf wurden alle Personen, die zwischen 15. Februar und 7. März die Bar besucht hatten, aufgefordert, sich bei der Gesundheitshotline 1450 zu melden. In dieser Aussendung hieß es aber auch: "Eine Übertragung des Corona-Virus auf Gäste der Bar ist aus medizinischer Sicht eher unwahrscheinlich."

Über EWRS haben, so der Standard, aber auch Deutschland, Kroatien und Großbritannien Österreich über Fälle in Ischgl und anderen österreichischen Skiorten gewarnt. Diese Informationen habe man in Tirol nicht bekommen, hieß es in der aktuellen Stellungnahme von Forster. Tirol verwies auf die Zuständigkeit des Gesundheitsministeriums.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (7)

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Ennstaler
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Und wenn man den Standard liest....

bleiben auch andere Schi Orte bei den Warnungen der skandinavischen Behörden nicht unerwähnt.... auch Schladming nicht, den Arzt aus Schweden nicht zu vergessen. Aber passiert ist auch hier erst sehr spät und vermutlich nur durch massiven öffentlichen Druck etwas....offensichtlich gibt es auch in der Steiermark so etwas wie die tiroler Adlerrunde. Schladming wollte immer so wie Ischgl, St. Anton oder Kitzbühel sein (her mit den Massen und ordentlich abzocken, Zweitwohnsitze etc.) - Gratulation, in vielerlei Hinsicht perfekt gelungen.

Isidor9
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Waterloo

Ischgl ist unser Waterloo. Eine historische Niederlage im Kampf um Touristen. Ischgl hat uns allen einen
fürchtlichen Schlag versetzt. Und jetzt jammern sie trotzig.

beobachter2014
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Schon im November

Ich hatte schon im November Grippe ähnliche Symptome! Vielleicht habe ich schon damals Corona verbreitet ...
Ich finde es so etwas von dumm und unfair, wenn gewisse Medien, Blogger, Oppositionspolitiker, Anwälte versuchen, die Schuld an Corona der Ischglern, den Tiroler, der Seilbahn Wirtschaft zu geben ...

Ennstaler
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Schuld an einem

Virus hat niemand. Es geht darum, dass diese Herrschaften offensichtlich sehenden Auges und mit Anlauf das Geld vor die Gesundheit gestellt haben - wird schon nicht so schlimm sein, Saison mach ma noch fertig..... Die Rechnung dafür haben wir alle bekommen und vom Imageschaden für ganz Österreich brauchen wir gar nicht erst reden.

georgXV
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???

und der total ÜBERFORDERTE und UNQUALIFIZIERTE Gesundheitslandesrat ist noch immer "im Amt" ...

struge1
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Der wird wohl die Tiroler Adlerrunde

als Lobbyisten haben....

Hazel15
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Der wird wohl die Tiroler Adlerrunde....

mit ihrem Mentor S. Kurz!! Die Weisung kam ja von "ganz oben".