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Indonesien und OsttimorSchlammlawinen rissen mehr als 100 Menschen in den Tod

Nach Sturzfluten und Erdrutschen in Indonesien und Osttimor ist die Zahl der Toten weiter im Steigen. Dutzende Menschen werden noch vermisst. Die EU sagte Hilfe zu.

© (c) AP (Ricko Wawo)
 

Heftige Regenfälle haben in Indonesien und Osttimor am Wochenende Überschwemmungen ausgelöst und mehr als hundert Menschen den Tod gebracht. Die Zahl der Toten durch die Erdrutsche und Fluten in beiden Ländern stieg am Montag auf 113, dutzende weitere Menschen wurden vermisst. Am Montag erfassten orkanartige Stürme und weitere Regenschauer die Inselgruppen.

In Dili wurden zahlreiche Straßen überschwemmt, die Fassade des Präsidentenpalastes war mit Schlamm bedeckt. Unter denen, die durch die Katastrophe obdachlos wurden, war auch die vierfache Mutter Epifania Gomes, die mit ihrer Familie bei einer Kirche in der Nähe von Dili Schutz suchte. "Es ist schwer, sauberes Wasser zu finden. Wir konnten nicht baden, es gibt keine Dusche oder Toilette", sagte sie.

Die Europäische Union sagte dem verarmten Osttimor indessen ihre Unterstützung zu. Die heftigen Überschwemmungen kämen zu einer Zeit, in der das Land "hart daran arbeitet, die Ausbreitung von Covid-19 in der Bevölkerung einzudämmen", erklärte Brüssel. Dies stelle eine "erhebliche zusätzliche Belastung" für die Bevölkerung dar.

Auf der indonesischen Insel Flores versanken kleine Ortschaften regelrecht im Schlamm, Bäume wurden entwurzelt und Häuser standen unter Wasser. Auf Bildern der indonesischen Rettungskräfte waren Helfer zu sehen, die schlammbedeckte Leichen bargen. Auf der Insel Lembata wurden ganze Teile von Dörfern durch Schlammlawinen einen Berghang hinuntergerissen. Tausende Menschen flohen in Notunterkünfte.

Der indonesische Präsident Joko Widodo drückte den Betroffenen in einer landesweiten Ansprache sein "tiefstes Beileid" aus. Auch am Dienstag werden weitere Regenfälle erwartet, wie die Behörden mitteilten. Vor der Küste Indonesiens seien die Wellen angesichts der starken Winde bis zu sechs Meter hoch, meldete die Katastrophenschutzbehörde.

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Foto © (c) AP (Kandhi Barnez)

Extreme Wetterbedingungen

Die Behörde für Klimakunde und Meteorologie prognostizierte auch für die kommenden Tage für einige Teile des südostasiatischen Landes extreme Wetterbedingungen - mit schweren und sintflutartigen Regenfällen, starken Winden und hohen Wellen. In Indonesien kommt es in der Regenzeit zwischen Oktober und April häufig zu heftigen Niederschlägen, Überflutungen und Erdrutschen.

Indonesien liegt auf dem sogenannten Feuer-Ring im Pazifik. Der Inselstaat hat knapp 128 aktive Vulkane.

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