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ÄgyptenMumienparade zog durch Kairos Straßen

Die "Parade der Pharaonen" sorgte für einigen Wirbel im Internet: Nutzer von Onlinenetzwerken weisen auf den sogenannten Fluch der Pharaonen hin, der alle treffen soll, die deren Grabesruhe stören.

Die Mumien zogen in ihr neues Quartier, dem Nationalmuseum der ägyptischen Zivilisation © AFP
 

Etwas makaber, aber spektakulär: In einer beispiellosen Parade zogen am Samstag 22 Mumien quer durch Kairo. Die Überreste von vier Königinnen und 18 Königen aus dem antiken Ägypten werden dabei von eigens im Stil der damaligen Zeit dekorierten Wagen transportiert, auf denen jeweils der Name der oder des Verstorbenen zu lesen sein wird. Die "Goldene Parade der Pharaonen" wird live im Fernsehen übertragen.

Die Mumien lagen seit mehr als einem Jahrhundert im Ägyptischen Museum im Zentrum von Kairo - nun ziehen sie in ihr neues Quartier im neu gebauten Nationalmuseum der ägyptischen Zivilisation (NMEC) im Süden der Stadt um. An dem modernen Ausstellungskomplex wurde seit Jahren gebaut, am Sonntag soll er vollständig eröffnet werden. Die Mumien werden allerdings erst ab dem 18. April zu sehen sein.

Berühmte Herrscher

Die Parade der königlichen Mumien folgt streng der Chronologie: Den Anfang macht die mehr als 3.600 Jahre alte Mumie von Pharao Seqenenre Taa, der während der 17. Dynastie (1.625 bis 1.549 vor Christus) über Ägypten herrschte und von seinen Feinden hingerichtet wurde. Den Schluss bildet Ramses IX. der 20. Dynastie, der im 12. Jahrhundert vor Christus regierte.

Aber auch die Mumie des bedeutendsten Herrschers des Alten Ägypten, Ramses II. aus der 19. Dynastie (1.301 bis 1.236 vor Christus), wird Teil der Parade sein, ebenso wie die konservierten sterblichen Überreste der legendären Königin Hatschepsut, die der 18. Dynastie zugerechnet wird. Ein großes Polizeiaufgebot wird über die Sicherheit der antiken Herrscher während ihres rund 40 Minuten dauernden Umzugs wachen.

Die meisten der 22 Mumien wurden seit den 50er Jahren in einem kleinen Raum des Ägyptischen Museums ausgestellt. Im neuen Museum werden sie nun deutlich beeindruckender präsentiert - und mit ausführlichen Angaben zu ihren Biografien versehen.

Großes Museum soll eingeweiht werden

Zehntausende Exponate aus dem alten Ägypten, darunter auch der sagenumwobene Grabschatz des Tutanchamun, werden unterdessen ins Große Ägyptische Museum (GEM) einziehen. Das monumentale Milliardenprojekt neben den Pyramiden von Gizeh soll in den kommenden Monaten eingeweiht werden.

Die "Parade der Pharaonen" sorgte für einigen Wirbel im Internet: Nutzer von Onlinenetzwerken weisen auf den sogenannten Fluch der Pharaonen hin, der alle treffen soll, die deren Grabesruhe stören. Ursprünglich wurde der Fluch mit einer Reihe von mysteriösen Todesfällen in den Reihen des Archäologenteams in Verbindung gebracht, die sich in den Jahren nach der Entdeckung des Grabs von Tutanchamun im November 1922 zutrugen.

Nun aber wollen die Nutzer von Twitter, Facebook und Co. einen Zusammenhang zwischen der neuerlichen Ruhestörung der Pharaonen und den Unglücken erkennen, die Ägypten in den vergangenen Tagen trafen: die Blockade des Suezkanals durch ein Containerschiff, das Zugunglück im Süden des Landes mit 18 Toten und der Gebäudeeinsturz in Kairo, bei dem mindestens 25 Menschen ums Leben kamen.

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