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Zwölf Millionen hungernBislang schlimmste Hungerkrise in Syrien

Welthungerhilfe konstatiert "alarmierenden Rekord": Mehr als zwölf Millionen Menschen haben nicht genug zu essen.

© (c) AFP (DELIL SOULEIMAN)
 

Nach zehn Jahren Bürgerkrieg leidet Syrien der Welthungerhilfe zufolge unter der bislang schlimmsten Hungerkrise. Ein "alarmierender Rekord" von mehr als zwölf Millionen Menschen habe nicht genug zu essen, sagte der Syrien-Koordinator der Hilfsorganisation, Konstantin Witschel, der Deutschen Presse-Agentur. Das seien fast 60 Prozent der Bevölkerung. Die humanitäre Lage allgemein habe sich im vergangenen Jahr extrem verschlechtert.

Besonders betroffen sind Flüchtlinge. "Die Lage in den Camps ist schrecklich", erklärte Witschel nach einem Besuch in der nordsyrischen Stadt Azaz. Derzeit setzen Wintertemperaturen und starker Regen den Menschen zu. In den Flüchtlingslagern fehle es an allem. "Bei unserem Besuch kamen uns 30 Kinder entgegen, die bei sechs oder sieben Grad nur Pullis und Sandalen trugen."

Azat liegt nördlich der Großstadt Aleppo in einem Gebiet, das die türkische Armee und verbündeten syrischen Rebellen kontrollieren. Im von Regierungsgegnern gehaltenen Nordwesten Syriens leben mehr als vier Millionen Menschen, davon rund 2,7 Millionen Vertriebene. Mehr als die Hälfte braucht humanitäre Hilfe, die der UNO zufolge massiv unterfinanziert ist. Deutschland ist nach den USA zweitgrößter Geber.

Krieg seit 2011

Der Bürgerkrieg in Syrien hatte im März 2011 mit Protesten gegen die Regierung begonnen. Insgesamt wurden seitdem rund zwölf Millionen Menschen vertrieben, rund die Hälfte innerhalb von Syrien.

Durch den Verfall der syrischen Lira in den vergangenen Monaten hätten sich die Lebensmittelpreise verdreifacht, sagte Witschel. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie könnten nicht abgefedert werden. Viele Menschen könnten gerade einmal die Hälfte dessen decken, was sie als Mindestmaß zum Überleben bräuchten.

Eltern verzichteten auf Nahrung, um ihre Kinder ernähren zu können, sagte Witschel. "Auch die Mahlzeiten werden kleiner oder fallen ganz aus." Die Menschen verschuldeten sich, um Lebensmittel kaufen zu können. "Es gibt wachsende Probleme mit Kinderarbeit oder Zwangs- und Frühverheiratung. Das zeigt, wie verzweifelt die Menschen sind."

Sie hätten zudem nicht die Mittel, sich vor dem Corona-Virus zu schützen. "Das sind Worst-Case-Bedingungen", erklärte der Hilfskoordinator. "Die Menschen leben dicht gedrängt in überfüllten Camps ohne Möglichkeit, Abstand zu halten, ohne Schutz, ohne Desinfektionsmittel und ohne vernünftige medizinische Versorgung." Die offiziell vergleichsweise niedrige Anzahl der Corona-Fälle sei nicht realistisch, da in der Region kaum getestet werden könne.

Kommentare (8)
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Sam125
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Das Gebiet rund um Azat,wird von türkischem Truppen und syrischen Rebellen

kontrolliert! Das heißt soviel wie ich vetstehe,dass der türkische Sultan mit seinen Rebellenfreunden diese Menschen, die seine eigenen Glaubensbrüder und Glaubensschwestern sind,fast verhungern läßt! Ist verstehe schon lange nicht mehr,wer im "Orient" eigentlich gegen wen den Krieg erklärt und warum! Diese Despoten und Gewaltherrscher opfern ihre eigenen Glaubensbrüder und Schwestern für ihre höhere Sache und lassen sie einfach sterben oder töten die armen Menschen!Sie gehen über die Leichen ihrer eigenen Glaubensbrüder und Schwestern und "Ungläubige"sind sowieso die erste Wahl in ihrer hohlköpfigen verwirrten Gedankenwelt!!

GordonKelz
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Der Mensch....

...ist mit großer Schaufel dabei, sein eigenes
GRAB zu schaufeln!
Gordon

Hapi67
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Dummes Volk, dumme Regierung

Bei ausreichend Geld, Lust und Laune bitte weiterhin gegenseitig den Schädel einschlagen oder löst irgendwann die Probleme vor Ort.
Und verschont die anderen mit dem armseligen Gejammer und Geheule.

Mein Graz
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@Hapi67

Wie dumm mus eine Person sein, die so was schreibt?
Und wie empathielos, selbstgefällig, überheblich?

Kirby
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Graz,

Wie schlecht im Rechnen und Haushalten muss ein Mensch sein, dass sich das nicht mehr lange ausgeht. Und wie Ignorant der eigenen sozial benachteiligten und arbeitslosen/Wohnungslose Bevölkerung. Aber zum Glück werden arme Ö-Bürger stillgeschwiegen.

Mein Graz
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@Kirby

Ja, uns geht es wirklich schlecht. Bei uns sitzen unendlich viele auf der Straße, weil sie keine Unterkunft haben. Bei uns hungern die Menschen, weil sie sich das Essen nicht mehr leisten können. Arbeitslose bekommen keine Unterstützung, weil der Staat nicht zahlt. Es gibt auch keine Überbrückungshilfen o.ä. in Österreich.

Oder ist es doch anders?

Ich bestreite nicht, dass es tatsächlich sozial schwache oder wohnungslose Österreicher gibt, dass wir gerade derzeit viele Arbeitslose haben.
ABER fast alle diese Menschen werden unterstützt, wenn sie sich darum bemühen!
Und ich kann mich nicht erinnern, wann in Österreich das letzte Mal jemand verhungert ist oder an Mangelerscheinungen verstorben ist, weil er sich das Essen nicht mehr leisten konnte.

Österreich ist nicht arm, das sieht man schon daran, dass bei uns nicht wirklich jemand darben muss.
Dass manche andere Menschen nicht unterstützen wollen liegt wohl eher daran, dass die Neidgesellschaft und die Abneigung gegenüber allem, was uns fremd ist, immer mehr zunimmt.

Und das hat nichts damit zu tun, ob man "Rechnen und Haushalten" kann oder nicht.

Zaunschirm
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Empathie

Natürlich, die Kinder und Familien haben sich dieses Leben ausgesucht und verdient? Was ist bei Ihnen falsch gelaufen, soviel fehlende Empathie muss hoffentlich einen Grund haben?!

schadstoffarm
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Absichtlich ignorant

Oder so zur Welt gekommen und seither nichts gelernt?