Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

EU-BerichtLuftverschmutzung größte Bedrohung für die Gesundheit

Rund 13 Prozent der jährlichen Todesfälle in der EU - das entspricht 630.000 vorzeitig Verstorbenen - lassen sich auf Umweltfaktoren zurückführen.

© APA (AFP/Getty)
 

Mehr als 400.000 Menschen in der Europäischen Union sterben jährlich vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA), der am Dienstag in Kopenhagen veröffentlicht wurde. Für den Bericht wurden Daten zum Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Europäer analysiert.

Demnach stellt in Europa die Luftverschmutzung nach wie vor die größte Umweltbedrohung für die Gesundheit dar. Im Jahr 1990 lag die Zahl der darauf zurückgehenden vorzeitigen Todesfälle allerdings noch bei einer Million. An zweiter Stelle stehe die Lärmbelastung, die zu 12.000 vorzeitigen Todesfällen führe, heißt es in dem Bericht weiter. Auch Auswirkungen des Klimawandels hätten zunehmend ihren Anteil, Hitzewellen und Überschwemmungen zum Beispiel.

Urbane Brennpunkte

Menschen in städtischen Umgebungen seien von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen, sagte Catherine Ganzleben von der EEA. Weitere von der Umweltagentur genannte Faktoren sind chemische Verbindungen, auf zu starken Antibiotika-Einsatz zurückgehende Resistenzen bei Krankheitserregern und verschmutztes Trinkwasser.

Auffällig sei zudem der deutliche Unterschied zwischen den Ländern in Ost- und Westeuropa. In vielen osteuropäischen Länder sei die Rate vorzeitiger Tode durch Umweltfaktoren sehr viel höher als in Westeuropa. Den höchsten Anteil an Todesfällen in Zusammenhang mit Umweltbelastungen habe Bosnien und Herzegowina (27 Prozent), den niedrigsten hätten Island und Norwegen (neun Prozent). Österreich rangiert unter den Ländern mit einem Wert von zwölf bis 13 Prozent.

Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfälle

Die Untersuchungen stützen sich auf Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Todes- und Krankheitsursachen von 2012. Demnach lassen sich rund 13 Prozent der jährlichen Todesfälle in der EU - das entspricht 630.000 vorzeitig Verstorbenen - auf Umweltfaktoren zurückführen und wären daher vermeidbar. Zu den häufigsten Todesursachen zählen dabei Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfälle.

"Während wir in Europa Verbesserungen in der Umwelt und im Green Deal einen klaren Fokus auf eine nachhaltige Zukunft sehen, zeigt der Bericht, dass Maßnahmen erforderlich sind, um die am stärksten gefährdeten Personen in unserer Gesellschaft zu schützen", sagte EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx. Armut gehe häufig mit dem Leben in einer belasteten Umwelt und schlechter Gesundheit einher. "Die Bewältigung dieser Zusammenhänge muss Teil eines integrierten Ansatzes für ein inkludierendes und nachhaltigeres Europa sein."

Kommentare (1)

Kommentieren
ichbindermeinung
0
1
Lesenswert?

Hauptproblem sind auch die ganzen Holzabgase

spiegel de vom 05 März 2019 Luftverschmutzung durch Kaminöfen
Leider dreckig...Bund und Länder fördern den Trend zur Holzheizung sogar mit Verweis auf den Klimaschutz.....Nach einer Berechnung des Umweltbundesamts entsteht bei der Verbrennung von Holz im Schnitt 2500-mal mehr Feinstaub als bei einer Gasheizung......In Deutschland gibt es gut elf Millionen mit Holz betriebene sogenannte Kleinfeuerungsanlagen. Laut Umweltbundesamt stoßen sie im Jahr 2016 insgesamt etwa doppelt so viel Feinstaub aus wie alle Lkw- und Pkw-Motoren. ...........Holzrauch enthält viel mehr polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe als zum Beispiel Dieselabgas." Die kleinen Partikel sind noch gefährlicher, weil sie tief in die Lunge eindringen können.