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Laut UNICEF900 ehemalige Kindersoldaten im Südsudan sind gefährdet

Rund 900 ehemalige Kindersoldaten im Südsudan sind laut UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, gefährdet, den Übergangsprozess in ein normales Leben aufgrund von finanziellen Engpässen nicht zu bestehen.

Sujetbild © AP
 

Die Kinder seien bereits für die Freilassung registriert, aber UNICEF benötige 4,2 Mio. Dollar (3,84 Mio. Euro), um neue Entlassungen und die sofortige Aufnahme von Reintegrationsprogrammen zu finanzieren, hieß es am Dienstag in einer Aussendung.

Mit diesem Betrag könne man im kommenden Jahr etwa 2.100 Kinder unterstützen. Das Reintegrationsprogramm stelle sich den vielfältigen Herausforderungen, denen diese Kinder ausgesetzt seien, hieß es weiter. Es gewährleiste eine effektive Wiedereingliederung in das öffentliche Leben und verhindere, dass Kinder erneut rekrutiert würden. Die meisten Kinder, die das Programm abgeschlossen hätten, seien nicht zu den Streitkräften oder Gruppen zurückgekehrt.

Kinder- und Jugendsoldaten

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die weltweit als Soldaten im Einsatz sind, wird auf 250.000 geschätzt, zitierte die Hilfsorganisation aus dem jüngsten Jahresbericht der UN-Stelle "Kinder und bewaffnete Konflikte". Demnach werden aktuell in 15 Ländern Kindersoldaten eingesetzt: Die meisten seien 2018 in Somalia rekrutiert bzw. eingesetzt worden (2.300), gefolgt von Nigeria (1.947), Syrien (806), der Demokratischen Republik Kongo (631), dem Südsudan (453), dem Jemen (370) und Kolumbien (293).

In manchen Ländern gebe es sogar einen Anstieg an Kindersoldaten. Beispiel dafür sei etwa Kolumbien, obwohl das Friedensabkommen mit der landesweit größten Guerillagruppe FARC im Jahr 2016 eigentlich deren Demobilisierung vorsah. Ein Ende Jänner 2020 veröffentlichter Bericht von Menschenrechtsgruppen dokumentiere für den Zeitraum von 2017 bis zum Vorjahr 311 Fälle von Zwangsrekrutierungen in Kolumbien.

 

Wichtige Programme zur Unterstützung von Kindern, die aus den Streitkräften und Gruppen im Südsudan entlassen wurden, könnten im nächsten Monat auslaufen, wenn die dringend benötigten Mittel nicht bereitgestellt würden, warnte UNICEF.

"Das Wort Frustration kann nicht annähernd beschreiben, wie ich über die Situation denke", sagte der UNICEF-Vertreter im Südsudan, Mohamed Ag Ayoya. "Die Kinder sind registriert, verifiziert und bereit, freigelassen zu werden. UNICEF bietet ein bewährtes und wirksames Wiedereingliederungsprogramm an, doch wir haben nicht die Mittel, um diese wichtige Arbeit fortzusetzen. Meine Klage ist stellvertretend für die Kinder, die bereit sind, ihr neues Leben zu beginnen und ihre Kindheit zurückzugewinnen."

Das Wort Frustration kann nicht annähernd beschreiben, wie ich über die Situation denke

Mohamed Ag Ayoya, UNICEF-Vertreter im Südsudan

Das dreijährige Reintegrationsprogramm koste 2.000 US-Dollar (1.826,32 Euro) pro Kind. Es biete psychosoziale Unterstützung, engagierte Sozialarbeiter, Familienfindung und -zusammenführung, Bildungsangebote und andere lebenswichtige Dienstleistungen, um den Kindern beim Wiederaufbau ihres Lebens zu helfen, so UNICEF.

Das Programm sei seit über einem Jahr stark unterfinanziert. Die Organisation sei gezwungen, Ressourcen aus anderen Arbeitsbereichen abzuziehen, um die entscheidende Unterstützung für stark gefährdete Kinder aufrechtzuerhalten. Da diese Mittel nun erschöpft seien, bleibe UNICEF keine andere Wahl, als das Reintegrationsprogramm auszusetzen, sofern keine neuen Mittel zur Verfügung gestellt würden.

UNICEF fordere insbesondere die "Group of Friends on children and armed conflict", zu der Kanada, die EU, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden, das Vereinigte Königreich und die USA gehören, dazu auf, die Führung zu übernehmen, um die Zukunft einiger der am meisten gefährdeten Kinder im Südsudan zu sichern und eine friedlichere und stabilere Zukunft für das Land aufzubauen.

Seit 2015 hat UNICEF laut Aussendung die Freilassung und Reintegration von 3.677 Kindern, die von den Streitkräften und bewaffneten Gruppen im Südsudan eingesetzt wurden, unterstützt.

 

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