AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

120 PersonenUmweltaktivisten besetzen deutsches Kohlekraftwerk in Datteln

Umweltaktivisten sind am Sonntag aus Protest gegen das Kohleausstiegsgesetz der deutschen Regierung in das Kohlekraftwerk Datteln in Nordrhein-Westfalen eingedrungen.

FILES-GERMANY-ENERGY-COAL-ENVIRONMENT-DEMO
© APA/AFP/INA FASSBENDER
 

Laut Polizei stießen etwa 120 Menschen auf das Gelände vor, sie brachen dafür ein Tor auf. Sie bezeichneten das noch nicht ans Netz genommene neue Steinkohlekraftwerk Datteln IV als "finalen Sargnagel für Klimagerechtigkeit".

Der Betreiber wollte sich rechtliche Schritte wegen Hausfriedensbruchs vorbehalten. Der Polizei zufolge lief der Protest friedlich. Organisiert wurde die Aktion von den Gruppen Ende Gelände und DeCOALonize Europe. Die beiden Gruppierungen bezifferten die Zahl der Protestteilnehmer auf etwa 150. Sie blockierten dort nach eigenen Angaben zentrale Infrastruktur.

Nach Angaben der Polizei löste sich die Protestaktion im Verlaufe des Sonntags allmählich auf. Viele der Aktivisten hätten das Kraftwerk verlassen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei habe ihre Personalien aufgenommen und Anzeige erstattet. Ob das Kraftwerk am Sonntag wieder vollständig freigegeben werden soll, blieb zunächst unklar.

Anlass der Aktion ist nach Angaben der Organisatoren, dass nach dem Kohlegesetz das neue Steinkohlekraftwerk Datteln IV noch in diesem Jahr ans Netz gehen solle.

"Ein Desaster"

Die Pressesprecherin von Ende Gelände, Kathrin Henneberger, nannte das Kohleausstiegsgesetz "ein Desaster". "Wir können unmöglich 18 Jahre weiter Kohle verbrennen." Die Kohlekraftwerke müssten jetzt abgeschaltet werden, es dürfe kein neues angeschaltet werden.

"Die ganze Klimabewegung macht sich jetzt auf, um gegen Datteln IV zu protestieren", sagte Henneberger. Sie hätten das Kraftwerk besetzt, "weil wir verzweifelt sind". Der Widerstand habe gerade erst begonnen.

Ein Sprecher des Krafwerkbetreibers Uniper sagte auf Anfrage, gegen einen friedlichen Protest sei aus Sicht des Unternehmens nichts einzuwenden. "Allerdings haben sich heute Personen widerrechtlich Zutritt zu unserem Kraftwerksgelände in Datteln verschaffen."

Deshalb behalte sich das Unternehmen rechtliche Schritte vor, unter anderem wegen Hausfriedensbruch. Etwaige wirtschaftliche Auswirkungen oder eventuelle Schäden ließen sich noch nicht benennen.

Der gerade vom deutschen Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf für den Kohleausstieg sieht vor, bis spätestens Ende 2038 die Kohleverstromung zu beenden.

Kommentare (2)

Kommentieren
Popelpeter
0
2
Lesenswert?

Sofort

Auf Schadenersatz klagen, genauso die Magna-Blockierer!!!

Antworten
scionescio
2
6
Lesenswert?

Wenn die lieben Aktivisten ein bisschen technische Ahnung hätten, würden sie wissen, dass man beim aktuellen Stand der Technik die Netzstabilität nur mit Wind- und Sonnenenergie nicht aufrechterhalten kann ...

... aber was stören solche Kleinigkeiten die Aktivisten- wenn man viel Meinung und wenig Ahnung hat, lebt es sich viel leichter;-)

Antworten