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In ItalienVaterunser mit neuer Formulierung wird eingeführt

"Lass uns nicht in Versuchung geraten" lautet künftig die sechste Bitte im Gebet - und löst "Führe uns nicht in Versuchung" ab: Die neue Übersetzung sei näher am Sinn des griechischen Originals.

© (c) AP (Andrew Medichini)
 

Die italienischen Katholiken müssen sich an eine neue Version des "Vaterunser" gewöhnen. Die Neufassung des Gebetes sieht vor, dass die sechste Bitte "Führe uns nicht in Versuchung" von der Formulierung "Lass uns nicht in Versuchung geraten" abgelöst wird. Die neue Übersetzung sei näher am Sinn des griechischen Originals, verlautete es aus dem Vatikan.

Die Neufassung des Gebets soll nach Ostern eingeführt werden, in der Messliturgie soll sie ab Beginn des nächsten Kirchenjahres am 29. November 2020 (1. Adventsonntag) zum Einsatz kommen. Beschlossen hatte Italiens Bischofskonferenz CEI die Änderung bereits auf ihrer Vollversammlung im Herbst 2019, in diesem Jahr wird die Reform nun umgesetzt. Dem Beschluss der italienische Bischofskonferenz über das neue Messbuch ging eine mehr als 16-jährige Übersetzungsarbeit voraus. Dabei bemühten Bischöfe und Experten sich um theologische und stilistische Verbesserungen.

Papst Franziskus hatte sich im Dezember 2017 in eine theologische Debatte zum Vaterunser eingeschaltet. Er hatte in einem Fernsehinterview Zweifel an der Übersetzung "Führe uns nicht in Versuchung" geäußert. Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um zu sehen, wie er falle. Dies tue Satan, nicht ein Vater, so der Papst.

Dass die Änderung die Gewohnheiten der Gläubigen in Italien stören wird, glaubt der Erzbischof von Chieti-Vasto Bruno Forte nicht. Im Interview mit Radio Vatikan betonte der Theologe, er sehe "keine größeren Probleme" voraus. Auch die Franzosen hätten bereits die Vaterunser-Bitte umformuliert. Keinen Änderungsbedarf sehen dagegen die Bischofskonferenzen im deutschsprachigen Raum.

Das Vaterunser ist das am weitesten verbreitete Gebet des Christentums und das einzige, das nach dem Neuen Testament Jesus Christus selbst seine Jünger gelehrt hat. Es wird von Christen aller Konfessionen gebetet, von den meisten auch im Gottesdienst.

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Danke für Ihr Verständnis.

hermannsteinacher
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Spaniens, Portugals und Frankreichs römisch-katholische (Erz)Bischöfe

verwenden nach Umstellung schon einige Zeit einen auch Franziskus gefälligen Vaterunsertext, der dem neuen italienischen Text entspricht.

Von der österreichischen Bischofskonferenz ist keine offizielle Stellungnahme bekannt. Die deutsche Bischofskonferenz ist für Österreich nicht zuständig.

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hermannsteinacher
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Warum sagt der Vatikan die Unwahrheit?

Denn das neue italienische Vaterunser ist von den altgriechischen Texten (im Vaterunsergebet Mt 6,13 bzw. im Vatergebet Lk 11,4) weiter entfernt als das bisherige italienische Vaterunser, das diesbezüglich auch der Vulgata entspricht und übrigens auch dem deutschen Vaterunser.

Der Papst mag ja recht haben, aber dann ist die Vulgataübersetzung falsch und der im Novum Testamentum Graece et Latine Nestle/Aland gebrachte Mt-Text sowie der dort publizierte Lk-Hauptvariantentext. Diese Texte entsprechen auch dem griechischsprachigen Vaterunser der orthodoxen Kirche(n) mit Altgriechisch als Kirchensprache.

Jesus brachte das Original-Gebet in seiner Muttersprache Aramäisch, sei nur am Rande ergänzt. Dieser Text ist nicht überliefert.

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tomtitan
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Da gibt's glaub

ich wichtigeres....

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