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Klimaexperte im Interview"Regenwald kann nicht mehr aufgeforstet werden"

Alexander Podesser, Klimaexperte und Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Steiermark über die desaströsen Folgen der Amazonas-Brände und die Mitschuld Europas.

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© (c) APA/AFP/CARLOS FABAL
 

Herr Podesser, wie außergewöhnlich sind die aktuellen Brände im Amazonas?
Alexander Podesser: Da muss ich ausholen: Dass es Brände im Amazonaswald während der Trockenzeit (August bis November, Anmerkung) gibt, ist üblich – das gab es auch in der Vergangenheit. Diese entstehen vorwiegend durch Blitzschlag. In den letzten beiden Jahrzehnten waren die Trockenperioden aber besonders stark ausgeprägt, was mit Änderungen der großräumigen Zirkulation zu tun hat. Das wiederum hängt mit dem El Niño-Phänomen und dem Klimawandel zusammen. Die jetzigen Brände entstehen vor allem durch Brandrodung. Seit 1970 fielen 20 Prozent des Amazonas der Agrar- bzw. Holzindustrie zum Opfer.

Wie gravierend in die CO2-Entwicklung durch die Feuer?
Podesser: Durch die Feuer gelangt langfristig in den Pflanzen gespeichertes CO2 in die Atmosphäre. Langfristig gesehen hängt alles davon ab, ob es in Brasilien, welches den mit Abstand größten Regenwaldanteil hat, den politischen Willen gibt, diesen Wald zu erhalten. Das große Problem ist, dass die Böden im Amazonas extrem nährstoffarm sind, die meisten Nährstoffe sind in den Pflanzen und Bäumen selbst gespeichert. Ist der Wald einmal weg, und es handelt sich um den letzten großen, zusammenhängenden Urwald auf der Erde, kann er nicht mehr aufgeforstet werden. Die Böden sind nach einigen Jahren intensiver Landwirtschaft allgemein so ausgelaugt, dass immer mehr Waldgebiete erschlossen werden. Dazu kommt noch die Zerstörung einer immensen Artenvielfalt, die es sonst nirgendwo in dieser Ausprägung gibt.

Kommentare (4)

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umo10
1
15
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Und jetzt?

Das überfordert nicht nur den Konsumenten, es überfordert auch die Politik! Jetzt braucht es kluge Köpfe, kluge Zeitungen. Menschen, die überzeugen können. Sie müssen das eigene Ego treffen, nicht die Zukunft. Jeder muss gelobt werden, der auf Verbrennung verzichtet

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CloneOne
4
30
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Wo ein Wille ist

ist auch ein Weg. Wenn der Wille fehlt sind wir dem Untergang geweiht.

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umo10
0
14
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Der Umdenker der Woche

Macht eine eigene Kolumne und bringt die Firma, die Leute vor den Vorhang

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Amadeus005
3
27
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Der Wille wird ja nur von den anderen gefordert

Selbst ist der Mann/Frau. Die Politik muss uns bei der Visualisierung helfen. CO2 Bilanz muss überall ersichtlich sein und quasi ins Blut übergehen.

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