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Lieber Europa aufforstenBrasilien lehnt G-7-Soforthilfe im Kampf gegen Waldbrände ab

Das Präsidentenbüro bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Ablehnung der Soforthilfe.

Brasilien lehnt G-7-Soforthilfe im Kampf gegen Waldbrände ab
Brasilien lehnt G-7-Soforthilfe im Kampf gegen Waldbrände ab © APA/AFP/GREENPEACE/VICTOR MORIYA
 

Die brasilianische Regierung hat die von den G-7-Staaten zugesagten Millionenhilfen in Kampf gegen die Waldbrände in der Amazonas-Region zurückgewiesen.

Der Kabinettschef von Präsident Jair Bolsonaro, Onyx Lorenzoni, sagte am Montag dem Nachrichtenportal "G1", die 20 Millionen Dollar sollten vielmehr dazu verwendet werden, die Wälder in Europa wieder aufzuforsten. Das Präsidentenbüro bestätigte die Ablehnung der Soforthilfe.

Löschflugzeuge

Die G-7-Staaten hatten Brasilien angesichts der verheerenden Amazonas-Waldbrände umgerechnet 18 Millionen Euro an Soforthilfen zugesagt. Damit sollten vor allem Löschflugzeuge finanziert werden, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag beim Gipfeltreffen der führenden Industrieländer im südfranzösischen Seebad Biarritz.

Der brasilianische Umweltminister Ricardo Salles begrüßte zunächst die Unterstützung durch die G-7. Bolsonaros Kabinettschef Lorenzoni erteilte dem Vorschlag dann aber eine Absage: Brasilien danke für die angebotene Hilfe, sagte er zu "G1". "Aber vielleicht wäre es wichtiger, mit den Mitteln Europa wieder aufzuforsten." Zugleich rief er Macron auf, dieser solle sich lieber um die Probleme bei sich "zu Hause" und in den französischen "Kolonien" kümmern.

"Kolonialistische Mentalität"

Die brasilianische Regierung hat Macron in den vergangenen Tagen wiederholt scharf angegriffen, weil der französische Präsident die Amazonas-Waldbrände auf die Agenda des G-7-Gipfels gesetzt hatte. Bolsonaro selbst warf Macron eine "kolonialistische Mentalität", eine "Instrumentalisierung" der Amazonas-Waldbrände sowie einen "sensationsgierigen Ton" vor. Der ultrarechte Politiker schreckte selbst vor einer sexistischen Attacke gegen Macrons Ehefrau Brigitte nicht zurück.

Kommentare (8)

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Marcuskleine
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nur 20 Mio

Wobei die Summe von 20 Mio an sich ja nur ein symbolischer Betrag gewesen wäre, das ist nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein, das ist sowieso viel zu wenig.
Da kostet die Ausrichtung des G-7 Gipfels wahrscheinlich mehr!! Saudi Arabien hat den USA letztens Waffen um 1000Mio abgekauft, daraufhin Katar ebenfalls um 100e Mio. Die Türkei hat den Russen das Raketen-Flugabwehrsystem um 2000+Mio abgekauft... Diese Summe von 20 Mio sagt eigentlich nur, dass keiner von den G7 WIRKLICH helfen wollte. Wenigstens öffentliche Aufmerksamkeit für die Brände in der Öffentlichkeit!

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wjs13
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Brasilien "Land der Zukunft"

Fernando Henrique Cardoso hat das Land bis 2003 in jeder, vor allem wirtschaftlicher, Beziehung positiv verändert und eine diese Zukunft vorbereitet. Mit den Auswirkungen seiner Politik sank laut WHO die Hungerrate von 15 auf 5%, danach tat sich nichts mehr. Die 13 Jahre Regierungszeit unter Lula und den PT-Kommunisten (década perdida) hat mit Korruption und Stimmenkauf das Land zerstört.
Ich dachte dass es nicht mehr schlimmer kommen könnte, aber Bolsonaro hat mich eines besseren belehrt.
Die Zukunft des Landes ist, wenn sie überhaupt je passieren sollte, in weiter Ferne gerückt.

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Stefan123
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Importverbote aus Brasilien

.. das Mercosur Abkommen auf alle Fälle verhindern und weitere Importverbote (speziell Palmöl und Soja) somit entziehen wir den zusätzlichen Flächen den Nutzen.
Wir selbst könnten jedoch auch beitragen, indem wir bewusst auf Fleisch verzichten würden.

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josefhanni
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Importstop

Sofortiger Stopp von Landwirtschaftlichen Produkten aus prasilien

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Mein Graz
3
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Typisch für einen Rechten Populisten.

"Die Anderen" sollen doch...
In Europa hat m.W. die Gesamtfläche an Bewaldung zugenommen, in Südamerika ist die stärkste Abnahme der Waldflächen zu verzeichnen (Stand 2018).
Jetzt brennen riesige Flächen in Brasilien, doch Europa soll aufforsten. Hilfe zur Bekämpfung der Brände lehnt der Populist ab, weil er m.E. nicht ernstlich etwas gegen die Waldbrände tun will - er möchte ja Agrarflächen erweitern!

Ich hoffe, dass Brasilien bald einen Ausweg aus dieser politischen Lage findet.

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bettn
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ja genau, 'die anderen' sollen doch

allerdings, aus Sicht Brasiliens haben 'die anderen' den Klimawandel verursacht, also wir, der sogenannte Westen. Selbstverständlich ist es eine echte Katastrophe was der Bolsonaro da veranstaltet, aber er hat halt auch definitiv recht damit, dass 'der Westen' keinesfalls so weitermachen kann und sich lediglich auf ärmere Länder stützt um das Klima zu retten.

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Mein Graz
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@bettn

Selbstverständlich muss die sg. westliche Welt schnellstmöglich umdenken und ihr Verhalten ändern, das steht doch außer Frage!

Von 230 Ländern stand Brasilien im Jahr 2017 an 108. Stelle (Quelle: laenderdaten(dot)de) beim Bruttoinlandsprodukt. M.E. gehört Brasilien nicht zu den wirklich "armen" Ländern, nur ist es wie in so vielen Staaten (oder sollte man heute nicht schon schreiben "in allen Staaten"), dass der Reichtum äußerst ungleich verteilt ist.

Bolsonaro denkt allerdings keinesfalls an den Klimawandel, wenn er die Hilfe anderer Staaten ablehnt. Die Brände sind doch zumindest teilweise dem Gedankengut geschuldet, das er verbreitet: Wirtschaftswachstum um jeden Preis. Und dafür nimmt er ohne Zögern die weltweite Beeinflussung des Klimas in Kauf.

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ichbindermeinung
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klimaschädl. Mercosur

Das klimaschädl. ausverhandelte Mercosurabkommen nicht umsetzen u. Palmöl verbieten das bringt sehr viel

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