Die Polizei hat in einem internationalen Großeinsatz die frei im Internet zugängliche Sprengstoff-Plattform "xplosives.net" stillgelegt. Der Server und zahlreiche Datenträger seien beschlagnahmt worden, sagte Uwe Lührig von der Polizeidirektion Göttingen am Dienstag. Auf der Plattform seien Anleitungen zum Bau von Kriegswaffen und Bomben sowie zur Herstellung von Sprengstoff zu finden gewesen.

22 Verdächtige

Der Einsatz habe am Dienstag um 4.30 Uhr in neun deutschen Bundesländern sowie in Litauen und Kroatien begonnen. Dabei seien Sprengstoff und Suchtgift sichergestellt worden. Die Durchsuchungen richteten sich gegen 22 Verdächtige im Alter von 17 bis 55 Jahren. Alle beschuldigten Männer seien Deutsche. Rund 1.000 Einsatzkräfte waren nach Angaben der Polizei Göttingen beteiligt.

Die Plattform war nach bisherigem Erkenntnisstand seit dem Jahr 2006 online. Im vergangenen Jahr gab es rund 360 aktive Mitglieder. Hinweise auf ein politisches Motiv liegen bisher nicht vor.

Zur Frage, ob die Waffen und der Sprengstoff auch gegen Menschen eingesetzt werden sollten, gebe es noch keine Erkenntnisse. "Wir können es nicht ausschließen", sagte Lührig. Festgenommen wurde keiner der Beschuldigten, da es derzeit keine Anhaltspunkte für Flucht- oder Verdunklungsgefahr gebe, wie Oberstaatsanwalt Ingo Rau, Leiter der Zentralstelle Cybercrime bei der Staatsanwaltschaft Göttingen, sagte. Begonnen hatten die Ermittlungen vor gut einem Jahr, im September 2018.