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Fall OrlandiNun analysieren Vatikan-Experten Knochenfunde

Im Rahmen der Suche nach Überresten der vor 36 Jahren verschwundenen Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi werden nun DNA-Proben genommen.

© (c) AP (Andrew Medichini)
 

Auf dem deutschen Friedhof im Vatikan hat am Samstag die Untersuchung der Gebeine begonnen, die in zwei, vor einer Woche geöffneten Beinhäusern gefunden wurden. Das teilte der Vatikan am Samstag mit. Aus den Kelleranlagen unter dem deutschen Priesterkolleg waren mehrere Knochen entnommen worden. Gesucht wird nach Überresten der vor 36 Jahren verschwundenen Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi.

DNA-Proben von allen Knochen

Laut dem Vatikan sollen DNA-Proben von allen Knochen genommen werden. Die Untersuchungen werden vom Rechtsmediziner Giovanni Arcudi und dessen Mitarbeitern durchgeführt, die der Vatikan mit der Aufgabe betraut hatte. Zudem ist auch ein von der Familie Orlandi ausgewählter weiterer Genetiker an Ort und Stelle. Die Untersuchungen sollen nach internationalen Standards erfolgen.

In den Beinhäusern wurden bisher menschliche Knochen aufbewahrt, die etwa aus Platzgründen von Friedhöfen dorthin gebracht wurden. Die beiden Anlagen im Vatikan waren erst vor zwei Wochen entdeckt worden.

Es gilt jedoch als wenig wahrscheinlich, dass tatsächlich Knochen der Vermissten gefunden wurden. Emanuela Orlandi, die damals 15-jährige Tochter eines Vatikan-Angestellten, war am 22. Juni 1983 nicht vom Musikunterricht heimgekehrt. Um ihr Verschwinden ranken sich immer wieder neue Spekulationen und Verschwörungstheorien, die teils auch den Vatikan inkriminieren.

Auf der Suche nach den Überresten Orlandis waren am 11. Juli die Gräber von zwei deutschen Prinzessinnen geöffnet worden. Die Gruften waren leer. Das warf Fragen zu den Überresten der dort angeblich begrabenen Frauen auf. Wohin diese verschwunden sind, ist unklar.

Anonymer Hinweis mit Foto

Vor einem Jahr erhielt die Anwältin der Familie Orlandi einen mit einem Foto versehenen anonymen Hinweis, wonach die Überreste der Verschwundenen angeblich auf dem Pilgerfriedhof verscharrt worden seien. Daraufhin setzte die Familie bei der Vatikan-Justiz eine Öffnung der beiden Gräber durch. Die Familie hatte das Bild eines Grabsteins mit einer Engelstatue auf dem Pilgerfriedhof zugesandt bekommen.

Der kleine Friedhof ist an sich der letzte Ruheort für deutschsprachige Mitglieder katholischer Institutionen im Vatikan.

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