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Scharfe Kritik Neues Flüchtlingscamp auf Deponie und nahe Minenfeld

Ein Aufnahmezentrum für Migranten entsteht im Nordwesten Bosniens bei Bihac unweit einer ehemaligen Gemeindedeponie und eines Minenfeldes.

Flüchtlinge sollen in Bosnien in eine neue Unterkunft umgesiedelt werden, die sich auf einer ehemaligen Deponie und nahe eines Minenfeldes befindet © AP
 

Nach der EU kritisieren auch UNO und die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) den Standort für ein neues Aufnahmezentrum für Migranten in Bosnien-Herzegowina. Das Zentrum entsteht im Nordwesten Bosniens bei Bihac unweit einer ehemaligen Gemeindedeponie und eines Minenfeldes. In die vorläufige Zeltsiedlung wurden in den vergangenen Tagen bereits einige hundert Flüchtlinge verlegt.

Gesundheits-und Sicherheitsrisiko

Der Standort in Vucjak bei Bihac stelle ein "ernstes Gesundheits-und Sicherheitsrisiko dar und ist nicht entsprechend den internationalen Normen für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgestattet", erklärte die UNO laut dem Sender "Free Europe" am Dienstag. "Die bosnischen Behörden müssen eine passende Unterkunft für alle Migranten und Asylsuchenden in Bosnien sicherstellen und dafür sorgen, dass jede Unterkunft für die Flüchtlinge im Einklang mit den hygienischen und sanitären Normen ist und sicher ist", meinte auch Lydia Gall, eine HRW-Mitarbeiterin auf dem Balkan.

Wie der Polizeisprecher des Una-Sana-Kantons, Ale Siljdedic, gegenüber der bosnischen Presseagentur FENA erläuterte, wurden in den vergangenen Tagen jene Flüchtlinge nach Vucjak verlegt, die bisher in Parkanlagen von Bihac in kleinen Zelten oder ohne Personaldokumente in privaten Unterkünften gelebt hätten. In der Zeltsiedlung hätten sie sowohl Wasserversorgung und sanitäre Anlagen als auch eine Versorgung mit Nahrungsmitteln, erklärte er.

13 Millionen Euro von der EU

Laut früheren Medienberichten wollen die Kantonalbehörden in Vucjak ein festes Aufnahmezentrum errichten. Laut EU entspricht das Gebiet der ehemaligen Mülldeponie aber nicht den Bedingungen für eine EU-Finanzhilfe. In diesem Jahr hat Bosnien für die Versorgung der Migranten von der EU insgesamt 13 Mio. Euro an finanzieller Unterstützung erhalten.

Nach Polizeiangaben befinden sich im Una-Sana-Kanton nahe der Grenze zu Kroatien derzeit rund 7.000 Migranten. In den bestehenden Aufnahmezentren für die Flüchtlinge gibt es aber nur Platz für rund 3.200 Flüchtlinge.

Laut offiziellen Angaben sind in Bosnien seit Jahresbeginn mehr als 9.000 neu angekommene Flüchtlinge registriert. Gleichzeitig wurden nach Angaben der bosnischen Grenzpolizei 5.168 Flüchtlinge an der illegalen Einreise über die Grenze zu Serbien und Montenegro gehindert.

Kommentare (1)

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ichbindermeinung
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Amnesty internat. GB

amnesty internat. aus GB müsste auch runterfahren, so wie sie seinerzeit eine Kommission zu den Österr. nach Traiskirchen geschickt haben wegen der Zustände. War eigentl. die im Vorjahr angekündigte UNO Kommission betr. Migrantenbehandlung schon in Ö tätig.

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