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Soundtrack der Cosa NostraWie die Mafia Popmusik für den Machterhalt missbraucht

In Süditalien sind die Grenzen zwischen dem Pop und der Mafia fließend: Camorra und Cosa Nostra nutzen Musik für ihren Machterhalt.

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In Italien ein Star: Niko Pandetta
In Italien ein Star: Niko Pandetta © YouTube
 

Es ist ein Liebeslied der anderen Art. Niko Pandetta hat sich ein schwarzes Fußballtrikot übergezogen, vielleicht ein Zeichen der Trauer. Gestikulierend singt er im Musikvideo, als ginge es um eine schlecht ausgegangene Liebesgeschichte. "Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast!" Auf den linken Arm hat sich der Sänger eine Pistole tätowieren lassen, auf dem rechten ist der Name des Adressaten der Hymne zu lesen: "Turi" alias Salvatore Cappello.

Pandettas Onkel ist einer der berüchtigtsten Mafiabosse der sizilianischen Stadt Catania. "Du warst eine Lebensschule, hast mir beigebracht, ehrenvoll zu leben", schwärmt Pandetta. Was er nicht sagt: Onkel Turi sitzt seit 1992 wegen mehrfachen Mordes im Hochsicherheitsgefängnis auf Sardinien ein. Der über 2,6 Millionen Mal auf Youtube geklickte Song mit dem Titel "Dedicata a te" (Für dich) ist eine Liebeserklärung.
Gerade ist viel von den "Neomelodikern" in Italien die Rede. Das sind Popsänger aus dem Süden, die im Dialekt vom harten Alltag im Mezzogiorno singen und gelegentlich selbst enge Verbindungen zum organisierten Verbrechen haben.

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