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Überträger gefährlicher KrankheitenTropische Riesen-Zecke überwinterte erstmals in Deutschland

Gleich sechs Exemplare der tropischen Hyalomma-Zecke sind in den vergangenen Tagen in Deutschland aufgetaucht.

Tropische Zeckenart überwinterte erstmals in Deutschland © Universität Hohenheim / Marco Drehmann
 

Die tropische Zeckenart Hyalomma ist auf dem Weg, in unserem Nachbarland sesshaft zu werden. Wie die deutsche Universität Hohenheim in Stuttgart am Dienstag berichtete, wurden in den vergangenen Tagen sechs neue Funde gemeldet. Die Experten der Uni und jene des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr seien sich sicher, dass die Tiere im Land überwintert hätten. Die Zeckenart kann das lebensbedrohliche Krim-Kongo-Fieber-Virus übertragen. 

Fünf Zecken wurden in einem Pferdehof in Nordrhein-Westfalen entdeckt, eine Zecke auf einem Tier in Niedersachsen. "Beide Funde sind in den letzten Tagen erfolgt, also praktisch zeitgleich", erklärt Gerhard Dobler  vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. „Wir gehen deshalb davon aus, dass die drei heißen Tage dafür verantwortlich waren, dass die wärmeliebenden Hyalomma-Zecken jetzt ziemlich gleichzeitig an unterschiedlichen Orten aktiv wurden."

Von Zugvögeln eingeschleppt

Im vorigen Jahr ging man davon aus, dass die Zecken von Zugvögeln eingeschleppt wurden. Heuer wäre das nicht möglich gewesen, denn die Exemplare seien relativ früh im Jahr gefunden worden. Zu diesem Zeitpunkt - berechnet an dem Entwicklungsstadium - seien die Vögel noch gar nicht aus dem Süden zurückgekehrt, heißt es.

Noch bestehe, aber Hoffnung, dass die tropische Zeckenart nicht heimisch würde. Dafür sei es nämlich nötig, dass sich Männchen und Weibchen finden, was bei einer geringen Population schwierig sei.

Hyalomma

Hyalomma ist eine Gattung der Schildzecken mit etwa 27 Arten, von denen viele als Krankheitsüberträger – vor allem für das Krim-Kongo-Fieber und das Zecken-Fleckfieber – verantwortlich gemacht werden.

Die Gattung ist in den Trocken- und Halbtrockengebieten Afrikas, Asiens und Europas verbreitet, in Nord- und Mitteleuropa kam sie lange nicht vor, sie war insbesondere nicht in der Lage, dort kalte Winter zu überleben.

Die Symptome des Krim-Kongo-Fieber setzen plötzlich ein: Fieber (über fünf bis zwölf Tage konstant, biphasischer Verlauf), Schüttelfrost, Reizbarkeit, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Typisch sind eine Gesichtsrötung und ein Gesichtsödem, Bindehaut- und Rachenrötung.

Bei einem Teil der Erkrankten stellt sich als Komplikation ab dem dritten bis fünften Tag eine hämorrhagische Verlaufsform ein: Darmblutungen, Bluterbrechen (Hämatemesis), Hautblutungen (bis hin zu Ekchymosen, kleinflächigen Blutungen), hämorrhagische Diathese.

Die Letalität (Sterblichkeit) ist abhängig vom Virusstamm und beträgt zwischen zwei und 50 Prozent. Man schätzt, dass in den Staaten der ehemaligen UdSSR etwa jeder fünfte Fall mit hämorrhagischen Symptomen verläuft. Die Krankheit kann wohl auch symptomlos (inapparent) verlaufen. Der Tod tritt meistens in der zweiten Krankheitswoche ein, die Todesursache ist Multiorganversagen.

Quelle: Wikipedia

Auch in Österreich

In Österreich ist bereits im Vorjahr erstmals ein geschlechtsreifer Parasit gefunden - und zwar auf einem Pferdehof in Melk. Der suptropische Blutsauger hatte laut  kein Krim-Kongo-Fieber im Reisegepäck dafür, laut einer gemeinsamen Analyse der Vetmeduni Wien, der AGES und der Meduni Vienna, aber die für Menschen ebenso relevante Bakterienart "Rickettsia aeschlimannii" im Gepäck.

Rickettsia aeschlimannii (Rickettsien)

Beim Menschen verursachen Rickettsien (endemisch in Mittelmeerländern, Osteuropa, den Tropen und Nordamerika) eine ganze Reihe von Krankheiten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern. Als Beispiele seien genannt Fleckfieber (syn. Typhus exanthematicus), Rickettsienpocken, Brill-Zinsser-Krankheit, Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber) und das Rocky-Mountain-Fleckfieber.

Typische Symptome einer Rickettsiose sind Fieber, Kopfschmerzen und Exanthem

Quelle: Wikipedia

Die überdurchschnittlich warmen und trockenen Bedingungen im vergangenen Sommer und der ebenfalls sehr warme Herbst hatten dazu geführt, dass sich die vollgesogenen Nymphen selbst in sonst ungeeigneten Gegenden zu adulten Zecken entwickeln konnten. Die Zahl sei aber auch in Österreich vermutlich zu gering, um sich fix zu etablieren, so Georg Duscher vom Institut für Parasitologie der Vetmeduni Vienna. Der  Nachweis auch weniger adulter Zecken würde jedenfalls ein Gefahrenpotential bedeuten.

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