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Uterus wurde gespendetZwei Babys nach Gebärmutter-Transplantationen geboren

Im deutschen Tübingen freut man sich über zwei Neugeborene. Das Besondere: Ihre Mütter hatten ursprünglich keine Gebärmütter.

Sujetbild © pressmaster - stock.adobe.com
 

Im Universitätsklinikum Tübingen wurden zwei gesunde Babys geboren, deren Mütter ursprünglich keinen Uterus hatten. Das gab das Klinikum am Donnerstag in einer Pressekonferenz bekannt. Den beiden Frauen war je eine Gebärmutter gespendet und transplantiert worden. Nach den Transplantationen wurden die Frauen künstlich befruchtet. Beide Male erfolgreich. Bereits im März entbanden die Ärzte das erste Baby, Mitte Mai folgte ein zweite. Eine 25-Jährige und eine 26-Jährige brachten weltweit das 15. bzw. 17. Kind zur Welt, das nach einer Gebärmuttertransplantation geboren wurde. Die Tübinger Forscher konnten den beiden jungen Frauen damit ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen, ein biologisch eigenes Kind auf die Welt zu bringen. 

Ohne Uterus geboren

Beide Frauen waren ohne Uterus geboren worden. Sie litten an einer seltenen Krankheit, dem sogenannten Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Fehlbildung - Vagina und Gebärmutter sind dabei gar nicht oder nur teilweise ausgebildet. Die sekundären Geschlechtsmerkmale allerdings waren bei den Frauen normal entwickelt. Sara Brucker, Geschäftsführende Ärztliche Direktorin des Departments für Frauengesundheit am Universitätsklinikum Tübingen, beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit Frauen, bei denen aufgrund des Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndroms, zu Fehlbildungen kommt.

Spenden von Müttern

Beide Frauen hatten die Gebärmutter von der eigenen Mutter eingesetzt bekommen. Obwohl diese zu dem Zeitpunkt bereits die Wechseljahre überschritten hatten, nahmen die Organe bei den Empfängerinnen wieder ihre Funktion auf. Es kam wieder zu Regelblutungen. Beide Frauen wurden künstlich befruchtet. Die Transplantationen waren bereits 2016 über die Bühne gegangen. Im März bzw. im Mai wurden die Babys geboren.

Große Freude beim Team: Sarah Brucker, Geschäftsführende Direktorin für Frauengesundheit des Universitätsklinikum Tübingen, und Silvio Nadalin, Leiter des Transplantationszentrums Foto © (c) APA/dpa/Fabian Sommer (Fabian Sommer)

Das Transplantationsteam

Die Transplantationen wurden von einem multidisziplinären Ärzteteam durchgeführt. Dieses bestand aus Diethelm Wallwiener, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik, und Alfred Königsrainer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie und Silvio Nadalin, Leiter des Transplantationszentrums sowie Sara Brucker. Kooperiert wurde mit einem Transplantationsteam des Universitätsklinikums Göteborg, Schweden.

Bereits sechs Wochen nach der Operation setzte bei der 26-Jährigen die erste Menstruation ein – der erste Funktionsbeweis des transplantierten Uterus. Nachdem auch noch klar war, dass die Gebärmutter angenommen wurde und keine Abstoßungsreaktionen stattfanden, wurde ihr Mitte 2018 eine eigene, zuvor mit den Spermien des Ehemanns befruchtete Eizelle eingesetzt. Sowohl die Schwangerschaft als auch die Entbindung per Kaiserschnitt in der 36. Schwangerschaftswoche verliefen normal und unauffällig. „Wie bei jeder anderen Frau“, so Brucker. Der Junge wog bei seiner Geburt fast 2200 Gramm und war 45 Zentimeter groß. „Ich kann es noch gar nicht glauben, unseren kleinen Sohn in den Armen zu halten. Unser sehnlichster Wunsch ist in Erfüllung gegangen“, sagt die überglückliche 26-jährige Mutter.

Bisher wurden weltweit rund 40 Gebärmütter transplantiert. Insgesamt 17 Kinder wurden nach den Transplantationen bisher geboren.

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