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50 Tote in NeuseelandHass-Manifest ging Minuten vor Anschlag an Premierministerin

In E-Mail an Jacinda Ardern seien aber keine Tatorte oder ähnliche Hinweise genannt worden, mit denen die Anschläge noch hätten verhindert werden können, sagen Neuseelands Sicherheitsbehörden.

© (c) AP
 

Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch hat seine rechtsextreme Kampfschrift kurz vor den Anschlägen auch an Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern geschickt. Die Regierungschefin bestätigte am Sonntag in Wellington, dass neun Minuten vor Beginn der Angriffe auf zwei Moscheen am Freitag eine E-Mail an ihr Büro gegangen sei. Darin seien aber keine Tatorte oder ähnliche Hinweise genannt worden, mit denen die Anschläge noch hätten verhindert werden können.

Mittlerweile 50 Mordopfer

Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf 50. In einer der beiden Moscheen wurde eine Leiche gefunden, die man bisher nicht mitgezählt hatte. Die ersten Toten sollen noch am Sonntag an die Familien übergeben werden. Damit kann dann auch mit den Beerdigungen begonnen werden. Nach neuseeländischen Medienberichten sind alle Todesopfer Muslime im Alter von zwei bis 77 Jahren. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es zunächst nicht. Von den mehreren Dutzend Verletzten waren noch mindestens zwei in Lebensgefahr.

Terrorakt in Neuseeland: Gewalt gegen Gläubige

Pittsburgh Oktober 2018

Oktober 2018: In Pittsburgh im Nordosten der USA eröffnet ein bewaffneter Angreifer das Feuer auf Gläubige der Tree Life Synagoge, elf Menschen werden getötet. Während seines Angriffs brüllt der Mann Berichten zufolge: "Alle Juden müssen sterben".

(c) AP (Gene J. Puskar)

Kairo Dezember 2017

Dezember 2017: Bei einem Angriff auf eine koptische Kirche in einem Vorort der ägyptischen Hauptstadt Kairo erschießt ein Anhänger der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) neun Menschen.

(c) APA/AFP/MOHAMED EL-SHAHED

Texas November 2017

November 2017: Während eines Gottesdienstes in der texanischen Landgemeinde Sutherland Springs erschießt ein Amokläufer 26 Menschen, 20 weitere werden verletzt.

(c) AP (Jay Janner)

London Juni 2017

Juni 2017: Ein 48-Jähriger fährt mit einem Lieferwagen in eine Menge von Gläubigen vor der Moschee von Finsbury Park in Nordlondon. Ein Mensch wird getötet, zwölf weitere verletzt. Der Täter handelt aus persönlichem Hass auf Muslime. Er wird im Februar 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt.

(c) EPA (Nicolas Asfouri)

Ägypten April 2017

April 2017: Bei Bombenanschlägen auf zwei koptische Kirchen in Ägypten werden an Palmsonntag 45 Menschen getötet. Die IS-Miliz reklamiert die Taten für sich.

(c) APA/AFP/STRINGER

Quebec Jänner 2017

Jänner 2017: Bei einem Anschlag auf eine Moschee im kanadischen Québec werden sechs Gläubige erschossen. Der Täter, ein 29-jähriger Politikstudent, stellt sich der Polizei. Wegen "tiefen Hasses auf Muslime und Einwanderer" wird er zu lebenslanger Haft verurteilt.

(c) APA/AFP/ALICE CHICHE

Kairo Dezember 2016

Dezember 2016: Bei einem Selbstmordanschlag während der Sonntagsmesse werden in einer koptischen Kirche im Zentrum von Kairo 29 Gläubige getötet. Der IS bekennt sich zu der Tat.

(c) AP (Omar El-Hady)
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Inzwischen geht die Polizei fest davon aus, dass es sich bei dem festgenommenen Mann, einem 28 Jahre alten Australier, um einen Einzeltäter handelt. Zwar gab es vier weitere Festnahmen, offensichtlich aber ohne Zusammenhang zu dem Verbrechen. Der mutmaßliche Todesschütze wurde von zwei Polizeibeamten überwältigt, nachdem er die zweite Moschee verlassen und sich mit seinem Auto davongemacht hatte. Offenbar hatte er weitere Morde geplant. "Er hatte absolut die Absicht, seine Attacke fortzuführen", sagte Ardern. Seine 74-seitige Kampfschrift, die er auch ins Internet gestellt hatte, enthält zahlreiche rechtsextreme Parolen. Inzwischen sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis. Wegen vielfachen Mordes droht ihm lebenslange Haft.

Der Täter erschoss in einer Moschee in der Innenstadt zunächst 42 Menschen, darunter mehrere Kinder. Dann brachte er in einer anderen Moschee acht weitere Menschen um. Mit einer Helmkamera übertrug er die Tat live ins Internet. Insgesamt wurden bei ihm fünf halbautomatische Feuerwaffen und Schrotflinten sowie Sprengstoff sichergestellt. Der Mann wohnte zuletzt in der neuseeländischen Stadt Dunedin. Er hatte seit November 2017 einen Waffenschein und war auch Mitglied in einem Schützenverein.

Als Reaktion auf den brutalsten Anschlag in der jüngeren Geschichte Neuseelands will die Regierung nun die Waffengesetze verschärfen. In dem Pazifikstaat darf man bisher nach einer Überprüfung durch die Behörden schon mit 16 Jahren Waffen besitzen. Dazu benötigt man einen Waffenschein, muss die Waffen aber nicht alle einzeln anmelden. Neuseeland mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern war bisher von Terrorismus und Amokläufen weitgehend verschont geblieben.

"Neuseeland ist in Trauer vereint"

Christchurch steht immer noch unter Schock. In der Nähe der Tatorte legten viele Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Insgesamt war es in der Stadt jedoch viel ruhiger als an normalen Wochenenden. Viele Geschäfte blieben geschlossen. Auf einem Spendenkonto für die Hinterbliebenen gingen inzwischen mehrere Millionen Euro ein. Ardern sagte: "Neuseeland ist in Trauer vereint."

Mit etwa 50.000 Gläubigen - darunter viele Einwanderer aus Staaten wie Pakistan und Bangladesch - sind Muslime in Neuseeland eine Minderheit. Viele der Opfer waren als Einwanderer gekommen. Ihre Familien haben Wurzeln in Ländern wie Pakistan, Bangladesch, Afghanistan, Ägypten, Saudi-Arabien und Indien. Die genaue Herkunft will die Polizei aber erst bekanntgeben, wenn alle Leichen identifiziert sind.

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AIRAM123
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Terror bleibt Terror

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