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US-Bischofskonferenz"Entschlossenheit" im Kampf gegen Missbrauch

"Mit Scham müssen wir eingestehen, dass dies auch Verbrechen einiger unserer Mitbrüder im Bischofsamt einschließt", heißt es in dem Grußwort an den Papst.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo © (c) AP (Patrick Semansky)
 

Die Herbstvollversammlung der US-amerikanischen Bischofskonferenz ist am Mittwoch zu Ende gegangen. Die Teilnehmer des Treffens in Baltimore hätten gemeinsam "Entschlossenheit" im Kampf gegen sexuellen Missbrauch und Rassismus bekundet, berichtete die Nachrichtenagentur Kathpress am Donnerstag. Zugleich sei Versagen in den eigenen Reihen beklagt worden.

"Mit Scham eingestehen"

"Mit Scham müssen wir eingestehen, dass dies auch Verbrechen einiger unserer Mitbrüder im Bischofsamt einschließt", eißt es in dem Grußwort an den Papst, das der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, während der in Baltimore tagenden Vollversammlung verlas. Das Internetportal "Vatican News" veröffentlichte am Mittwoch eine Mitschrift des Textes. Auf die Forderung des Vatikan, die von den US-Bischöfen ursprünglich geplante Verabschiedung von Maßnahmen gegen Missbrauch aufzuschieben, ging der Brief nicht ein. Die Vorgabe hatte am Montag für Kritik und Rätselraten gesorgt. "Wir sind damit nicht zufrieden", erklärte Kardinal Daniel DiNardo und brachte klar seine "Enttäuschung" zum Ausdruck.

Auch Schritte in Italien

Auch Italiens Bischofskonferenz will sich verstärkt gegen Kindesmissbrauch einsetzen: Die Bischofskonferenz CEI hat die Einrichtung eines "Dienstes zum Schutz der Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen" angekündigt. Mit Hilfe von Experten, darunter auch Laien, soll Pädophilie aktiv bekämpft werden, verlautete nach Medienangaben aus der Bischofskonferenz. Geplant sind Beratungen für Diözesen bei der Prävention gegen Kindesmissbrauch. In jeder Diözese sollen Geistliche ausgebildet werden, die als Referenten im Einsatz gegen Pädophilie dienen sollen.

Die US-Bischofskonferenz hatte für ihre Herbstvollversammlung ursprünglich die Verabschiedung weiterer Schritte gegen Missbrauch geplant. Neben einem Verhaltenskodex für Bischöfe und einer unabhängigen Überwachungskommission sollte auch eine Beschwerdestelle geschaffen werden. In dem Brief der Bischöfe an Papst Franziskus heißt es aber lediglich, die Vollversammlung in Baltimore befasse sich mit dem Leiden derer, die von sexuellem Missbrauch und anderem Fehlverhalten betroffen seien.

"Skandalöses Versagen"

Weiter schreiben sie: "Gedemütigt durch solch skandalöses Versagen verpflichten wir uns zu neuen und stärkeren Bemühungen zum Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen." Dabei erwarte man das vom Papst für Februar einberufene Treffen aller Bischofskonferenzleiter in Rom. Darüber hinaus erwähnen die Bischöfe jüngste antisemitische Vorfälle in den USA sowie den Welttag der Armen, den die Kirche am kommenden Sonntag begeht.

Ein Ergebnis konnten die Bischöfe beim Abschluss der Sitzung am Mittwoch (Ortszeit) dennoch präsentieren, wenn auch zu einem anderen Thema: Mit deutlicher Mehrheit - 241 Ja- bzw. drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung - verabschiedeten sie einen Hirtenbrief gegen Rassismus mit dem Titel "Weite unsere Herzen". Das Schreiben bietet u.a. konkrete Hinweise für Einzelpersonen, Familien und Organisationen, um Rassismus im Alltag zu erkennen und sich dagegen zu wehren.

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