Kolumbien hat mehr als eine Million Einwanderer aus dem krisengeplagten Nachbarland Venezuela aufgenommen. "Derzeit leben mehr als 1,032 Millionen Venezolaner in unserem Land, rund 50 Prozent derer, die (ihr Land) verlassen haben", sagte der Chef der kolumbianischen Migrationsbehörde, Christian Krüger, vor dem Kongress in der Hauptstadt Bogota am Mittwoch.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) haben schon mehr als 2,3 der ehemals rund 31 Millionen Einwohner wegen der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise Venezuela verlassen. Wegen Devisenmangels kann das erdölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Zudem geht die autoritäre Regierung von Präsident Nicolas Maduro hart gegen Oppositionelle vor.

Allein zwischen Jänner und September dieses Jahres sind den Angaben zufolge mehr als 1,5 Millionen Venezolaner in Kolumbien angekommen. Rund 676.000 seien nach Ecuador, Peru, Chile, Mexiko und in die Vereinigten Staaten weitergereist.

Rund 573.000 der Venezolaner in Kolumbien verfügen laut Krüger über gültige Migrationsdokumente, 217.000 seien nicht registriert, 240.000 Fälle würden derzeit bearbeitet.