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Dicker, dümmer und grantigerDeshalb warnen nun Forscher vor der ewigen "Sommerzeit"

Stellt man die Uhren ganzjährig auf Sommerzeit um, werde es "riesige Probleme geben", warnt Till Roenneberg. "Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme - das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger."

© APA/HANS KLAUS TECHT
 

Im Sommer eine Stunde vor, im Winter eine Stunde zurück - viele Menschen leiden unter der Zeitumstellung. Die EU-Kommission will nun vorschlagen, sie abzuschaffen. Wissenschafter begrüßen das grundsätzlich. Aus ihrer Sicht widerspricht der künstliche Wechsel der Biologie. Viele Forscher warnen allerdings vor der dauerhaften Einführung der Sommerzeit - sie könne fatale Folgen haben.

In einer nicht repräsentativen Online-Umfrage der EU-Kommission hatten sich 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer gegen die Zeitumstellung ausgesprochen. Mitgemacht haben damit weniger als ein Prozent der EU-Bürger.

Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme - das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger

Till Roenneberg

Die drastischsten Worte dazu findet Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München. Stelle man die Uhren ganzjährig auf Sommerzeit um, werde es "riesige Probleme geben", warnt er vor dem "Cloxit". "Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme - das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger."

Zu wenig Schlaf

Der Chronobiologe prognostiziert zudem: "Jedes Land, das das nicht macht, wird uns akademisch überholen." Denn vor allem Schüler und Studenten seien betroffen, weil Lernen und das Gelernte zu verarbeiten bei zu wenig Schlaf stark eingeschränkt werde. Im Alter von etwa 20 Jahren schlafe man besonders spät ein und stehe in der Früh entsprechend spät auf. Russland habe schon einmal versucht, dauerhaft die Sommerzeit einzuführen - und sei damit gescheitert, sagt Roenneberg.

 

Bei dauerhafter Sommerzeit müsse man an deutlich mehr Tagen im Dunklen aufstehen, sagt Roenneberg: "Je nach Wohnort haben sie sechs Wochen mehr dunkle Schulwege morgens." Er kritisiert, dass die Online-Befragung weitgehend ohne Aufklärung geschehen sei. "Wenn EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gesagt hätte, dass wir künftig alle ganzjährig eine Stunde früher arbeiten müssen, wären die Leute auf der Straße gewesen. Es ist aber nichts anderes." Auch Ingo Fietze von der Berliner Charite sagt: "Da denkt im Moment keiner dran, weil es Sommer ist und so hell draußen. Wenn die Umfrage im Winter gewesen wäre, hätten wahrscheinlich viele für die Winterzeit plädiert."

Dauerhafte Normalzeit

Die Forscher und die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sprechen sich für eine dauerhafte "Normalzeit" aus. "Die bisherige Winterzeit entspricht den Verhältnissen, die unter Berücksichtigung der natürlichen Lichteinflüsse für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus am günstigsten ist", sagt der DGSM-Vorsitzende Alfred Wiater. "Wenn wir im Winter am Morgen länger der Dunkelheit ausgesetzt sind, werden wir schlechter wach", sagt Wiater. Das könne Konzentration und Aufmerksamkeit beeinträchtigen und zu mehr Fehlern in der Schule und im Job führen sowie Unfälle begünstigen.

Wenn wir im Winter am Morgen länger der Dunkelheit ausgesetzt sind, werden wir schlechter wach

Alfred Wiater

Licht und Dunkelheit bestimmen unsere innere Uhr - wann wir wach und wann wir müde werden. Das Problem ist: Die wenigsten Europäer können sich nach diesem natürlichen Rhythmus richten. Ihr Tagesablauf wird von der sogenannten sozialen Zeit bestimmt. Der Großteil braucht daher morgens einen Wecker, um pünktlich bei der Arbeit oder in der Schule zu sein. Roenneberg nennt das "sozialen Jetlag".

Produktion des Schlafbotenstoffs Melatonin setzt später ein

Wenn es durch die Sommerzeit abends länger hell ist, setzt die Produktion des Schlafbotenstoffs Melatonin erst später ein. Man wird nicht rechtzeitig müde, muss aber trotzdem früh aus dem Bett. "Mit der Zeit droht ein Schlafmangel - wir werden noch mehr zu einer chronisch unausgeschlafenen, übermüdeten Gesellschaft", sagte Schlafforscher Hans-Günter Weeß kürzlich dem "Stern".

Auch die Umstellung der Uhren wie bisher bringt für viele Menschen Probleme mit sich - wie lange diese anhalten, ist individuell unterschiedlich. "Ein Drittel der Deutschen sind begnadete Schläfer. Die interessiert das alles gar nicht. Ein Drittel sind schlechte und ein Drittel sensible Schläfer", sagt Fietze. Und diese litten unter dem Hin und Her wie unter einem Jetlag. "Normalerweise braucht man für eine Stunde Zeitverschiebung einen Tag zur Gewöhnung - es darf auch bei manchen zwei oder drei Tage dauern."

 

Kommentare (31)

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cockpit
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sowas schimpft sich Wissenschafter

?

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dedamaro
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fake...

das kann sich nur um eine fake reportage handeln 🙈
ich habe ohne sommerzeit meine matura gemacht u mein medizinstudium abgeschlossen!!! hatte seinerzeit keinen stress mit meinen tieren... nun jedoch zusätzlich unnötige quängeleien um meine kids alljährlich 2x an neue essenszeiten/ schlafenszeiten zu gewöhnen...
bin zu 100% für die abschaffung

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fwf
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Totaler Quatsch

Dass sogenannte Wissenschafter einen solchen Schund behaupten, ist schon fast kriminell. Der Körper stellt sich auf die herrschende Zeit ein und die innere Uhr sagt mir schon, wie ich drauf bin. Nur auf die innere Uhr zu hören, haben leider sehr viele Menschen verlernt.

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erstdenkendannsprechen
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warum - weil das ergebnis nicht ihren erwartungen entspricht?

ich muss sommers wie winters früh raus - meine kinder ebenso. sie stehen jetzt um dreiviertel sechs auf. dann ist es eben dreiviertel fünf - und es dauert in der früh vier stunden (die sonne würde im winter bei sommerzeit erst um dreiviertel neun aufgehen), bis es hell wird. super-durchdachte idee, ja.

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Mein Graz
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Sommerzeit

Die MESZ reicht von Spanien im Westen bis Polen, Serbien, Mazedonien im Osten.
Morgen geht in Sevilla die Sonne um 8:04 Uhr auf, in Warschau um 6:07 Uhr - beides MESZ.

Ist die "Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme" in Europa so unterschiedlich? Kann ich mir nicht vorstellen.

Wie erklärt das der Experte?

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erstdenkendannsprechen
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lesens das halt noch einmal.

je weiter westlich, desto drastischer die auswirkung.

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Mein Graz
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@erstdenkendannsprechen

Steht wo?

Sollte dem so sein, dann wäre der logische Schluss, dass die Menschen je weiter östlich umso weniger Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme haben, oder?

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Planck
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Naja,

Chronobiologie ist ein ernsthaftes Wissensgebiet und nix Spiritistisches oder so.

Es gibt halt anscheinend wirklich Eulen und Nachtigallen, Chronobiologen sagen, das sei unveränderbar, und vielleicht ist es das wirklich.
Ich sehe das aber auch nicht so dramatisch, zumal es oberhalb des Polarkreises ein halbes Jahr lang sehr wenig Licht gibt, aber keine Häufung der bei uns so beliebten Winterdepression, was man doch annehmen würde, wenn Licht eine so große Rolle spielt.

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erstdenkendannsprechen
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doch, die häufung der winterdepression gibt es!

wie kommen sie darauf, dass es das nicht gäbe? wurde besonders bei den inuit in den 90ern sehr gut erforscht, da gibts zig studien zum nachlesen!

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Planck
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*Soifz*

NEIN.
Winterdepression kommt eben NICHT vor.
Ganz andere Dinge kommen vor, im Wesentlichen alles, was man schon von den Indianern kennt, aber
KEINE Mangelerscheinungen, die mit Melatonin zu tun hätten.

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kropfrob
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Schon mal in den ...

... Suizidstatistiken geblättert? Da findet sich die skandinavischen Länder ganz weit vorne.

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Planck
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Ich spreche nicht von Suizid.

Selbsttötungen haben unendlich viele Ursachen.

Ich sage, dass keine statistisch signifikant höheren Winterdepressionen in den Siedlungen nördlich des Polarkreises auftreten, was man erwarten würde, wenn das Sonnenlicht, von dem der Herr oben spricht, eine so entscheidende Rolle spielen würde.

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drossman
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Ein "Experte"

In Paris geht die Sonne 56 Minuten später auf als in Wien- sind die Franzosen jetzt faul und dumm? Die Skandinavier müssten auch ein halbes Jahr dumm und dick sein....
Der „Experte“ macht den Fehler, zu glauben, Leute wären dumm, weil sie das Thema anders beurteilen als er. Aber bei den Aussagen frag ich mich eher, wie durchdacht seine Äußerungen sind

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Planck
7
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Ja wissen S',

genau deshalb sind die Uhren in Paris gegenüber uns auch eine Stunde hinten (GMT).
Das heißt, sie sind IMMER hinten, deshalb haben Sie auch haargenau dasselbe Problem, egal, in welcher Zeitzone Sie sich bewegen.
Soviel zu Ihrer Expertenmeinung über Experten *gg

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Mein Graz
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@Planck

Ich muss dich korrigieren:
Spanien hat MESZ - genau wie wir. Nur GB, Portugal, Madeira und die Canaren haben eine andere Zeitzone.

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Planck
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Ja, danke.

Ich krieg' das immer nie, weil die Zone da eine Biegung macht und ich aber immer von London den Längengrad runterrechne *gg

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Mein Graz
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@Planck

Hab ich mir fast gedacht. Wenn man von London nach Santa Cruz pendelt ändert sich ja nix.
😉

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Planck
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So ist es.
Dabei hätte mir der Irrtum auffallen müssen, weil wir erst kürzlich von London nach Paris gefahren sind und die Uhren umgestellt haben. Habe ich ausgeblendet, passiert, wenn man schon jeden Tag dümmer wird *gg

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Mein Graz
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@Planck

😂😂😂

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kropfrob
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Das stimmt nicht,...

... in Paris ist genau die gleiche Uhrzeit wie bei uns (derzeit MESZ bzw. im Winter MEZ)

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Planck
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Stimmt, Gedankenfehler meinerseits.

London, Madrid usw., Paris liegt noch östlich.

Spielt für das, was ich sagen wollte, aber keine Rolle.
Egal, in welchem Bezugssystem es acht Uhr ist, andere Zeitzonen sind egal, weil acht Uhr eben in diesem speziellen Inertialsystem eben acht Uhr ist, wurscht, was sie auf den Philippinen oder sonstwo gerade zeigt.

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kropfrob
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Schon wieder falsch, ...

... auch in Madrid gilt die MEZ. Und damit gleich alles klargestellt wird: In Europa gibt es Westeuropäische Zeit nur in Portugal, Großbritannien, Nordirland, Irland und Island. (Und natürlich ist damit Ihr ursprüngliches Argument nicht mehr stichhaltig.)

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Planck
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Schon wieder falsch *lol*

Auch Madrid gehört noch zu uns, Lissabon aber nicht, und ;London auch nicht, so *gg

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Aurelia22
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Das ist sowieso das beste

das man Dick gleichsetzt mit Dumm. Mir persönlich wäre die dauerhafte Normalzeit lieber.

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bb65
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@Aurelia

woraus schließt du das? Dick und dumm sind 2 der Folgen laut diesem Herrn. Nirgendwo steht dick gleich dumm.

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kropfrob
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Dann müssen aber ...

... die Franzosen und Spanier schön "dick, dumm und grantig" sein. Da sie sich jetzt schon nach der Mitteleuropäischen Zeit richten (statt nach der Westeuropäischen, die ihnen geografisch eigentlich zustehen würde), haben sie im Winter Sommerzeit und im Sommer "doppelte" Sommerzeit.

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