Ausnahmezustand in Sri LankaAusschreitungen in beliebter Tourismus-Region

Die Polizei in Sri Lanka hat am zweiten Tag des landesweiten Ausnahmezustands Dutzende Menschen wegen religiöser und ethnischer Ausschreitungen festgenommen.

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Religiöse Auseinandersetzungen in beliebter Tourismus-Region © APA/AFP/ISHARA S. KODIKARA
 

Mehr als 70 Menschen seien in der Region Kandy wegen Angriffen auf Häuser und Geschäfte von Muslimen verhaftet worden, sagte Polizeisprecher Ruwan Gunasekara am Donnerstag.

Etwa zehn weitere säßen wegen Volksverhetzung und der Steuerung von Mobangriffen in Haft.

Auslöser

Auslöser für die Gewalt soll der Polizei zufolge ein Angriff muslimischer Jugendlicher auf einen singhalesischen Lastwagenfahrer nach einem Verkehrsunfall gewesen sein. Der Fahrer kam demnach dabei ums Leben. Mehrere Geschäfte, Häuser und eine Moschee wurden seit Montag angegriffen. Bei einem der Brandanschläge soll ein muslimischer Jugendlicher getötet worden sein.

Präsident Mai Maithripala Sirisena rief am Dienstag einen siebentägigen Ausnahmezustand aus, um eine weitere Ausweitung der Gewalt zu vermeiden. Dazu gehört auch eine nächtliche Ausgangssperre.

Derzeit patrouillieren in der Region schwer bewaffnetes Sicherheitspersonal und Polizei, hieß es.

Kandy ist ein bei Touristen beliebtes Reiseziel. Großbritannien und die USA haben wegen der angespannten Lage Reisewarnungen für Sri Lanka herausgegeben. Auf der Homepage des Außenamtes in Wien wird gemahnt: "Halten Sie sich bitte von Menschenansammlungen fern und folgen Sie den Anweisungen von Sicherheitskräften."

 

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