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Rätsel gelöstAmphipoden griffen Schüler am Strand an

An australischen Stränden droht möglicherweise neue Gefahr. Nicht von Haien, Quallen oder Stachelrochen, sondern von kleinen Krebstierchen, Amphipoden genannt.

© APA
 

Der 16-Jährige Sam Kanizay aus einem Vorort von Melbourne musste nach einem Bad im Meer mit heftig blutenden Beinen in ein Spital gebracht werden. Die Ärzte stellten zahlreiche Bisswunden in der Größe von Stecknadeln fest.

Die Blutungen konnten erst nach mehreren Stunden zum Stillstand gebracht werden. Der Vater von Sam fischte nach der Attacke Tiere aus dem Wasser. Er drehte dann ein Video, in dem zu sehen ist, wie die Tierchen auf rohes Fleisch losgehen, und stellte es ins Internet.

Durch diese Probe wurde schließlich auch das Rätsel um die seltsamen Tierchen gelöst:  Laut Berichten australischer Medien, dürfte es sich dabei um sogenannte "Amphipoden" handeln - auch "Flohkrebse" (Meeresflöhe) genannt. Museums Victoria identifizierte die Tiere in der  Probe als lysianassid amphipod. Amphipoden sind in allen Weltmeeren heimisch, es gibt Tausende Unterarten. Die meisten Flohkrebse leben im Meer, einige, vor allem tropische Flohkrebse leben in feuchtem Falllaub.  Flohkrebse leben aber auch an Sandstränden. Diese nennt man "Sandhüpfer" oder "Strandflöhe".

Normalerweise ernähren sie sich von Aas, also totem Fisch. Sie selbst sind ebenfalls wichtiger Teil der Nahrungskette: Sie dienen zum einen als Nahrungsquelle für viele Fische, Wirbellose, Pinguine, Küstenvögel, kleine Waltiere und Flossenfüßer. Dass die Tierchen Menschen anknabbern, ist ungewöhnlich, sagen Forscher. Es wird vermutet, dass Sam in der Nähe eines toten Fisches gestanden sei, als der Vorfall passierte.

Die kleinen Krebstierchen sind in allen Weltmeeren heimisch Foto © Wikipedia - Uwe kils

Zuvor hatten mehrere Biologen und Experten gerätselt, um welche Tierchen es sich handeln könnte: Der Meeresbiologe Jeff Weit vom australischen Delfin-Forschungszentrum in Hastings äußerte am Montag die Vermutung, dass der Schüler von Seeläusen gebissen wurde, die sich normalerweise in tieferen Gewässern aufhalten. Der Parasiten-Experte Thomas Cribb von der University of Queensland sagte dazu allerdings, es wäre "extrem ungewöhnlich", wenn Seeläuse solch starke Blutungen auslösen könnten. Ein anderer Experte, Michael Brown, meinte im Fernsehsender Channel Seven, dass der Schüler Opfer von Quallenlarven geworden sein könnte. Allerdings schränkte auch er ein: "Ich mache das seit 20 Jahren - und so etwas habe ich noch nie gesehen. Das ist ein Rätsel für mich." 

 

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