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Privatsphäre versus SicherheitSchweiz plant die Totalüberwachung im Internet

Freies Internet ade: Der Bund will in der Schweiz die Internetnutzer jederzeit identifizieren können. Eine Konsequenz: Mit dem anonymen Nutzen öffentlicher WLAN-Netze dürfte damit Schluss sein.

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Sujetbild © Alterfalter - Fotolia
 

Der gläserne Mensch rückt wieder einen großen Schritt näher: Wie die Basler Zeitung berichtet, soll der Internetzugang in Schweizer Bars, Restaurants und auf Großveranstaltungen künftig eingeschränkt werden. Schuld ist eine neue Verordnung zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs, die 2018 in Kraft treten soll.

Wie die Basler Zeitung berichtet, sollen die Schweizer Behörden künftig genau wissen, wann und wo jemand im Internet surft. Anonymität im Netz soll der Vergangenheit angehören. Für die Umsetzung der Pläne ist eine Identifizierung aller Internetnutzer notwendig. Gelingen soll das durch die Internetanbieter, die entsprechende Infos zu den Nutzern weitergeben sollen. Jedem, der im Internet surft, soll quasi ein Ausweis zugeordnet werden können. Der freie WLAN-Zugang in der Bar nebenan wäre mit diesen Zielen nicht vereinbar.

Kriminelle im Visier

Ziel der Verordnung ist die bessere Verfolgung von Kriminellen. Betroffen sind allerdings nicht nur jene, die im Verdacht stehen, kriminell gehandelt werden, sondern alle Bürger. Der Eingriff in die Privatsphäre ist enorm - ebenso wie Kosten.

Es geht nicht nur um die Identifizierung, sondern auch um die automatische Verknüpfung mit anderen Datensätzen: Von den Internetanbietern fordert der Bund detaillierte Auskünfte über genutzte Zahlungsmittel, Kontonummer, Bankverbindungen usw. Die Telekomanbieter wehren sich gegen die Verordnung und die damit verbundenen neuen Verpflichtungen - auch weil manche technisch nicht umsetzbar sein sollen.

Die sogenannte Vernehmlassung (Begutachtung) der Überwachungs-Verordnung dauert noch bis 29. Juni. Anfang 2018 soll sie in Kraft treten. 

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Danke für Ihr Verständnis.

eigendenken
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Wem nützt die/der "gläserne Bürger/in"???

Ich begrüße das dezentrale "Internet für Alle" - Warum?
1) Für die WEITERENTWICKLUNG der Menschheit bietet der Austausch Aller mit Allen eine unglaublich wirksame Basis! - Wer hätte von der Möglichkeit, dass wir Menschen durch eine billige Technologie zu einem globalen "GESAMTORGANISMUS" heranwachsen könn(t)en, vor wenigen Jahrzehnten auch nur zu träumen gewagt???
2) Ich finde es nicht nur ungeheuer interessant, die gewaltigen Unterschiede zwischen meinen Zeitgenoss/inn/en bezüglich Wissen, Denkfähigkeit, Vorurteilen, Selbsteinschätzungen, ... kennen zu lernen, sondern möchte diese wichtigen, typisch menschlichen Fähigkeiten auch auf fantasievolle Weise lenken, fördern, hinterfragen, ... - aber immer respektieren - und auch zu meiner eigenen "menschlichen Optimierung" nutzen!
3) Ungefilterte Selbstdarstellung im Netz scheint mir durchaus der "Triebabfuhr" von "Gekränkten" (Lit.: Die Macht der Kränkung v. Reinhard Haller) dienen zu können - sofern sie hier auf verständnisvolle Beschwichtiger/innen treffen!
4) Die Gefahren des Netzes, wie "Echokammern", in denen Gewalt u. a. Verzweiflungstaten durch Böswillige oder Gleichgesinnte verstärkt werden, sehe ich wohl. - Aber Gewalt + Verzweiflung sind nicht die Folge des Webs! - Hilfe aber ist nur möglich, sofern wir von den Problemen überhaupt erfahren!!!
- - - Das Internet ist noch jung (und dumm?) -
Geben wir ihm die CHANCE zur POSITIVEN ENTFALTUNG! - Kein voreiliger REGULIERUNGSWAHN durch mutlose ZENTRALIST/INN/EN!!!

paulrandig
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Wo bleiben die...

...ständigen Perfektmenschen mit ihrem Mantra, "Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu fürchten!"?