Aus Protest gegen die Tötung einer Köchin durch einen Insassen haben Gefängniswärter und andere Mitarbeiter mehrerer Haftanstalten der spanischen Region Katalonien ihre Arbeit niedergelegt. Die Insassen seien zum Teil bereits seit Donnerstagabend rund um die Uhr in den Zellen eingesperrt geblieben, teilte die katalanische Justizministerin Gemma Ubasart am Samstag mit. Zudem würden Besuche von Angehörigen verhindert. Betroffen seien rund 1200 Insassen, sagte sie.

Nach Berichten des staatlichen TV-Senders RTVE und anderer Medien wurden auch Straßensperren errichtet. Betroffen waren demnach unter anderem die Jugend-Haftanstalt Quatre Camins in La Roca del Vallès sowie das Frauengefängnis Wad-Ras in Barcelona. In einigen Gefängnissen seien die Proteste aber beendet worden, sagte Ubasart. Die Protestler fordern mehr Sicherheitsmaßnahmen, aber auch den Rücktritt der Ministerin.

Forderungen teils gerechtfertigt

Die Forderungen seien zum Teil gerechtfertigt, räumte Ubasart ein. „Wir bieten den Gewerkschaften erneut an, dass wir uns so bald wie möglich treffen, um die Situation gemeinsam zu lösen.“ Man wolle zum Beispiel 800 neue Stellen schaffen, betonte sie. Rücktritte seien aber ausgeschlossen. Auch der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska versprach Verbesserungen.

Gefängniswärter in Katalonien und anderen Regionen Spaniens klagen seit Monaten über Personalmangel. Nach der Ermordung der Köchin in der Haftanstalt Mas de Enric in Tarragona eskalierte die Situation. Ein Häftling erstach am Mittwoch die Frau und beging anschließend Suizid. Das Justizministerium erklärte, der Häftling habe bereits vier Jahre lang in der Küche gearbeitet und ein „normales Verhalten“ gezeigt.