Im TestWarum der Formentor der erste, aber sicher nicht der letzte echte Cupra ist

Cupra ist eines der interessantesten Experimente der Branche: Wie man eine Marke aus dem Nichts aufbaut – und welche Rolle die E-Mobilität dabei doch spielt.

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Den 310-PS-Formentor gibt's ab 51.270 Euro, bei der 150-PS-Basis ist man ab knapp über 30.000 Euro dabei © OLIVER WOLF
 

Es ist gewissermaßen eine schöne Erbschaft, die zu Ex-Seat-Chef Luca de Meo und Designer Alejandro Mesonero (beide zu Renault abgewandert) hinterlassen haben. In einer Zeit, in der sich ganze Konzerne selbst infrage stellen, wurden Fakten für eine zuerst durchaus klassische Automarke geschaffen.

Zuerst hat man einmal die Herzen der Benzinbrüderfraktion erwärmt. Mit hohen Motorleistungen, guter Performance, bei – im Vergleich zu den großen Sportmarken – moderaten Preisen. Fertige Seat-Modelle durchliefen dabei technische Anabolikakuren und veränderten sich auch im Aussehen. Am Ende stand eben Cupra.

Modellvorstellung: Cupra Formentor

Wer geglaubt hat, Cupra wird sich damit zufrieden geben, Modelle der großen Schwester Seat nachzuschärfen, der irrt: Mit dem Crossover namens Formentor, benannt nach einer Halbinsel auf Mallorca, liefern die Spanier ihr erstes eigenständiges Modell ab.

CUPRA

Mit seiner Länge von 4,45 Metern überragt er den kompakten Seat Ateca. Die Breite liegt bei 1,84, die Höhe bei 1,51 Metern und Dank des Radstands von 2,68 Metern gehen sich nicht nur ausreichend Platz für die Passagiere auf der Rückbank, sondern auch 450 Liter Kofferraum aus.

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Optisch setzt das SUV mit 19-Zoll-Alufelgen (auch zu haben in der Markenfarbe Kupfer), dem durchgehenden Leuchtband am Heck und zwei Mattlackierungen eigene Akzente.

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Die Technik stammt natürlich aus dem Volkswagen-Konzern: Wie schon der kürzlich präsentierte Cupra Leon kommt auch der Formentor als Plug-in-Hybrid. Dafür greifen ein 1,4-Liter-Turbobenziner (150 PS) und ein Elektromotor (100 kW) zusammen und stemmen eine Systemleistung von 245 PS und 400 Newtonmetern Drehmoment.

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Der rein elektrische Aktionsradius des 13 kWh großen Akkus liegt bei rund 50 Kilometern.

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Ohne Stromunterstützung wirft der 2.0 TSI 310 PS in die Waagschale und tut sich mit Allradantrieb zusammen. Beide Triebwerke sind an ein Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt, beim Hybrid mit sechs, beim Benziner mit sieben Stufen.

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Mit dabei sind auch ein adaptives Fahrwerk (mit einem Schieberegler stufenlos verstellbar) und die geschwindigkeitsabhängige Lenkunterstützung.

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Auch im Innenraum lassen die Spanier ihrer Vorliebe für kupferfarbene Akzente freien Lauf, schmücken das Cockpit aber auch mit gebürstetem dunklen Aluminium. Die mit Leder bezogenen Schalensitze sind wahlweise in Petrolblau und Schwarz erhältlich.

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Auf dem Armaturenbrett prangt ein Bildschirm im 12-Zoll-Format und durch das Lenkrad (auf dem der Startknopf für den Motor sitzt) fällt der Blick des Fahrers auf die digitalen Instrumente.

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Klar war die Strategie nicht unumstritten, das Risiko groß. Trotz zu erwartender höherer Margen bei einem vergleichsweise überschaubaren Aufwand, der sich mit der Rekrutierung von Best-of-Komponenten aus dem Konzernbaukasten befasst. Auch Citroën beschreitet mit der Edelmarke DS einen ähnlichen Weg – aber Richtung Luxusliner.

Das Bild, das gerade bei Cupra geschaffen wird, gewinnt zunehmend an Klarheit. Der wichtigste Botschafter heißt Formentor und ist das erste Modell der jungen Marke, das ausschließlich auf der Cupra-Linie zu sehen sein wird. Mit dem Formentor eröffnet man erstmals die volle Breitseite.

Von 150 Diesel- und Benzin-PS bis zu rund 400 PS in seiner schärfsten Version wird es eine ganze Reihe von Varianten geben. Darunter Benziner mit 190 und 245 PS, Front- und Allradantrieb, 6-Gang-Schalter oder 7-Gang-DSG. Am wichtigsten, und das wird in Zukunft in jedem Cupra Standard: Der Formentor wird auch elektrifiziert, und zwar als Plug-in-Hybrid.

Der Start 2020 erfolgt mit dem 310-PS-Benziner, samt DSG und Allrad. Erster Eindruck? Sehr präzise, sehr charakterstark, feine Abstufungen zwischen den einzelnen Fahrmodi, von Comfort bis zum Cupra-Modus. Das Auto liegt gut in der Hand, nur in engen Ecken neigt man ein Alzerl zu sehr zum Untersteuern.

Was Design und digitales Innenleben betrifft: ein Eyecatcher, auf dem letzten Stand der Technik. Übrigens, wer’s ganz elektrisch mag: 2021 kommt Seats E-Auto el-Born auch in der verschärften Cupra-Version.

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