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ModellvorstellungDie Honda Gold Wing ist der Welt schrägster Schwebebalken

Ein Mythos erfindet sich neu: Hondas Gold Wing besinnt sich darauf, dass sie doch kein Wohnzimmer ist - sondern das erstaunlichste Tourenmotorrad der Welt.

© OLIVER WOLF
 

Es ist die Geschichte eines Motorrades, das seit seinem Debüt 1974 auch immer irgendwie den Zeitgeist verkörperte, seine Grundwerte dabei aber nie verleugnete: Auch heute noch muss ein Silberdollar hochkant auf dem Sechs-Zylinder-Boxermoter stehen bleiben und darf nicht umfallen, wenn der Motor läuft.

Diese Qualitätsprüfung ist ein schöner Link in die Vergangenheit, die reich an kuriosen Details ist. Die Gold Wing hatte etwa als erstes Motorrad ein Satellitenradio eingebaut; man fuhr mit einem Rückwärtsgang, um den Luxusdampfer überhaupt einparken zu können. Sogar ein Airbag fand ins Motorrad. Und zwischendurch, in ihrer ganzen barocken Opulenz, als man alles, was gut, luxuriös und als besonders galt, eingebaut hatte, wog das ganze Motorrad einiges über 400 Kilogramm. Trocken versteht sich.

Honda Gold Wing

Preis. Ab 29.990 Euro; Topmodell Gold Wing Tour mit DCT, Airbag etc. 39.990 Euro.
Antrieb. 1833 ccm, 126 PS, 170 Nm, Kardanantrieb, ab 365 kg.

Der 2018er-Jahrgang entkoppelt sich in seiner technischen Klarheit von allen Spielereien. Die Gold Wing in ihrer aktuellen Ausgabe ist viel mehr Motorrad als fliegendes Wohnzimmer. Es ist der Welt schrägster Schwebebalken: Mit einer komplett neu konstruierten Vorderradaufhängung, die Unebenheiten wegfiltert wie keine andere Gold Wing zuvor. Der Komfort ist nach wie vor da, aber er dominiert nicht das Fahrgefühl, sondern man bekommt wieder ein gutes und feines G'spür für die Straße und natürlich für die Schräglagen. Beim scharfen Bremsen und Einlenken offenbart sich der Fortschritt, die Gold Wing bleibt schön standhaft und nichts verfälscht die Rückmeldung an den Fahrer. Es gibt außerdem unterschiedliche Fahrwerks-Ausprägungen. Die Version Gold Wing Tour etwa besitzt serienmäßig auch elektronische Dämpfer und eine verstellbare Heck-Vorspannung.

Der Schwerpunkt liegt extrem tief (der Motor wurde neu konstruiert, Vier-Ventil-Technik), das Gewicht wurde entscheidend reduziert (um bis zu 48 kg, insgesamt ab 365 kg), Ride by Wire ist an Bord und die Aerodynamik hat man entschieden verbessert, was etwas an Stauraum kostet, aber technisch notwendig war.

Man kann unter verschiedenen Fahrmodi wählen, und wer den sportlichsten ansteuert, wird seine Wunder erleben, wie bissfest die Gold Wing anno 2018 daherkommt. TFT-Display im Cockpit und Apple CarPlay laufen heute als Nebengeräusche ganz selbstverständlich mit. Es ist wieder ein Zeitgeist, der diesmal Gutes tut.

 

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