Marktstart 2023Der Falco soll das erste Elektroauto aus Österreich werden

Das oberösterreichische Start-up Alveri will 2023 ein Elektroauto auf den Markt bringen. Der Falco soll ein Kombi mit bis zu 600 Kilometern Reichweite werden.

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Der Falco soll 2023 an den Start gehen © ALVERI
 

Start-ups in der Elektroautobranche gibt es viele - und längst nicht alle schaffen es mit ihren Projekten dann tatsächlich auch auf den Markt. Ein neuer Kandidat ist Alveri, ein 2019 gegründetes Unternehmen im oberösterreichischen Ried im Innkreis. Begonnen hat alles mit einer App, die Privatpersonen und Unternehmen beim Umstieg auf Elektromobilität unterstützen soll. Und zwar indem sie das Mobilitätsverhalten der Nutzer aufzeichnet und so errechnet, ob ein Stromer wirklich in deren Alltag passt.

2022 soll der erste Prototyp fertig sein Foto © ALVERI

Ein weiteres Projekt der gebürtigen Afghanen Ehsan und Jakob Zadmard gemeinsam mit der TU Graz ist ein vollautonomer Laderoboter namens "Charbo", der quasi eine mobile Ladesäule mit bis zu 50 kW Leistung ist und die Fahrzeuge ansteuert, die Saft brauchen. Er soll 2022 marktreif sein und zum Beispiel auf den Parkplätzen von Hotels, Flughäfen oder Einkaufszentren fehlende Ladesäulen ersetzen.

Ab 2023 will das Start-up dann deutlich größere Brötchen backen und ein Elektroauto auf den Markt bringen. Der 4,75 Meter lange Kombi soll auf den Namen Falco hören und neben dem privaten Bereich auch in Firmenflotten und bei Carsharinganbietern seine Kunden finden. Gestaltet hat die Studie der Designer Arseny Kostromin.

Die Komponenten des Falco sollen ein Second-Life bekommen Foto © ALVERI

Die technischen Eckdaten sind bereits skizziert: Im Lastenheft stehen eine Leistung von rund 300 kW, Allradantrieb und eine Reichweite von knapp 600 Kilometern mit einem 80-kWh-Akku. Und auch der Preis ist schon im Gespräch: Bei 49.000 Euro soll es losgehen. Wer nicht kauft, soll auch abonnieren können.

Zentraler Bestandteil des Konzepts ist der Second-Life-Gedanke: So soll der Falco nach seinem ersten Produktlebenszyklus grundlegend überarbeitet und dann zu einem geringeren Preis wieder auf den Markt gebracht werden. Für die letzte Meile soll zum Auto auch eine noch nicht näher spezifizierte Micromobilitätslösung gehören. Auch das eigene Smartphone soll bei Alveri diverse Funktionen übernehmen, wie zum Beispiel die des Schlüssels.

Der Fahrplan ist mehr als ambitioniert: Ende 2022 soll der erste Prototyp auf den Rädern stehen und ein Jahr darauf bereits die Produktion anlaufen. Die Technik will Alveri von Autobauern zukaufen: Im Rennen sind die Plattformen von Volkswagen, Canoo oder Tesla.

Zudem ist das Unternehmen noch auf der Suche nach einem Partner für die Fertigung. Am liebsten in Österreich - wo soll Falco denn sonst herkommen? Selbst, wenn der Name wohl nicht in Serie gehen wird.

Kommentare (7)
Kristianjarnig
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6
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Interessant wird es dann....

....wenn man für diesen Exoten, sollte er es jemals zur Serie schaffen, dann einen Wartungsbetrieb sucht.

Jetzt hat man ja mit Tesla schon seine liebe Mühe wenn man in Kärnten lebt. Weit und breit kein Serivecenter. Mit ein Grund warum ich mir derzeit keinen Tesla kaufen würde - auf einen Ranger hoffen oder immer nach Graz tingeln - nein danke.

Welche Chancen erhofft man sich dann bei diesem BEV mit zugekaufter VW(brr), Canoo(nie gehört) oder Tesla Plattform? Ein Auto für Liebhaber/Sammler.

Captain Einsicht
16
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Der Falco...

Mit extra starkem Seitenaufprallschutz?

Gelernter Ösi
7
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Unglaublich,

wie konservativ "Auto" und Mobilität noch immer gedacht wird.

scionescio
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Wer will mit mir wetten, dass dieses Hirngespinst nie in Serie gehen wird ...

... traurig, dass sich die KLZ dazu hergibt, für ein paar Glücksritter Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Das Vorhaben ist ungefähr so realistisch, wie wenn ich ankündige eine Marsrakete ab 2024 zu bauen: ein befreundeter Designer hat auch schon einen Entwurf gezeichnet, Eckdaten stehen schon (30m hoch, 4m Durchmesser), zukaufen möchte ich sie von der NASA oder Space-X und ein Flug (Hin und retour) wird 9.990,- Euro kosten (im Zehnerpack nur pro Flug 7.990,-).

Da es noch kleine Fragezeichen bei der Finanzierung/Produktionsstätte/Personal gibt, können Weltraumtouristen gerne schon buchen (kleine Anzahlung nötig) und sich Investoren bei mir melden - gerne nehme ich natürlich auch jede Art von (nicht rückzahlbarer) staatlicher Förderung und vielleicht findet sich auch ein naiver und profilierungssüchtiger Bürgermeister, der mit mir eine paar Scheinverhandlungen über ein Industriegrundstück führt und dafür im Gegenzug seinen Wählern mindestens 10.000 hochbezahlte Arbeitsplätze versprechen kann ...

gerdocp
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Noch einige Problem mit Elektroautos

1. die vielen seltenen Rohstoffe die alleine nur in der Produktion vom Akku gebraucht werden (CO2 Rucksack schon mitgekauft; der Wasserverbrauch ist anscheinend auch enorm)
2. bei einem nur leichten Unfall bietet bis jetzt keiner der Hersteller ein Prüfmöglichkeit an ob der Akku unbeschädigt ist. (könnte sein dass das Auto dann in der nächsten Zeit abbrennt; wie tauscht man einen Akku beim einem Tesla ???)
3. Wie wird der Strom für die Ladung des Akkus wirklich hergestellt? (Kohlestrom, oder Atomstrom, oder Wasser/Wind/Photovoltaik ...; bei Wasser z.B. wird mit dem billigen Atomstrom in die Höhenspeicherkraftwerke rauf gepumpt und wir dann wieder als Grüner Strom mit gutem Profit verkauft => wann Atomkraftwerke abschalten ???)
4. die Wiederverwertung/Entsorgung des Akkus eines Unfallautos order eines alten E-Autos (es gibt noch keine Industrie dafür; es ist schon ein Problem die aktuell alten Akkus von den E-Bikes zu verwerten die grad alle alt/kaputt werden => eingeschweisst in Hartplastik sind sie nur händisch zu zerlegen ... ???)
Viel besser, aber bis jetzt noch nicht effizient genug, wäre das Wasserstoff Auto.
Eine Kombination könnte ich mir vorstellen.
Eine Firma in Schladming hat einen Wasserstoffspeicher entwickelt der in das Haus integrierbar ist. D.h. die Photovoltaikanlage produziert den Strom am Tag und speicher ihn in diesen Speicher, und in der Nacht kann man sein Auto dann über diesen Speicher laden. (Abwärme beim Umwandeln geht in die Heizung; Effizienz steigt)

umo10
1
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Uff, die voltaikfläche muss ja riesig sein

H2O spalten und dann wieder in BatterieStrom mittels Brennstoffzellen umwandeln hat eine sehr schlechte Energiebilanz 😮

Patriot
7
13
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@gerdocp: Vieles, was Sie schreiben, ist mehr als hinterfragenswürdig!

Wenn wir z.B. darauf warten würden, bis Wasserstoff in Millionen PKW eingesetzt werden kann (wird wahrscheinlich ohnedies nie der Fall sein), hat die Erde schon mehrere Klimawandel-Kipppunkte hinter sich!