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Erste AusfahrtDie Toyota Supra kommt nicht von ungefähr quer daher

Der Spaßmacher der Saison kommt aus Graz: Start frei für die Toyota Supra.

Die Toyota Supra wird ihrem Image als Driftkönigin treu © TOYOTA
 

Nur eine Handvoll ist noch nicht in festen Händen. Davon abgesehen hat die Jahresproduktion der Toyota Supra für Österreich - größtenteils unbesehen und ohne Probefahrt - bereits ein gutes Plätzchen gefunden. Darauf dürfen sich die Schnellentschlossenen bis zum Auslieferungstermin freuen:

Die virtuelle Nadel des digitalen Drehzahlmessers schlägt wild aus wie Bambussprossen und der eben noch wie Hello Kitty schnurrende Reihensechszylinder wirft sich mit einem Banzai aus den tiefen Kehlen der zweiflutigen Auspuffanlage ins Getümmel. Hier läuft immer„Fast & Furious“.

Modellvorstellung: Toyota Supra

Die Legende ist zurück. Nach 17 Jahren ohne Supra im Programm, haben die Japaner auf der Autoshow in Detroit endlich das Tuch von der Neuauflage gezogen. „Ich möchte Ihnen meinen neuen besten Freund vorstellen“, sagt Boss Akio Toyoda. „Die neue Supra. Auch bekannt als das am besten gehütete Geheimnis der Autoindustrie.“

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Und das stimmt: Selten hat ein Hersteller so einen Hehl um Präsentationstermin gemacht. Man merkt, dass das Projekt Toyoda persönlich am Herzen liegt: Immerhin hat er das Coupé selbst ausführlich auf der Nordschleife getestet.

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Jedenfalls: Chef-Ingenieur Tetsuya Tada hat sich für die klassische Form eines Frontmotors mit sechs Zylindern in Reihe, der die Hinterräder antreibt, entschieden. Ein Steckbrief, der Toyota und BMW 2012 zusammengeführt hat und aus dem der Z4 und die Supra gewachsen sind, die beide bei Magna-Steyr in Graz gebaut werden.

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Der Motor stammt als Bayern: Der aufgeladene 3-Liter-Benziner leistet 340 PS sowie ein Drehmoment von 500 Newtonmeter, die von einem Achtgang-Automatikgetriebe verwaltet werden. Eine Launch Control ermöglicht eine kraftvolle Beschleunigung mit maximaler Traktion aus dem Stand, die das Fahrzeug in lediglich 4,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt.

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Motorsound, Ansprechverhalten, Schaltmuster, Dämpfung, Lenkung und das aktive Differenzial (serienmäßig in Österreich) werden angepasst, wenn der Fahrer den Sport-Modus wählt. Die Fahrzeugstabilitätskontrolle verfügt zudem über einen spezielle "Track"-Modus. Folgen soll ein Vierzylinder-Turbo mit 2 Liter Hubraum, der im Schwestermodell BMW Z4 197 PS leistet.

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Beim Design trauen sich die Japaner allerdings mehr als die Bayern: Die Proportionen schreien quasi Sportwagen und bürgen für eine optimale Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Ein optischer Höhepunkt ist das “Double-Bubble”-Dach.

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In Europa wird der Toyota GR Supra standardmässig mit leichten, aber hochfest geschmiedeten 19 Zoll Leichtmetallrädern mit abwechselnd schwarzen und polierten, schlanken Speichen ausgestattet.

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Im Cockpit lachte einen in Grundzügen der Bruder aus Bayern an: Das Head-up-Display, die Anzeigen und die Schaltwippen befinden sich alle direkt vor dem Fahrer, mit zusätzlichen Bedienelementen auf dem Dreispeichen-Lenkrad. Die digitalen Armaturen messen 8,8 Zoll.

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Eine asymmetrische Mittelkonsole bewirkt eine Trennung zwischen dem Fahrercockpit und der offener gestalteten Beifahrerseite. Das Bedienfeld für die Klimaanlage ist zentral angebracht, mit Memory-Touch-Schaltern für eine einfache Bedienung und einem 8,8 Zoll Multimedia-Display, welches per Touchscreen oder über einen Drehregler bedienbar ist.

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Die Sitze sind mit gepolsterten Wangen für einen optimalen Seitenhalt ausgestattet und die Kopfstütze ist in die Rückenlehne integriert. Je nach Ausstattung sind die Sitze in Leder oder einer Kombination aus Leder und Alcantara gehalten. Der Kofferraum nimmt mit 250 Litern das Gepäck für ein Wochenende zu zweit auf und kann bei Bedarf vergrößert werden, indem die Abdeckung einfach entfernt wird.

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In Tasten, Knöpfen und Infotainment des Cockpits steckt natürlich viel BMW - immerhin ist der Z4 ja der zweieiige Technikzwilling der Supra und beide laufen bei Magna-Steyr in Graz vom Band - aber da soll einem wahrlich Schlimmeres passieren. Ein Unterschied, den man auf den ersten Griff wohltuend merkt, ist das schmälere Volant der ein Alzerl leichtgängigeren Lenkung, die Befehle des Fahrers gedankenschnell auf den Asphalt spiegelt: kaum gedacht, schon gemacht. Darf ich bitten?

Toyota Supra GR

Marktstart. 6. Juni.
Preis. Ab 71.900 Euro.
Motor. Reihensechszylinder-Turbobenziner, 2998 ccm, 340 PS, 500 Nm bei 1600 bis 4500 U/min, 7,5 l/100 km, 170 g CO2/km.
Antrieb. 8-Gang-Automatik, Heckantrieb.
Fahrleistungen. 0 auf 100 km/h in 4,3 s, Vmax 250 km/h (abgeregelt).
Maße. 4379/1854/1292 mm L/B/H, 290 l Kofferraum, ab 1495 kg Leergewicht.

Tanzwütig stellt sich die Driftikone quer (ja, das ESP lässt sich ganz deaktivieren), reckt das kecke Heckbürzel in den Wind und die Lenkung tritt unter leisem Wimmern der 19-Zöller an der Hinterachse ihre Funktion bereitwillig an das Gaspedal ab. Daran hängt der Drei-Liter-Turbo - wie auch die ausgezeichnete Acht-Gang-Automatik eine Gabe der Bayern an das gemeinsame Sportwagenprojekt - mit derselben Gewissheit, wie das Wasabi scharf ist.

Dankenswerterweise verkneifen sich die adaptiven Dämpfer eine Attacke auf die Bandscheiben, während das aktive Sperrdifferenzial mit einer Präzision arbeitet, mit der Samurai ihre Schwerter führen. Bei all seiner Agilität ruht die Supra in sich, als hätte sie die Lehren des Zen-Buddhismus serienmäßig eingebaut. Oder wie sagt der Japaner: „Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg.“ Jederzeit.

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