KultkistenDer Mazda Cosmo war außerirdisch - vor allem in Kärnten anno 1969

Mazda stellte mit dem Cosmo das Space Age auf Räder. Allerdings was das Außergewöhnlichste an diesem Sportcoupé nicht die Optik - sondern der Motor.

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Der Mazda Cosmo war regelrecht außerirdisch © MAZDA/www.kurtpinter.com
 

In den 1960er-Jahren definierten sich die Japaner als Sportwagenbauer: Toyota baute den 2000 GT - unvergessen im Geheimdienst Ihrer Majestät an der Seite von Sean Connery alias James Bond im Streifen "Man lebt nur zweimal". Bei Nissan-Vorläufer Datsun reifte der 240Z (ebenso unvergessen) und Honda fertigte den S 800, einen winzigen, aber umso witzigeren Roadster.

Die Ingenieure von Mazda, die waren damals richtig heiß auf das Kreiskolben-Motorenkonzept des deutschen Tüftlers Felix Wankel. Aber es fehlte ihnen der richtige Wagen, um die Idee mit einem Paukenschlag attraktiv zu machen. 1962 begann man in Hiroshima im Stillen mit der Arbeit am Projekt Cosmo.

Der Cosmo war ein bildhübsches kleines Sportcoupé, das erst als Oldie nach Europa kam Foto © MAZDA/www.kurtpinter.com

Als das schöne Sportcoupé 1967 auf den Markt kam, war der Cosmo erste Serienwagen mit einem Zweischeiben-Wankelmotor und startete ganz kurz vor dem NSU Ro 80 aus Deutschland in die Produktion. Da hatte man in Neckarsulm gar keine Freude.

Der Kreiskolbenmotor hatte ein Kammervolumen von 2 x 491 cm3 und leistete anfangs 110, nach einer Überarbeitung 128 PS. Die trafen im Modell namens Sport auf 990 Kilogramm und schnepften den Zweisitzer in 8,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Foto © MAZDA/www.kurtpinter.com

Verkauft wurde das zweisitzige Coupé mit seinen schnittigen Kiemen, Finnen und zeitgenössischem Chrom fast ausschließlich in Japan, nur 36 Exemplare gingen in den Export. Auch darum wurden bis 1972 nur 1519 Stück des Mazda Cosmo gebaut. Und darum kennt dieses außerirdische kleine Coupé in Europa auch kaum jemand.

Aber eben nur kaum jemand: 1969 startete Rolf Knoch in Klagenfurt den Import von Mazda nach Österreich. Eine seiner ersten Aktionen: Er holt einen Cosmo Sport ins Land – um zu zeigen, zu welchen Kaliber an Autos diese exotische Marke aus Japan fähig ist. Dieses Auto ist inzwischen in die Steiermark zu Franz Marko gelangt, einem Mazda-Händler in Leibnitz. Und es ist noch immer der einzige Cosmo in der Alpenrepublik.

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