Top 10 Diese Autos werden 2020 Oldtimer

Kinder, wie die Zeit vergeht: Diese Automodelle dürfen sich ab 2020 Oldtimer nennen.

Opel Calibra

Die Rüsselsheimer wurden nicht müde zu betonen, dass der Opel Calibra keinesfalls die Nachfolge des legendären Manta antreten sollte. Eine Welle an neuen Witzen wollte man partout nicht heraufbeschwören. Als Steffi Graf im Herbst 1989 auf der IAA das Tuch vom Coupé zog, rauschte es dennoch nur so vor Vergleichen im Blätterwald. Aber der Calibra beschritt technisch ganz andere Wege: Seine Motoren waren quer eingebaut und trieben die Vorderachse an. Aber Erhard Schnells Design für den 2+2 mit riesiger Heckklappe zog und brachte ihm mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 damals den Titel des Aerodynamikweltmeisters ein. Dass die Leuchteinheiten im Gesicht nur sieben Zentimeter flach waren, erreichten die Techniker durch den Einsatz von Ellipsoid-Scheinwerfern. Ja, Opel war ehrgeizig - und deshalb sollte mit den 2-Liter-Vierzylindern im Angebot auch nicht Schluss sein.

OPEL

Opel Calibra

1992 setzten die Rüsselsheimer mit dem Opel Calibra Turbo 4x4 der Baureihe die Krone auf. Der Vierzylinder mit Lader, der in den Abgaskrümmer integriert war, umschiffte nicht nur das damals fast obligatorische Turboloch, sondern katapultierte den Calibra auf porschepulverisierende 245 km/h. Für den Allrad bezog Opel übrigens Schützenhilfe von Steyr-Daimler-Puch in Graz, der bis 1996 in 12.677 Exemplare verbaut wurde.

OPEL

Mazda MX-5

Bevor der Mazda MX-5 1989 das Licht der Welt erblickte, galt die Gattung Roadster aufgrund verschärfter Sicherheitsbestimmungen als ausgestorben. Die Japaner erkannten die Lücke und lieferten mit dem schicken Schlafaugen-Cabrio einen Mega-Seller ab: Als der Mazda MX-5 1990 in Österreich zum Händler rollte, hatten bereits 600 Kunden blind den Kaufvertrag unterschieben. Es dauert keine drei Tage, bis das Jahreskontingent ausverkauft war.

MAZDA

Mazda MX-5

Der beste englische Roadster, den Japan je hervorgebracht hat, surfte auf dem Zeitgeist und mauserte sich zu einem Klassiker ab Werk. Beim Verkaufsstart wurde das Cabrio mit Stoffdach nur als 1,6-Liter mit 115 PS angeboten. 1994 folgte ein 1,8-Liter-Benziner mit 131 PS, im Jahr darauf wurde der 1,6er als kostengünstige Einstiegsvariante mit 90 PS verbaut. Mit 2520 Exemplaren ist der erste MX-5 in Österreich auch gleichzeitig der meistverkaufte. Kein Wunder bei diesem charmanten Augenaufschlag.

MAZDA

VW Golf Country

Was die Modellpolitik angeht, war Volkswagen nie für seine Experimentierfreude bekannt. Lieber die anderen den Weg ebnen lassen - und wenn ein Konzept aufgeht, das Feld von hinten aufrollen - so lautet die Devise in Wolfsburg. Aber bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel. 1989 enthüllte VW auf dem Genfer Autosalon eine auf offroad getrimmte Studie namens Golf Montana. Was nicht mehr als eine Fingerübung hätte sein sollen, führte zu reihenweise Blindbestellungen, die bei den Händlern eingingen. Also begann man, über eine Serienfertigung nachzugrübeln, und holte dafür die Allradspezialisten von Steyr-Daimler-Puch ins Boot. Die bekamen ab Mai 1990 komplett vormontierte Golf CL Syncro nach Graz geliefert und rüsteten sie dort zum Country auf.

VOLKSWAGEN

VW Golf Country

Dafür wurde die Karosserie des VW Golf Country mittels Leiterrahmen um 120 Millimeter höher gelegt, der Motor tiefer versetzt. Die Front bekam den charakteristischen Rammbügel mit Unterfahrschutz verpasst, das Heck den anklappbaren Reserveradhalter für den richtigen Oberförsterlook. Für nur eineinhalb Jahre Bauzeit entstand eine erstaunliche Vielfalt an Sondermodellen und Spezialumbauten, darunter eine auf 50 Stück limitierte Serie exklusiv für VW-Mitarbeiter. Global betrachtet war der Country mit 7735 Einheiten ein Flop - aber gleichzeitig ein Pionier. Und dessen Weg ist steinig.

VOLKSWAGEN

Volvo 900

Es war im August vor 30 Jahren, als Volvo mit dem 940er den letzten Hecktriebler aus Schweden in die Oberklasse schickte. Flaggschiff war der 960 mit 204 PS starkem Reihensechszylinder, der beinahe so kompakt wie ein V6 baute, aber bei der Laufruhe deutlich davonzog - was auch die skandinavischen Königsfamilien zum Einsteigen bewog. Stattliche 2125 Liter Laderaum bot der Kombi und brachte dafür einen für Fünf-Meter-Fahrzeuge rekordverdächtig winzigen Wendekreis von 9,7 Metern mit.

VOLVO

Volvo 900

Was die Sicherheit anging, ließen sich die Schweden natürlich nicht lumpen und fertigten den Hünen aus hochfestem Stahlblech, das viermal so stark wie konventionelles war. Außerdem gab es das Seitenaufprallschutzsystem SIPS und einen Kindersitz, der in der Armlehne im Fond verborgen und als erster nach der europäischen Norm ECE R44 getestet und genehmigt wurde. Der Nimbus der Unzerstörbarkeit umwehte die Fahrzeuge der 900er-Baureihe nicht umsonst, bis heute witzelt man, dass sie mit 300.000 Kilometern gerade erst gut eingefahren sind.

VOLVO

Honda NSX

1990 bekamen Ferrari und Co das Fürchten. Der Grund dafür kam aus Japan, wurde dort zum Großteil aus Alu in Handarbeit gefertigt, leistete in der ersten Evolutionsstufe 274 PS bei 8000 U/min und trat zum Kampfpreis an. Kurz, der Honda NSX. Gegen ihn sah damals so ziemlich alles alt aus, oder um es mit den Worten von McLaren-F1-Vater Gordon Murray zu sagen: "Als ich jedoch den ,kleinen' NSX fuhr, verschwanden alle Benchmark-Autos - Ferrari, Porsche, Lamborghini -, die ich als Referenz für die Entwicklung meines Autos verwendet hatte, aus meinem Sinn."

HONDA

Honda NSX

Aber nicht nur das: Der Honda NSX schaffte als Pionier unter den Alu-Space-Frame-Autos mit V6-Saugmotor den Spagat zwischen Supersportwagen und Alltagskutsche, der Runde auf der Rennstrecke und dem Supermarkteinkauf - und das mit hondatypischer Zuverlässigkeit, als dessen größter Fan der Sultan von Brunei gilt. 2005 war Schluss mit lustig, er hat sich deshalb ein paar auf Lager gelegt.

HONDA

Lamborghini Diablo

Eigenartige Zeiten, aber die alten Sitten: 1990 waren die stolzen Stiere aus Sant’Agata Bolognese tatsächlich im Besitz des US-Autobauers Chrysler. Designlegende Marcello Gandini musste mit den Entwürfen für den Nachfolger des nicht minder legendären Lamborghini Countach gleich mehrfach in der Firmenzentrale in Michigan vorstellig werden. Und auch eine komplette Neuentwicklung sah die transatlantische Beziehung nicht vor.

LAMBORGHINI

Lamborghini Diablo

Stattdessen wurde der Lamborghini Diablo vom  weiterentwickelten und auf 5,7 Liter aufgebohrten V12 seines Vorgängers mit vorgelagerntem Getriebe befeuert. Mit keinem geringeren Anspruch, als das damals schnellste Serienfahrzeug der Welt zu werden: Also musste der teuflische Diablo mindestens 320 km/h schnell sein - ein Testfahrzeug soll auf der Strecke von Nardò jedoch 337 km/h erreicht haben.

LAMBORGHINI

3er BMW

Die Kritiker nahmen den jungen Münchner gleich ganz hart ran. Keine frei stehenden Doppelscheinwerfer mehr, was soll denn das für ein BMW sein, bitte? Dazu eine glattgestreckte Karosserie, bei der dritten 3er-Generation war ja wirklich alles anders. Was viele von ihnen übersahen: Den Bayern gelang mit dem E36 ein echter Meilenstein, die die Marke bis heute prägt. Erstmals war die Limousine das Standardmodell.

BMW

3er BMW

Der Zweitürer bekam eine eigenständige Karosserie und mutierte somit zum echten Coupé. Das Fahrwerk und die Lenkung bekamen besonders viel Liebe von den Konstrukteuren ab, denn was die Fahrdynamik betrifft, konnte diesem BMW über Jahre niemand das Wasser reichen. Eine perfekte Gewichtsverteilung, minimalste Überhänge, dazu natürlich Heckantrieb – bereits die Basisversion hatte das Potenzial, ein Lächeln auf die Lippen der Fahrer zu zaubern, echten Fahrspaß zu verbreiten. Und das zählt bis heute zu den ganz großen Herausforderungen der Automobilkonstrukteure.

BMW

Audi S2 Coupé

Fünf Zylinder, Turbo, 20 Ventile, Allradantrieb, verpackt in einem Coupé – hört sich sehr nach dem Audi Urquattro an, oder? Richtig, und ursprünglich wollte Audi dieses Thema mit dem Auslaufen dieses Modells das Kapitel abschließen. Aber irgendwie reifte nach der Präsentation des Nachfolgers die Erkenntnis, dass ein sportliches Topmodell doch recht nett wäre. Also ließ man den Rennsportpartner Schmidt Motorsport auf Basis des Typ 89 einen Nachfolger entwickeln.

AUDI

Audi S2 Coupé

Mit 220 PS, dem Vierventil-Fünfzylinder und natürlich Quattro-Antrieb mit der richtigen Mitgift bestückt, bekam der Audi S2 zudem eine völlig eigenständige Front, weiße Ziffernblätter und endlich, eine vollverzinkte Karosserie und erstmals in der Markengeschichte erstaunlich mutige Farben. Ginstergelb zum Beispiel, und mit genau so einem S2 machte sich der Österreicher Gerhard Plattner auf den Weg, die Welt zu umrunden. Ein Meilenstein in der Geschichte der Marathonfahrten übrigens. Denn schneller als mit dem Turboaudi gelang es bislang niemandem, den Planeten zu durchfahren: 40.077 Kilometer in nur 28 Tagen und 16 Stunden, mit null Defekten.

AUDI

Renault Clio

Nicht weniger als die Muse der Geschichtsschreibung lieh dem Nachfolger des allseits beliebten Renault 5 ihren Namen. Und Geschichte – in mittlerweile fünf Kapiteln – sollte der Clio auch schreiben. Gleich zum Einstand wurde der Filou aus Frankreich zum „Auto des Jahres“ gewählt. Und zweitens definierte er die Grenzen der Kleinwagenklasse neu: zum Beispiel mit Extras wie Klimaanlage, Servolenkung, Alarmanlage oder elektrisch einstellbaren wie beheizbaren Außenspiegeln.

RENAULT

Renault Clio

Sogar mit Ledersitzen verwöhnte die Neigungsgruppe Sport ab 1991 der Clio 16V: 30.000 Kunden griffen zum Kraftzwerg, der seine 135 PS aus einem 1,8-Liter schöpfte. Zu Ehren der Formel-1-Titel für Konstrukteur Frank Williams und Fahrer Nigel Mansel in der Saison 1991 mit V10 von Renault in den Boliden, legte man schließlich den Clio Williams auf. Auf 5000 Stück limitiert, 147 PS, heute heiß begehrt.

RENAULT

Mercedes 500E

Ließ Mercedes die stärkste E-Klasse bei Porsche bauen, um dem damals mehr als klammen Autobauer in der Nachbarschaft ein wenig zu unterstützen? Oder waren die eigenen Ingenieure mit der Entwicklung einer Sportlimousine einfach überfordert? Die Wahrheit war: Die eigene Entwicklungsabteilung hatte mit der neuen S-Klasse mehr als genug zu tun, also ließ man die Zuffenhausener den Fünf-Liter-V8 aus dem SL in die Baureihe W124 einpflanzen. Vieles wurde versteift und abgeändert, und am Ende stellte sich heraus, dass der 500 E aufgrund der breiten Kotflügel nicht auf das Fertigungsband in Sindelfingen passte.

DAIMLER

Mercedes 500E

Also durften die Porschianer den starken Benz auch gleich zusammenschrauben. Heraus kam jedenfalls ein lupenreiner Autobahnstürmer mit standhaften 326 PS, der alles andere als zimperlich war. Viele Exemplare gelten mit weit über 200.000 Kilometern Laufleistung immer noch als frisch und unverbraucht und für viele gilt ausgerechnet der nicht im eigenen Haus gebaute Mercedes als der haltbarste überhaupt.

DAIMLER
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