Wann hat man das zum letzten Mal bei Audi erlebt? Der Auftritt irgendwo zwischen großer Show und genauso großer Eleganz. Die Reaktionen irgendwo zwischen großem Staunen und großem Respekt. Der Audi e-tron GT ist ein Botschafter der Marke, hallo, wir sind wieder da.

Es war auch höchste Zeit, das Versprechen einzulösen, das mit dem Auftritt in der „Avengers“-Superhelden-Serie im Kino gegeben worden war. Meine Güte, selbst der Spott über den seltsamen Motorenklang im Film (E-Auto wie ein V8-Verbrenner, geht’s noch?) prallt am neuen Luxus-Stromer wirkungslos ab.

Digitale Eleganz: RS e-tron GT
© (c) © oliver wolf

Denn das Serienmodell tönt exzellent, wenngleich in einem eleganteren akustischen Format. Dank zweier Steuergeräte und Verstärker kreiert der e-tron unterschiedliche Sound-Formate, samt Überraschungsmoment im Dynamic-Modus, in dem die verschärfte RS-Version in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h spurtet und dabei wohlig brummt. Audi hat sich von den in E-Autos bekannten esoterischen Wohlfühlklängen eines Gruppenseminars losgesagt, je nach Fahrmodus wird man unterschiedlich akustisch begleitet. Das hört sich einfach gut an.

Bevor wir uns aber im Detail verlieren: Der Audi e-tron GT kommt in zwei Versionen, zwischen 350 kW (476 PS) und 440 kW (598 PS) stark. Die technische Basis teilt er sich mit dem Porsche Taycan, beide e-tron-GT-Modelle leben mit einer 93-kWh-Batterie (brutto), die Reichweite liegt jenseits der 400-Kilometer-Marke. 

Im Bestfall schafften wir mit dem RS knapp über 23 kWh auf 100 Kilometer, Audi selbst gibt 20,6 bis 22,5 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer an.

Prädikat sehenswert: das Design des Audi RS e-tron GT
© Oliver Wolf

Fahrerisch hat man die Schärfe eines Sportwagens, trotzdem unterscheidet man sich vom Porsche: Im Vergleich zum Vollblut-Sportler Taycan wirkt der Audi wie ein beweglicher Langstrecken-Läufer. Fahrerisch völlig entspannen und das Autofahren genießen, selbst auf langen Strecken - Sport, wenn es erlaubt ist: Die Spreizung, die Audi hier geschafft hat, ist schon beachtlich. 

Faszinierend bleibt immer wieder, wie die Fahrwerkskomponenten (elektronische Fahrwerksplattform, Dreikammer-Luftfederung, Adaptivdämpfer) sowie die Allradlenkung das Gewicht von über 2,4 Tonnen im Griff haben. Große Klasse!

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Preislich muss man beim RS tiefer in die Tasche greifen, ab 140.400 Euro geht’s los, notwendige Extras wie Allradlenkung (1610,40) noch nicht miteingerechnet. Nur ein Extra kann man weglassen: Zigarettenanzünder und Aschenbecher (wohlfeile 69,90) – die passen nicht mehr in die Zeit.

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